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Let's Watch: Weltengänger
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Welteng__nger_CoverMit Weltengänger brachte capelight pictures am 07.09.2018 einen russischen Fantasy-Film auf DVD und Blu-ray heraus, der auf dem gleichnamigen Roman des Wächter der Nacht-Autoren Sergej Lukianenko basiert.

Kirill ist ein junger und talentierter Computerspiel-Designer mit einem gut bezahlten Job und einer bildschönen Freundin. Er führt ein nahezu perfektes Leben – bis zu dem Tag, an dem sich alles ändert: In seiner Wohnung lebt plötzlich eine fremde Frau und weder Freunde noch Verwandte können sich an ihn erinnern. Es scheint, als wäre seine gesamte Existenz ausgelöscht worden. Auf der Suche nach Antworten findet Kirill heraus, dass er als „Weltengänger“, eine Art Wächter zwischen den Parallelwelten, auserwählt worden ist. Um sein früheres Leben zurückzugewinnen, muss Kirill das Rätsel um die geheimnisvollen Welten lösen – und entdeckt dabei etwas, das größer ist als alles, was er sich vorstellen kann...

Filmkritik
Seit Wächter der Nacht ist Sergej Lukianenko der Star der russischen Sci-Fi-Autorenszene. Darum war es nicht verwunderlich, dass die Ankündigung, dass der erste Band seiner Weltengänger-Romanreihe verfilmt werden würde, auf großes Interesse stieß. Für all diejenigen, die die Weltengänger-Romane nicht kennen: Am einfachsten lässt sich das Ganze wohl als eine Art Matrix-Version umschreiben. Genau wie im bekannten Blockbuster, findet sich auch hier der Hauptprotagonist, in diesem Fall ist es Kirill, ein junger Computerspiel-Designer, in einer künstlichen Parallelwelt wieder, die zwar wie die reale Welt erscheint, aber ganz eigenen Gesetzen gehorcht. Nicht nur, dass in dieser Welt sein altes Leben nicht zu existieren scheint, er hat auch scheinbar übernatürliche Fähigkeiten und sieht sich (vollkommen lächerlich wirkenden) mechanischen Matroschkas gegenüberstehen, die er in spektakulären Kampfchoreographien besiegt. All das erinnert, wie gesagt, stark an Matrix – doch damit sind die Parallelen noch lange nicht vorbei, denn genau wie bei Matrix muss sich der Zuschauer auch hier erst einmal reinfuchsen, um zu verstehen, was diese Parallelwelt überhaupt bedeuten soll und wo sie plötzlich herkommt. Eine weitere Parallele zwischen den beiden Filmen, sind die Special Effects. Wie Matrix seinerzeit möchte nämlich auch Weltengänger die Zuschauer mit seinen Special Effects überzeugen. Leider funktioniert dieses Unterfangen aber nur teilweise. Manchmal sehen die CGI-Effekte grandios aus, wie man es sonst nur aus teuren Hollywood-Produktionen kennt. An anderer Stelle sieht man aber sofort, welche Objekte künstlich ins Bild gesetzt wurden, was der Immersion natürlich nicht gerade guttut.
Leider sind diese technischen Unzulänglichkeiten aber nicht das einzige Problem, mit dem der Film zu kämpfen hat. Ein anderes Manko ist die Erzählweise. Nicht nur, dass die Story immer wieder unsägliche Längen aufweist, auch die Bindung zu den Charakteren fehlt komplett. Denn obwohl der Film mit 116 Minuten alles andere als kurz geraten ist, schaffte es Regisseur Sergey Mokritskiy (Red Sniper – Die Todesschützin) nicht, den Figuren einen Charakter zu geben. Alles wirkt ein wenig lieblos, sodass man als Zuschauer den Anschein erhält, dass hier mehr Wert auf das Visuelle als auf die eigentliche Story und deren Protagonisten gelegt wurde.
Beinahe folgerichtig können auch die Darsteller kaum überzeugen. Die durchweg russischen bzw. osteuropäischen DarstellerInnen wie etwa Hauptdarsteller Nikita Volkov (Mesyats v derevne, Dance to Death) oder die Lettin Severija Janusauskaite, die demnächst auch in Babylon Berlin zu sehen sein wird, wo sie Svetlana Sorokina verkörpert, bleiben eben aufgrund der sehr seichten Charakterbildung ihrer jeweiligen Figuren leider blass.

Bild & Ton
Was einem sofort auffällt, sind die kräftigen und kontrastreichen Farben, die so manche Szene nahezu traumhaft erscheinen lassen. Wenn die Sonne in einem gelb-roten Farbenmeer untergeht und im Vordergrund ein wundervoll goldener Sandstrand mit satt grünen Palmen zu sehen ist, kann man schon Mal ins Träumen kommen. Abgesehen davon ist auch die Schärfe unglaublich geraten und das trotz vereinzelter, gewollter Körnung. Der Schwarzwert ist ebenfalls tadellos, sodass nur das gelegentliche leichte Ruckeln in der Parallelwelt negativ zu bewerten ist.
In Sachen Sound bietet die Blu-ray die original russische sowie eine deutsche Tonspur an, die beide im DTS-HD Master Audio 5.1-Format vorliegen. Aufgrund meiner begrenzten Russisch-Kenntnisse habe ich mich voll und ganz der deutschen Tonspur gewidmet, die nicht nur mit einer guten Synchroarbeit überzeugen kann. Auch der Surround-Sound ist sehr gut und lässt einen mitten ins Geschehen eintauchen. Ebenfalls überzeugen konnte mich der Einsatz des Subwoofers, der in lauteren und Action-Szenen gut zum Einsatz kommt. Die Abmischung ist aber generell so gut gelungen, dass auch die frontlastigeren Dialoge immer gut zu verstehen sind.
Insgesamt bekommt man hier also eine sehr gute technische Darbietung geboten, die sich keine größere Blöße gibt.

Bonusmaterial
An Extras mangelt es Weltengänger leider. Mehr als den offiziellen Kinotrailer gibt es nämlich nicht. Immerhin gibt es aber ja noch die Limited Edition, die in einem schön gestalteten Steelbook daherkommt. Dennoch wären ein paar Featurettes oder ein Making-of natürlich wünschenswert gewesen.


Fazit:
Weltengänger
hatte das Potenzial als russisches Matrix in die Filmgeschichte einzugehen. Doch leider versteifte man sich zu sehr darauf, möglichst toll und effektvoll auszusehen, wobei die Geschichte (trotz einiger guter Ansätze) und gerade die Charakterentwicklung vergessen wurden. So ist Weltengänger zwar ein schön anzusehender aber leider kaum unterhaltsamer Film geworden. Die Blu-ray reißt dieses Manko leider auch nicht mehr raus, denn auch die weiß zwar technisch zu überzeugen, doch was Extras anbelangt, hat auch sie nichts zu bieten.


Originaltitel: Chernovik
Darsteller: Andrey Merzlikin, Anna Peresild, Irina Gorbacheva, Irina Khakamada, Kirill, Mikhail Parygin, Nikita Volkov, Oleg Feoktistov, Olga Borovskaya, Sergei Kapkov, Severija Janusauskaite, Vilen Babichev, Yuliya Peresild
Regisseur(e): Sergey Mokritskiy
Veröffentlichung: 07. September 2018
Studio/Verleih: capelight pictures
Spieldauer: 116 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Weltengänger zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es ab 12,99 Euro auf DVD, Blu-ray und in der Limited Blu-ray-Edition.

© capelight pictures
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Special vom: 12.09.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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