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Let's Watch: Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht
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Let_s_watch


Wahrheit_oder_PflichtMit Wahrheit oder Pflicht veröffentlichte Universal Pictures Home Entertainment am 13.09.2018 einen Teeniehorrorstreifen, der vor allem in den USA zu einem echten Überraschungshit an den Kinokassen wurde.

Das Spiel ist erst zu Ende, wenn alle Spieler tot sind! Ein harmloses Partyspiel unter Teenagern wird zur tödlichen Realität, als jemand - oder etwas - beginnt, diejenigen zu bestrafen, die nicht die Wahrheit sagen oder die Mutprobe verweigern...

Filmkritik
Wahrheit oder Pflicht
beweist mal wieder, dass man kein riesiges Budget benötigt, um an den Kinokassen erfolgreich zu sein. Bei gerade einmal 3,5 Millionen US-Dollar Budget konnte der Film von Regisseur Jeff Wadlow (Kick-Ass 2, Die wahren Memoiren eines internationalen Killers) weltweit etwas mehr als 95 Millionen US-Dollar einnehmen. Er spielte also mehr als das 27fache seines Budgets ein - davon träumen große Blockbuster nur.
Diese Zahlen sind umso überraschender, da Wahrheit oder Pflicht das Horror-Genre sicherlich nicht neu erfindet. Im Grunde hat Blumhouse Productions hier einfach nur altbekannte Horrorfilm-Zutaten genutzt: Man nehme eine kleine Gruppe Jugendlicher, die sich in einer dunklen Nacht zusammensetzen und ein kleines, an sich unschuldiges Spielchen spielen. Man füge einen Dämonen hinzu, der geweckt wird und der Gruppe nach dem Leben trachtet und garniert das Ganze noch mit ein paar fiesen Todesarten. Schon ist Wahrheit oder Pflicht zum Servieren bereit. Selbst auf überraschende Wendungen wurde verzichtet und besonders gruselig ist das Ganze auch nicht.
Aber warum zog der Film dennoch so viele Zuschauer in die Kinosäle? Die Antwort darauf kann eigentlich nur lauten, dass die Zuschauer von der Chemie in der Gruppe und wie sie mit den Aufgaben, denen sie sich auseinandergesetzt sehen und über ihr Leben oder sterben entscheiden, fasziniert waren. In der Tat ergibt sich hier, obwohl einem die einzelnen Figuren im Grunde genommen vollkommen egal sind und man keinerlei Bindung zu ihnen aufbaut, durchaus die eine oder andere spannende Szene, die einen tatsächlich auch mal aufschrecken lässt. Insgesamt präsentiert sich der Film aber viel zu zahm. Da auf Jumpscares (löblicherweise) größtenteils verzichtet wurde, lebt der Film im Grunde von seiner Atmosphäre und vom Dämonen, der immer wieder in Erscheinung tritt. Bei dem ist allerdings nur die Stimme gruselig, denn was die grinsende Maske für einen Gruselfaktor haben soll, ist mir nicht ganz schlüssig geworden.

Wie etwas weiter oben erwähnt, sind einem die einzelnen Figuren während des gesamten Films im Grunde egal und wirken komplett austauschbar. Das liegt aber nur am Drehbuch, denn die Darsteller geben wahrlich ihr bestes, ihren Figuren zumindest etwas Charakter zu verleihen. Am besten gelingt dies noch Hayden Szeto (The Edge of Seventeen, Lodge 49), der Brad spielt. Aber auch Lucy Hale (Pretty Little Liars), Tyler Posey (Teen Wolf), Sophia Ali (Grey's Anatomy, Everybody Wants Some!!), Nolan Gerard Funk(Riddick, House at the End of the Street) oder Violett Beane (The Flash, The Leftovers) geben ihr bestes, schaffen es aber dennoch leider nicht, ihre Figuren irgendwie interessanter zu machen.

Bild & Ton

Obwohl der Film digital und mit hochwertigen Arri Alexa-Kameras gedreht wurde, ist das Bild der Blu-ray doch etwas enttäuschend. Gerade was den Schwarzwert angeht, hätte man sich doch ein bisschen mehr als die hier leider durchweg blass-wirkende Darbietung gewünscht. Auch was die Schärfe angeht, wäre sicherlich noch wesentlich mehr drin gewesen. Natürlich sind die zu sehenden Unschärfen auch den Filtern und der künstlichen Körnung geschuldet, doch auch ohne die wäre das Bild sicherlich nicht messerscharf. Natürlich leidet darunter auch der Detailgrad, der sowohl in Close-ups als auch in Totalen und weiten Aufnahmen zu wünschen übrig lässt. Plastizität kommt ebenfalls leider keine auf, dafür wissen aber die kühlen Farben zu überzeugen und passen auch perfekt in das Geschehen.
In Sachen Sound präsentiert sich der Film auf einem wesentlich besseren Niveau. Egal ob man nun die deutsche DTS 5.1-Tonspur oder den englischen Originalton (der in DTS-HD MA 5.1 vorliegt) auswählt, wenn die Stimmen aus dem Off zu hören sind, kommt der Subwoofer wunderbar zur Geltung und wenn die Protagonisten mal wieder herumschreien (was sehr oft geschieht) kommen diese aus allen Boxen. Ansonsten ist der Film eher frontlastig, was aber nichts Negatives mit sich bringt, zumal die Dialoge jederzeit klar und deutlich zu verstehen sind. Technisch präsentiert sich die Blu-ray also relativ zweigeteilt. Auf der einen Seite ist das Bild, das zwar nicht schlecht aussieht, aber eben auch noch wesentlich besser hätte aussehen können. Auf der anderen Seite ist dann der Sound, der sowohl im englischen Original als auch in der deutschen Fassung sehr gut klingt.

Bonusmaterial
Als Extras bietet die Blu-ray zunächst ein knapp 7-Minütiges Making-of „Das Spiel beginnt: Das Making-of von Wahrheit oder Pflicht“, in dem man nicht nur ein paar Blicke hinter die Kamera zu sehen bekommt, sondern auch noch hören kann, wie Darsteller und Macher, wie etwa Regisseur Jeff Wadlow oder Produzent Jason Blum, über die Idee hinter dem Film und dessen Story sprechen. Als Nächstes wartet eine 4:16 Minuten lange Featurette „Die Inszenierung der Tode“. Hier reden die Macher über die verschiedenen Todesarten und was hinter ihnen steckt. Zum Abschluss gibt es noch den äußerst interessanten Filmkommentar von Co-Autor/Regisseur Jeff Wadlow und Olivia-Darstellerin Lucy Hall, bei dem man vieles über die Hintergründe rund um den Film erfährt. Das Angebot ist insgesamt nicht gerade groß, doch gerade der interessante und unterhaltsame Audiokommentar macht das Fehlen von weiteren Extras wieder wett.


Fazit:
Wahrheit oder Pflicht
erfindet den Teeniehorrorstreifen sicherlich nicht neu, ist nicht besonders gruselig und weist keine Charaktere auf, denen man hinterher trauert. Dennoch hat mich der Film gut unterhalten. Schließlich muss es ja selbst in solchen Filmen nicht immer der pure Horror sein, der einem im Minutentakt beinahe Herzinfarkte beschert. Nein, es können ja auch gut gemachte (und durchaus einfallsreiche) Todesszenen oder auch einfach nur das Miteinander der Gruppe und wie sie mit der gegebenen Situation umgeht, sein, die einen gut unterhält. Genau das ist hier der Fall. Wer ein zahmeres Gemüt hat, aber sich dennoch auch mal einen Horrorstreifen ansehen möchte, ist bei Wahrheit oder Pflicht also genau richtig.


Originaltitel: Blumhouse's Truth or Dare
Darsteller: Alexander Roberts, Aurora Perrineau, Brady Smith, Hayden Szeto, Landon Liboiron, Lucy Hale, Morgan Lindholm, Nolan Gerard Funk, Sam Lerner, Sophia Ali, Tyler Posey, Violett Beane
Regisseur(e): Jeff Wadlow
Veröffentlichung: 13. September 2018
Studio/Verleih: Universal Pictures Home Entertainment
Spieldauer: 100 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Extended Director's Cut gibt es ab 13,99 Euro auf DVD und Blu-ray.

© Universal Pictures Home Entertainment
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Special vom: 26.09.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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