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Let's Watch: Kung Fu Yoga – Der goldene Arm der Götter
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Kung_Fu_Yoga_CoverIn der Actionkomödie Kung Fu Yoga – Der goldene Arm der Götter, die seit ein paar Wochen auf DVD und Blu-ray erhältlich ist, werden nicht nur chinesische und indische Traditionen vermischt, sie zeigt auch das Jackie Chan selbst mit 63 Jahren noch topfit ist.

Eine sagenumwobene Legende führt Chinas größten Archäologen Professor Chan zu seinem größten Abenteuer!
Verfolgt vom einem skrupellosen Anführer einer Rebellengruppe bricht er nach Tibet auf, von wo ihm seine mit spektakulären Stunts gespickte Schatzsuche über Dubai bis nach Indien führt.  Bevor er den Schatz von Magadha bekommt, muss sich Professor Chan mit atemberaubenden Kung Fu und Yoga vor seinen Widersachern schützen!

Filmkritik

Jackie Chan und Regisseur Stanley Tong haben eine lebhafte gemeinsame Vergangenheit. Angefangen hat alles 1992 als sie den Film Police Story 3 – Supercop zusammen gedreht haben. Drei Jahre später fanden die beiden wieder zusammen, diesmal um Rumble in the Bronx zu drehen. Bis zu ihrer nächsten Zusammenarbeit dauerte es einige Jahre. Erst 2005 fanden sie für Der Mythos wieder zusammen. Der Film war leider nicht der erhoffte Hit und so trennten sich wieder ihre Wege – bis 2017. In Kung Fu Yoga – Der goldene Arm der Götter arbeiten die beiden nach zwölf langen Jahren endlich wieder gemeinsam und wollen an die alten Erfolge anknüpfen.
Die Zutaten dazu stimmen auf jeden Fall, denn wie man es von einem Jackie Chan-Film gewohnt ist, bietet der Film wieder einen schönen Mix aus Action, Humor und Kung Fu. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Jackie Chan-Filmen will der Mix diesmal nicht so ganz zünden. Schuld daran ist natürlich vor allem die Story. Der Versuch indisches (Yoga, Bollywood) und chinesisches (Kung Fu) zu vermischen, hat nur im Filmtitel wirklich gut funktioniert. Ansonsten gehen beide Welten weitestgehend nebeneinander her, anstatt tatsächlich miteinander vermixt zu werden. Zudem bietet die Story auch nichts Neues. Eine Jagd nach einem lang verschollenen Schatz, der sich dann in einer Eishöhle befindet, in der natürlich auch prompt der Gegenspieler in Erscheinung tritt, hat man eben schon dutzende Male gesehen. Zumal die Charaktere hier auch nicht stereotypischer sein könnten. Ein Schatzjäger, der Jones heißt und eine Lederjacke trägt? Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen. Leider sind die Darbietungen der Schauspieler auch nicht wesentlich besser als die Rollen in die sie schlüpfen. Bis auf eine Ausnahme – zu der wir gleich kommen – bleiben hier leider so gut wie alle Darsteller sehr blass.
Ein weiterer Punkt, der nicht gerade für den Film spricht, sind die CGI-Tiere. Die sehen allesamt – vorsichtig ausgedrückt – altbacken aus. Das würde nicht weiter stören, wenn sie nur vereinzelt auftauchen, jedoch strotzt Kung Fu Yoga nur so vor Computer-Getier, weshalb man sich immer wieder verwundert die Augen reibt und sich fragt, wie so etwas 2017 noch in einem Film auftauchen kann – zumal dieser mit über 55 Millionen Dollar auch nicht gerade ein schmales Budget hatte.
Obwohl all das bisher genannte nicht gerade für den Film spricht, gibt es doch auch einige Dinge, die ihn wirklich sehenswert machen. Zu aller erst ist hier natürlich Jackie Chan zu nennen - die einzige Ausnahme unter den sonst so blassen Darstellern. Es ist immer wieder eine Freude den Mann bei der Arbeit zuzusehen, nicht nur dass er immer mit viel Spaß bei der Sache ist (wie in den Extras zu sehen ist), er gibt auch immer alles. Während sich andere Schauspieler in seinem Alter darauf beschränken gemächlich durchs Bild zu schlendern und ihre Gegner mit ein paar Waffen niederzustrecken macht Jackie Chan selbst mit nun mehr 63 Lenzen noch immer alle Stunts selber. Zwar sind die Kampfchoreografien mittlerweile nicht mehr ganz so dynamisch wie noch vor 20 Jahren, dennoch steckt er damit auch heute noch jüngere Darsteller locker in die Tasche (wie man auch in diesem Film wieder gut sieht). Zudem ist es schön anzusehen, dass er sich selber nicht zu ernst nimmt – und das, obwohl er ein absoluter Superstar und Oscar-Gewinner ist. Dennoch ist seine Rolle wieder sehr lustig, manchmal sogar tollpatschig.
Es ist aber nicht nur Jackie Chan, der die Action-Komödie durchaus sehenswert macht. Es sind auch die tollen Aufnahmen, die man hier zu sehen bekommt. Die Schauplätze Dubai, Island und Indien bieten wirklich tolle Bilder, die man sich gerne auch zwei oder drei Mal anschaut. Das optische Highlight ist dabei aber Indien, denn hier bekommt man nicht nur tolle Landschaften zu sehen, sondern auch extrem kräftige Farben, die das Bild regelrecht erstrahlen lassen.

Bild & Ton

Leider stand uns für diese Rezension nur die DVD zur Verfügung, doch auch die konnte schon optisch überzeugen. Gerade die kräftigen Farben in den Indien-Szenen sind wunderschön und bringen das Bild zum Erstrahlen. Der Kontrast ist dabei ebenfalls immer gegeben und auch der Schwarzwert kann überzeugen. Die Schärfe und der Detailgrad waren für DVD-Verhältnisse auch sehr gut, wobei ich denke das auf der Blu-ray sicherlich noch mehr Feinheiten zu erkennen sind. Filmkorn oder irgendwelche anderen unschöne Dinge gibt es aber auch bei der DVD nicht zu beklagen.
Der Sound passt sich dem guten Eindruck des Bildes an. Allerdings muss man auch hier als Käufer der DVD-Version ein paar Abstriche in Kauf nehmen. Auf der ist die deutsche Tonspur nämlich in Dolby Digital 5.1 vorhanden, während sie bei der Blu-ray in DTS HD-Master Audio 5.1 vorliegt. Nichtsdestotrotz kann sich auch der Sound der DVD hören lassen. Die Abmischung ist gut gelungen, wodurch nicht nur kräftige Bässe, wie sie zum Beispiel beim Schuss in der Eishöhle zu hören sind, sondern auch ruhigere Töne wie etwa Dialoge stets gut klingen. Der Surround Sound ist ebenfalls gelungen: Gerade in der ersten Kampfszene des Films wird man dank der gut verteilten Soundkulisse mitten ins Geschehen gesteckt.
Wer lieber die original Tonspur hört, kann dies natürlich auch machen. Allerdings benötigt man neben englischen auch chinesische Kenntnisse, denn ein guter Teil der Dialoge wird eben in Chinesisch geführt.

Bonusmaterial
An Bonusmaterial mangelt es selbst der DVD nicht. Neben gleich mehreren Trailern in Deutsch und Englisch gibt es auch ein 21-minütiges Making of, das einem einen schönen Blick hinter die Kulissen gewährt. Zusätzlich dazu gibt es noch sechs Featurettes. In diesen wird einmal Jackie Chan und dessen Rolle näher beleuchtet, die drei chinesischen und die drei indischen Hauptdarsteller und deren Rollen porträtiert, einige Pannen gezeigt und die langjährige Zusammenarbeit zwischen Jackie Chan und Regisseur Stanley Tong ein wenig aufgearbeitet und anhand von Interviews gezeigt, warum sie so gerne zusammenarbeiten. Das letzte Featurette zeigt zudem noch, mit welchem Eifer Jackie Chan bei der Bollywood-Dance-Szene dabei war und wie schwer es ist, eine solche Szene perfekt hinzubekommen.
Insgesamt ganz ordentliche und vor allem interessante Extras, die den Film, wie ich finde, perfekt abrunden und vor allem zeigen das Jackie Chan, obwohl er ein absoluter Superstar ist, auf dem Boden geblieben und ein total sympathetischer Typ ist, der sich selbst nicht zu ernst nimmt und auch mal den Dreck wegkehrt, wenn es sein muss.


Fazit:
Der Versuch indisches Yoga und Bollywood sowie chinesisches Kung Fu in einem Film zu vermischen, hat nur so semigut funktioniert. Zwar ist die Idee wirklich spannend, aber schlussendlich wirkt es eher so, als ob beides nebeneinander herläuft, anstatt tatsächlich miteinander vermischt zu sein. Hinzukommt eine Story, die man schon dutzende Male gesehen hat, blasse Charaktere und CGI-Tiere, denen man ihre Computer-Herkunft sofort ansieht.
Nichtsdestotrotz ist Kung Fu Yoga – Der goldene Arm der Götter, zumindest für Jackie Chan-Fans sehenswert. Der Alt-Meister des Kung Fus läuft hier nämlich noch einmal auf Hochtouren und zeigt einmal mehr, dass er es noch immer drauf hat – da können sich wesentlich jüngere noch locker eine Scheibe von Abschneiden. Für den Kauf der von uns getesteten DVD-Version spricht zudem auch deren sauberes Bild und das tolle Bonusmaterial, das zeigt, was für ein netter Kerl Jackie Chan auch abseits der Kamera ist.


Originaltitel: Gong fu yu jia
Darsteller: Jackie Chan, Disha Patani, Amyra Dastur, Sonu Sood, Tsang Chi-wai, u.a.
Regisseur(e): Stanley Tong
Veröffentlichung: 28. September 2017
Studio/Verleih: Koch Media GmbH
Spieldauer: 107 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Kung Fu Yoga – Der goldene Arm der Götter zu kaufen, kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es dabei ab 12,99 Euro auf DVD und Blu-ray.
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Special vom: 30.10.2017
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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