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Let's Watch: Heilstätten
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Heilst__ttenMit Heilstätten beweist Kartoffelsalat-Regisseur Michael David Pate, dass er durchaus auch gute Filme machen kann. Wer sich selber davon einen Eindruck machen möchte, kann dies seit dem 13. September tun. Denn an dem Tag erschien Heilstätten im Vertrieb von Twentieth Century Fox Home Entertainment auf DVD.

In den Heilstätten, einem düsteren Ort in der Nähe von Berlin, will eine Gruppe von Youtubern die härteste Challenge aller Zeiten erleben, während die Welt ihnen dabei zuschaut. Die Geschichte der Heilstätten ist voller Grauen und Brutalität und noch heute halten sich Berichte um paranormale Aktivitäten an diesem Ort. Ausgerüstet mit Nachtsicht- und Wärmekameras wollen die Youtuber den Gerüchten nachgehen. Sie bekommen schnell zu spüren, dass man in diesen angsteinflößenden Hallen sein Glück besser nicht herausfordert. Doch als sie aussteigen wollen, bemerken sie, dass es dafür längst zu spät ist…

Filmkritik

Als ich das erste Mal von Heilstätten gehört habe, dachte ich nur „Oh Gott!“ Schließlich wurde niemand anderes als Michael David Pate als Regisseur angekündigt, der mit Kartoffelsalat den zweifelsohne schlechtesten deutschen Film aller Zeiten zu verantworten hatte. Als ich dann den Cast durchging, war ich aber etwas positiver gestimmt und das zu Recht, wie sich nun zeigt. Zwar geben sich auch in Heilstätten wieder ein paar YouTuber die „Ehre“ (z.B. Freshtorge), doch im Großen und Ganzen ist der Cast, im Gegensatz zu Kartoffelsalat, mit richtigen Schauspielern besetzt, die auch tatsächlich wissen, was sie dort vor der Kamera machen. Egal ob Sonja Gerhardt (Ku'damm 56, Deutschland 83), Tim Oliver Schultz (Die Welle, Club der roten Bänder), Emilio Sakraya (4 Blocks, Bibi & Tina – Tohuwabohu total!) Nilam Farooq (Mein Blind Date mit dem Leben) oder Timmi Trinks (Allein gegen die Zeit), sie alle sind gestandene Jungdarsteller, weshalb die schauspielerische Leistung auch nicht mit Kartoffelsalat zu vergleichen ist. Dass einige unter den Darstellern auch (als Hobby) YouTube-Erfahrung haben, ist dabei gar nicht so schlecht. Schließlich spielen sie alle eine Gruppe von YouTubern und Influencern, die gemeinsam eine Challenge angehen, um so die besten und bekanntesten YouTuber/Influencer zu werden. Als Ort für die Challenge haben sie sich die Beelitz-Heilstätten ausgesucht, die tatsächlich als einer der gruseligsten Orte Deutschlands gelten. Früher das Vorzeige-Klinikum, wurden hier während der NS-Zeit grausame Versuche an Menschen vorgenommen. Diese Geschichte und die Sage, dass deren Geister heute noch durch die verfallenen Gänge des Klinikums herumspuken sollen, machten die Beelitz-Heilstätten zu dem Lost Place in Deutschland schlechthin und zum Nummer Eins Treffpunkt für alle Geisterjäger. Im Fall von Heilstätten stimmen die Gerüchte um die paranormalen Aktivitäten anscheinend auch, zumindest erleben die YouTuber, die ihren 24-Stunden Aufenthalt in dem gruseligen Ort mit Nacht- und Wärmekameras aufnehmen, tatsächlich so einige merkwürdige Dinge, die sie sogar so weit bringen, ihre Challenge aufzugeben. Doch wie es in Horrorfilmen gute alte Tradition ist, ist es dazu natürlich zu spät – Türen und Fenster sind verriegelt.
Echte Schocker hat Heilstätten nur wenige zu bieten und auch die Geschichte ist nur selten innovativ, sondern bedient sich Genre-typischer Elemente. Neben der Kulisse, die von sich aus schon eine schaurige Atmosphäre verströmt, die hier auch sehr gut eingefangen wird, ist das, was diesen Film dennoch von anderen Horrorfilmen unterscheidet, das Ende. Das sorgt mit einer echten Überraschung nämlich nochmal für ein echtes Highlight – mehr wird an dieser Stelle aber natürlich nicht darüber verraten!

Bild & Ton

Ganz zur Story passend, wirkt Heilstätten optisch wie ein zu lang geratenes YouTube-Video. Verwackelte Kamera, Unschärfen, wenig Detailreichtum, Körnung - all das was man aus Vlog-Videos kennt, findet man auch hier. Das mag wie gesagt zum Setting passen, schön anzusehen ist es in Spielfilmlänge aber nicht.
Beim Ton präsentiert sich der Film zum Glück etwas besser. Zwar ist auch hier alles auf die typische YouTube-Manier getrimmt, Gott sei Dank hört sich das Ergebnis schlussendlich dann aber doch besser an, als man es aus Internet-Videos kennt. Das genutzte Dolby Digital 5.1-Format bringt gute Direktionalität und Surround Sound, weshalb man sich des Öfteren wie mitten im Geschehen fühlt. Die Abmischung ist ebenfalls gelungen, wodurch sich nicht nur lautere Szenen Dank eines guten Subwoofer-Einsatzes gut anhören, sondern auch die teilweise recht leisen Dialoge jederzeit verständlich aus den Boxen kommen.

Bonusmaterial
Featurettes, ein Making-of oder Audiokommentar, all das wäre schön gewesen. Doch leider bietet Heilstätten lediglich den offiziellen Kinotrailer als Bonusmaterial an.


Fazit:
Auch wenn der ganze Film offensichtlich für die Generation YouTube gemacht wurde, werden auch (ältere) eingefleischte Horrorfans mit Heilstätten ihren Spaß haben. Denn gerade die Tatsache, dass der Horror hier nicht durch plumpe Schocker oder übermäßigen Gebrauch von Blut erzeugt wird, sondern durch den Schauplatz, der aufgrund seiner Geschichte als einer der unheimlichsten Orte Deutschlands gilt, ist etwas, was man in diesem Genre sonst nicht so häufig präsentiert bekommt. Für einen gruseligen herbstlichen Filmabend ist Heilstätten also genau der richtige Film.


Originaltitel: Heilstätten
Darsteller: Sonja Gerhardt, Tim Oliver Schultz, Emilio Sakraya, Lisa-Marie Koroll, Nilam Farooq, Timmi Trinks, Davis Schulz, Maxine Kazis, Torge Oelrich, Farina Fiebbe, Leon Machere
Regisseur(e): Michael David Pate
Veröffentlichung: 13. September 2018
Studio/Verleih: Twentieth Century Fox Home Entertainment
Spieldauer: 85 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren 

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Heilstätten zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es für 12,99 Euro auf DVD.

© Twentieth Century Fox Home Entertainment
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Special vom: 19.09.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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