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Let's Watch: Black Panther
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Let_s_watch


black_pantherAm 19. Juli brachten Walt Disney Studios Home Entertainment und Marvel mit Black Panther einen der wohl wichtigsten Filme der letzten Jahre endlich auf DVD, Blu-ray und 4K Blu-ray heraus.

TRIFF DEN NEUEN KÖNIG
Als Prinz T’Challa nach dem Tod seines Vaters die Thronfolge in Wakanda antritt, sieht er sich der ultimativen Bewährungsprobe gegenüber. Das Schicksal seines Landes und das der gesamten Welt stehen auf dem Spiel. Konfrontiert mit seiner eigenen Familie muss der neue König seine Verbündeten um sich sammeln und die ganze Macht des Black Panther entfesseln, um seine Feinde zu besiegen und seiner Zukunft als Avenger gerecht zu werden.

Filmkritik
Als Black Panther 1966 erstmals als Comic erschien, war dies etwas ganz Besonderes. Schließlich war dies inmitten der Rassenunruhen und dass ein schwarzer Superheld die Welt rettet war ein politisches Statement, das in allen Medien große Wellen schlug. Mehr als 50 Jahre später ähneln sich die Reaktionen auf erschreckende Weise. Wieder (oder noch immer) herrscht in den USA ganz offen Rassismus gegen die afroamerikanische Bevölkerung (wie leider auch in zahlreichen anderen Ländern der Welt gegen viele andere Völker mehr oder weniger offen gehetzt wird) und wieder ist es Black Panther, der für ein Novum sorgt. Erstmals in der Geschichte der Superheldenfilme ist nicht nur ein Schwarzer der alleinige Held, um den sich alles dreht, nein, im gesamten Film nehmen (fast) ausschließlich Schwarze die wichtigsten Rollen ein – inklusive des Regiestuhls.
Glücklicherweise wurde aber nicht nur über Black Panther diskutiert, die Zuschauer gingen auch fleißig ins Kino, weshalb er in den USA gar zum dritterfolgreichsten Film aller Zeiten avancierte. Zweifelsfrei ist all dies ein starkes politisches Statement und ein wichtiger Schritt für die (nicht nur Superhelden-)Filmindustrie.
Meines Erachtens wurde bei der ganzen Diskussion um Black Panther aber eines vernachlässigt – nämlich der Film selber. Denn so wichtig das Zeichen, das der Film setzte und noch immer setzt, auch war bzw. ist, es wurde beinahe ausschließlich über die Besetzung und die Hauptfigur geredet und eben kaum über den Film an sich.
Vielleicht war dies aber auch Absicht, denn wenn wir mal ehrlich sind, ist die Story alles andere als berauschend. Schon allein, dass ein Land (Technologie hin oder her) sein wahres Gesicht für eine so lange Zeit vor der restlichen Welt verstecken kann und diese es sogar als eines der ärmsten Länder überhaupt ansieht, ist in der heutigen Zeit schlicht und ergreifend unmöglich. Und das ist nur ein Beispiel von einigen unlogischen Dingen, die man hier aufzählen könnte.
Doch genug der Nörgelei, denn Black Panther hat natürlich auch einige positive Aspekte, die den Film unglaublich ansehnlich machen. Zuallererst wäre da die Welt, die vor wunderbar bunten Farben, tollen Kostümen und unglaublich schönen Landschaftsaufnahmen nur so erstrahlt. Auf der anderen Seite gibt es dann die kühle Technologie, die eine ungeheure Kälte ausstrahlt und so ein perfekten optischen Gegenpol darstellt. Genau dieser Mix aus Lebensfreude, afrikanischer Tradition, futuristischer Technologie, aber auch ernsten politischen Themen (Armut vieler Afrikaner) ist etwas, was Black Panther auf eine Weise bewerkstelligt wie es kaum ein Film vorher geschafft hat und ihn allein schon deswegen absolut sehenswert macht.
Nicht einzigartig, aber auch nennenswert ist natürlich der (mittlerweile Marvel-typische) Humor, der sich hier wieder durch den gesamten Film zieht und nicht nur einmal schmunzeln lässt. Genauso gut gefallen hat mir auch die Darbietung der Schauspieler. Egal ob nun Black Panther-Darsteller Chadwick Boseman (Marshall, The First Avenger: Civil War), Letitia Wright (Ready Player One, The Commuter), die dessen Schwester Shuri spielt, Lupita Nyong’o (12 Years a Slave, The Jungle Book, Star Wars 7: Das Erwachen der Macht) als Nakia, Danai Jekesai Gurira (The Walking Dead), die die toughe Okoye auf eindrucksvolle Weise verkörpert, oder Michael B. Jordan (Creed – Rocky's Legacy, Fantastic 4) als glaubhafter und charakterstarker Antagonist Erik Killmonger – alle spielen ihre Rollen über die gesamten 135 Minuten unfassbar gut.
Zu guter Letzt gibt es aber doch noch etwas zu bemängeln. Zunächst wäre da die schon beinahe erzwungene Pflicht, sich vorher Captain America: Civil War angesehen haben zu müssen, denn ohne den wird man viele Verweise oder auch die Rolle von Everett K. Ross (gespielt von Sherlock-Star Martin Freeman) kaum verstehen. Die andere Sache ist die deutsche Synchronisation. Im Vergleich zur Originalstimme wirkt die deutsche Stimme von T'Challa bzw. des Black Panther hier nämlich leider viel zu zart. Ein wenig mehr Härte wäre hier sicherlich angebrachter gewesen. Auch die Tatsache, dass im Deutschen auf den wakandischen Akzent, den es im US-Original gibt, verzichtet wurde, ist eine etwas seltsame Entscheidung. Vielleicht wollte man nicht riskieren, das man den Akzent als rassistisch oder verhöhnend ansieht, doch wenn es ihn im Originalton gibt, sollte man ihn doch auch in der deutschen Synchro haben dürfen.

Bild & Ton

Dass Black Panther mit den qualitativ hochwertigsten Kameras überhaupt aufgenommen wurde (nämlich den digitalen Arri Alexa-Kameras in 3.4k-Auflösung), sieht man dem Film in jeder einzelnen Sekunde an. Es gibt so gut wie keinen Moment, in dem das Bild unscharf wird (das gilt selbst für die zahlreichen CGI-Effekte), der Schwarzwert enttäuscht oder gar rauscht, der Kontrast nicht perfekt ist oder auch nur die Farben nicht wundervoll erstrahlen. Ebenfalls lobenswert ist die Plastizität, die der Film aufweist und dem Zuschauer selbst ohne 3D beinahe das Gefühl gibt, Objekte greifen zu können.
Um beim Bild mithalten zu können, muss der Ton also auch nahezu perfekt sein – was er aber leider nicht ist. Bedauerlicherweise wurde nämlich anstatt eines echten DTS-HD MA 7.1-Tons, wie er beim englischen Originalton genutzt wird, im deutschen auf Dolby Digital Plus 7.1 zurückgegriffen, weshalb sich der Originalton gerade beim Bass doch ein ganzes Stück besser anhört. Im Deutschen kommt er zwar auch zum Einsatz, hier fehlt es aber eben in den meisten Fällen an Wucht. Was beiden Tonspuren gleichermaßen abgeht, ist die Dynamik, die ich mir doch etwas besser gewünscht hätte. Nichtsdestotrotz hört sich der Surround Sound hervorragend an - hier muss sich Black Panther wahrlich vor keinem anderen Film verstecken. Auch die Abmischung ist sehr gut, weshalb auch die Dialoge immer glasklar zu verstehen sind.
Insgesamt bekommt man Black Panther also in einer guten technischen Darbietung, wobei das Bild gegenüber dem Sound klar die Nase vorn hat.

Bonusmaterial

Beim Bonusmaterial setzt Disney klar auf „Klasse statt Masse“. So bietet die Blu-ray zum Beispiel den von mir so heiß geliebten Audiokommentar, in dem Regisseur Ryan Coogler und Produktionsdesignerin Hannah Beachler äußerst interessante Fakten zum Film preisgeben. Nicht minder interessant sind auch die vier Featurettes (insgesamt ca. 25 Minuten) die eine Menge über die Entstehung zeigen, aber auch eine Diskussionsrunde mit den Comicautoren sowie einen Rückblick auf die mittlerweile zehn-jährige Geschichte der Marvel-Filme und deren Zusammenhänge beinhalten. Etwas überholt ist das Featurette über Ant-Man and the Wasp, der ja nun bekanntermaßen schon im Kino läuft. Interessanter sind da die Pannen beim Dreh (1.38 Minuten) und vier zusätzlichen Szenen (ca. 7 Minuten) zu Black Panther.
Insgesamt also kein riesiges, aber dafür ein, bis auf eine einzige Ausnahme, sehr interessantes Bonusmaterial, das jeden Black Panther- und Marvel-Fan begeistert.


Fazit:
Als Statement ist Black Panther sicherlich einer der wichtigsten Filme der letzten Jahre. Wenn man das aber einmal außen vor lässt, bleibt ein zwar guter, aber eben nicht überragender Superheldenfilm, der in erster Linie durch seine tolle Optik überzeugt. Rein von der Story gibt es nämlich doch einige Dinge, die etwas unlogisch erscheinen.
Die Blu-ray selber weiß ebenfalls durch ihre Optik zu gefallen. Beim Sound stört allerdings die etwas zu zarte Synchronstimme. Nichtsdestotrotz ist Black Panther auf Blu-ray absolut sehenswert und für jeden Marvel-Fan ohnehin ein absolutes Muss!


Originaltitel: Black Panther
Darsteller: Andy Serkis, Angela Bassett, Chadwick Boseman, Danai Gurira, Daniel Kaluuya, Forest Whitaker, Letitia Wright, Lupita Nyong'o, Martin Freeman, Michael B. Jordan, Sterling K. Brown, Winston Duke
Regisseur(e): Ryan Coogler
Veröffentlichung: 19. Juli 2018
Studio/Verleih: Walt Disney Studios Home Entertainment
Spieldauer: 134 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren  

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Black Panther zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es ab 12,99 Euro auf DVD, Blu-ray, 4K Blu-ray.
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Special vom: 09.08.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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