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Let's Watch: The Death of Stalin - Hier regiert der Wahnsinn
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the_death_of_stalinIst der Tod von Stalin lustig? In The Death of Stalin – Hier regiert der Wahnsinn auf jeden Fall, wovon man sich dank Concorde Home Entertainment seit dem 18. August auf Blu-ray und DVD selbst überzeugen kann.

Moskau, 2. März 1953: Ein Mann liegt nach einem Schlaganfall im Sterben. Bald wird er das Zeitliche segnen – und wer es jetzt richtig anstellt, kann seinen Platz einnehmen. Der sterbende Mann heißt Josef Stalin: Generalsekretär der UdSSR, Diktator, Tyrann und Massenmörder. The Death of Stalin ist eine Satire über die Tage zwischen seinem unrühmlichen Ableben und seiner pompösen Beerdigung: Tage, in denen die Mitglieder des Politbüros mit allen Mitteln darum kämpfen, die Macht zu übernehmen. Tage, in denen sich der ganze Wahnsinn, die Verkommenheit und die alltägliche Unmenschlichkeit des Totalitarismus in allen Facetten offenbaren.

Filmkritik
Wenn man sich The Death of Stalin anschaut, könnte man meinen, es hier mit einer reinen Satire zu tun zu haben. Schon allein die Szene, nachdem Stalin einen Hirnschlag erlitten hat und die zugerufenen Mitglieder des Politbüros um den in seinem eigenen Urin auf dem Boden liegenden Stalin herumstehen und erst einmal darüber diskutieren, welcher der überhaupt noch in Moskau übrig gebliebenen Ärzte nun gerufen werden soll, wirkt absolut absurd und man käme nie auf den Gedanken, dass dies tatsächlich so in etwa geschehen sein mag. Nach einer kurzen Googlesuche stellt man aber fest, dass dies wohl wirklich (fast genauso) war. Dies ist nur eines von zahlreichen Beispielen, die aufzeigen, dass Regisseur und Drehbuchautor Armando Iannucci, der sich vorher als Showrunner der mehrmals preisgekrönten HBO-Serie Veep einen Namen gemacht hat, für seinen ersten Spielfilm gar nicht allzu viel ausdenken, sondern einfach nur das von sich aus schon groteske Vorgehen, das sich damals in der UdSSR abspielte, nachstellen brauchte. Klar wird dies mitunter recht überzogen und mit einer großen Portion schwarzen Humors getan, doch im Kern werden hier eben doch die realen Geschehnisse gezeigt.
Der Humor wurde dabei aber nicht erzwungen, sondern entsteht einfach durch die jeweilige Situation und der Tatsache, dass sich keines der Mitglieder des Politbüros grün ist, jeder an die Macht will und jeder seine Leichen, die er im Keller hat, so gut wie nur möglich vertuschen möchte. Im letzte Drittel des Films werden die Gags zwar etwas weniger, doch auch das ändert nichts daran, dass man sich jederzeit gut unterhalten fühlt.
Einen großen Anteil daran haben auch die namhaften Darsteller, die hier fast durchweg großartiges leisten. Als aller erstes ist dabei sicherlich Steve Buscemi (Fargo, Boardwalk Empire) als Nikita Chruschtschow zu nennen, der die Rolle des treu ergebenen Stalin-Mitarbeiters, dem nach dessen Erkrankung ganz schnell sein eigenes Wohl am meisten am Herzen liegt, perfekt rüberbingt. Gleiches gilt ebenso für Simon Russel Beale als Lawenti Beria. Der aus Dunkirk bekannte Schauspieler verkörpert die Rolle des intriganten, egozentrischen und auch ekelhaften Geheimdienstchefs unfassbar glaubwürdig. Im Grunde könnte ich die Liste an dieser Stelle noch lange fortführen, denn auch Jeffrey Tambor (Transparent, Arrested Development) als etwas schusseliger Georgi Malenkow, Michael Palin (früheres Mitglied von Monty Python) als Wjatscheslaw Molotow, Jason Isaacs (Harry Potter und der Feuerkelch, Star Trek: Discovery) als Generalstabschef Schukow oder Paddy Considine (Das Bourne Ultimatum) in seiner Nebenrolle als Redakteur von Radio Moskau und Rupert Friend (Homeland) als saufender und wahnsinniger Stalin-Sohn Vasily, sind alle auf ihre Weise brillant. Eine durchweg so gut gelungene schauspielerische Darbietung sieht man meiner Meinung nach wirklich nur ganz selten und ist allein schon Grund genug, weshalb man sich The Death of Stalin unbedingt anschauen sollte.

Bild & Ton
Leider haben wir nur die DVD-Version für unseren Test erhalten, weswegen wir über das Bild und den Ton der Blu-ray an dieser Stelle nichts sagen können. Das Bild der DVD geht aber vollends in Ordnung. Zwar hätte es in der Totalen sicherlich noch ein bisschen schärfer daherkommen können, dafür sind Nahaufnahmen aber selbst hier wunderbar scharf und weisen einige nette Details auf. Farbtechnisch dominieren vor allem Braun- und Grüntöne, was aber hervorragend zu dem alten UdSSR-Charme passt. Hier wären knallbunte Farben einfach fehl am Platz gewesen, auch wenn diese wahrscheinlich einen besseren Kontrast gehabt hätten.
Was den Ton angeht, so gibt es an der DVD nichts auszusetzen. Der Dolby Digital 5.1-Sound, den sowohl die deutsche Synchronfassung als auch das englische Original aufzuweisen haben, präsentiert sich auf gehobenem DVD-Niveau und ist trotz der zahlreichen Dialoge sehr gut ausbalanciert, weshalb er in den richtigen Szenen auch für eine hervorragende Räumlichkeit sorgt. So sind nicht nur die Stimmen jederzeit lokalisierbar, auch die Schüsse, die im Laufe des Films fallen, sorgen für eine sehr gute Direktionalität. Hinzu kommt ein gekonnter Einsatz des Subwoofers, wenn zum Beispiel die großen Staatskarossen durch Moskaus Straßen fahren. Abgerundet wird all dies durch einen sehr guten Score, der ebenfalls aus allen Boxen ertönt und so den gesamten Raum in Musik hüllt.
Insgesamt bekommt man bei The Death of Stalin also eine mehr als ordentliche technische Darbietung geboten, wobei es beim Bild in manchen Szenen sicherlich noch Luft nach oben gegeben hätte.

Bonusmaterial
Das Highlight der Extras ist sicherlich der Audiokommentar von und mit Regisseur Armando Iannucci und den Autoren, die nicht nur sehr unterhaltsam sind, sondern auch viele nette Informationen preisgeben. Als weitere Extras befinden sich noch 34 Minuten untertitelte Interviews mit Cast & Crew (u.a. Michael Palin, Steve Buscemi und Jason Isaacs), rund zehn Minuten entfernter Szenen sowie der offizielle Trailer auf der Disc. All dies mag sich nicht unbedingt besonders umfangreich anhören, ist dafür aber qualitativ extrem hochwertig und stellt deswegen auch den perfekten Abschluss eines gemütlichen Filmabends dar.


Fazit:
The Death of Stalin - Hier regiert der Wahnsinn
ist mal wieder ein gutes Beispiel dafür, wie es momentan um die Kinolandschaft steht. Alles abseits von Superhelden nimmt kaum noch einer wahr, ganz egal wie qualitativ hochwertig ein Film auch sein mag. Genau dies trifft eben auch auf The Death of Stalin zu. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von gerade einmal rund 24 Millionen US-Dollar war er kaum der Rede wert, dabei hat der Film nicht nur ein brillantes, weil bitterböses und zynisches Drehbuch, sondern auch einen ausgezeichneten Cast, der sämtliche Rollen brillant darbietet - so etwas bekommt man beim x-ten Superhelden-Film sicherlich nicht geboten.
Aus diesem Grund kann ich jedem, der auf gute Filme steht und The Death of Stalin nicht im Kino gesehen hat (was wohl die allermeisten sein werden), nur empfehlen, sich diesen Film nun endlich auf DVD oder Blu-ray anzuschauen.


Originaltitel: The Death of Stalin
Darsteller: Andrea Riseborough, Diana Quick, Jason Isaacs, Jeffrey Tambor, Jonathan Aris, Michael Palin, Nicholas Woodeson, Olga Kurylenko, Paddy Considine, Paul Ready, Richard Brake, Roger Ashton-Griffiths, Rupert Friend, Simon Russell Beale, Steve Buscemi, Tom Brooke
Regisseur(e): Armando Iannucci
Veröffentlichung: 16. August 2018
Studio/Verleih: Concorde Home Entertainment
Spieldauer: 107 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren

Wer jetzt Interesse daran hat, sich The Death of Stalin - Hier regiert der Wahnsinn zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es für 12,99 Euro auf DVD und Blu-ray.

© Concorde Home Entertainment
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Special vom: 27.08.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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