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Kurz vorgestellt: Hardcore
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Hardcore_CoverDass Spiele wie Filme wirken wollen, gehört zur Normalität. Doch dass Filme wie Spiele aussehen wollen, das ist doch etwas ganz Neues. Doch genau das möchte Hardcore, der seit dem 09.09. als DVD und Blu-ray im Handel ist, sein: ein zum Film gewordener Ego-Shooter.

Wir schlüpfen dabei in die Haut von Henry. Der lebt im Moskau der nahen Zukunft und ist eigentlich mehr tot als lebendig. Doch dank seiner liebreizenden Frau Estelle (Haley Bennett) ist er wieder unter den Lebenden, obwohl er sowohl Arme als auch Beine eingebüßt hat.
Durch eine experimentelle Operation hilft ihm seine Frau aber auch hier und er erhält durch sie kybernetische Ersatzgliedmaßen, die ihn zu einem schnelleren und kräftigeren Cyborg-ähnlichen Geschöpf machen. Diese besonderen Kräfte muss er auch direkt nutzen, denn während ihm seine Frau gerade noch den Stimmengenerator aktivieren will, wird diese vom psychopathischen und telekinetisch begabten kriminellen Akan (gespielt vom hierzulande eher unbekannten Danila Kozlovsky) entführt. Natürlich kann das Henry nicht auf sich sitzen lassen und macht sich sofort auf, seine Liebste zu befreien. Was folgt, ist eine wilde Verfolgungsjagd durch ganz Moskau, die in Sachen schwarzem Humor und vor allem Brutalität selbst einen Film wie "Crank" wie einen netten Sonntagnachmittagsspaziergang wirken lässt.

Die ohnehin blass bleibende Story rückt aber schnell in den Hintergrund. Das eigentliche Highlight von Hardcore, oder Harcore Henry, wie er in den USA hieß, ist die Kameraperspektive, denn Produzent Timur Bekmambetov (Wächter der Nacht, Wanted, Ben Hur) und Regisseur Ilya Naishuller (hat bisher in erster Linie Musikvideos gemacht) haben den gesamten Film aus der Ich-Perspektive gedreht. Um dies zu ermöglichen, wurden viele Szenen mit GoPro-Kameras aufgenommen, was der Qualität aber keinen Abbruch tut. Herausgekommen ist am Schluss ein besonders intensives Film-Erlebnis, das einen das Geschehen beinahe so spüren lässt, als ob man es selber erleben würde.
Allerdings hat diese ungewöhnliche Perspektive auch einen Nachteil. Wer nicht gerade regelmäßig Ego-Shooter spielt und deswegen an diese Kameraperspektive gewohnt ist, dem könnte es unter Umständen während der rasanten Actionszenen, und von denen gibt es während der rund 90 Minuten mehr als genug, schnell schlecht werden.
Und wenn einem nicht aufgrund der ungewöhnlichen Perspektive schlecht wird, dann vielleicht wegen etwas anderem. Hardcore macht seinem Namen nämlich wahrlich alle Ehre. Einen so brutalen Film habe ich selten gesehen. Leute mit schwachem Magen sollten sich deswegen zweimal überlegen, ob sie sich diesen Blutrausch wirklich antun wollen.
Allerdings würde man dann auch die Leistungen des Casts versäumen, was ehrlich gesagt sehr schade wäre, denn anders als in Actionfilmen sonst üblich haben die Schauspieler ihre Sache hier sehr ordentlich gemacht. Abgesehen vom Hauptdarsteller, der wegen der Perspektive weniger durch seine Schauspielerei als durch seine Sportlichkeit (so viel springen, hechten und rennen sieht man die Hauptfigur in einem Film sonst nur sehr selten) beeindruckt, gibt es eigentlich niemanden, der negativ auffällt. Herausragend ist allerdings Sharlto Copley (vielen wohl aus District 9 bekannt, er hat aber u.a. auch in Maleficent – Die dunkle Fee und Elysium mitgemacht), der gleich in mehreren Rollen zu sehen ist. Sogar Hollywood-Star Tim Roth (u.a. Lie to Me, The Hateful 8) ist in einer kleinen Rolle zu sehen. Ein wahrer Augenschmaus ist zudem Haley Bennett (Die glorreichen Sieben, The Equalizer). Schon allein um sie zu sehen, lohnt sich der Kauf.

Fazit:

Hardcore ist ein zum Film gewordener Ego-Shooter, der einen eine ganz neue Filmerfahrung erleben lässt. So nah wie hier war man bisher noch nie an der Action dran. Dass die Story sich dabei auch eher auf unterem Ego-Shooter-Niveau befindet, ist zu verkraften. Das Ausmaß an Brutalität ist allerdings fragwürdig. In dieser Hinsicht lässt Hardcore nämlich jeden Ego-Shooter locker hinter sich. Wenn ein Spiel auch nur ansatzweise das zeigen würde, was dieser Film zeigt, würde es mit großer Wahrscheinlichkeit hierzulande nicht erscheinen.
Nichtsdestotrotz ist Hardcore ein einzigartiges Filmerlebnis, das besonders Freunde von Ego-Shootern vollends begeistern wird.


Wer jetzt Interesse daran hat, sich Hardcore zu kaufen, kann dies u.a. bei Amazon machen. Hardcore gibt es dabei entweder auf Blu-ray (wahlweise in der 1-Disc-, 1-DiscSteelbook, oder in der 3-Disc-Edition) oder DVD ab 14,99 Euro.
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Special vom: 08.09.2016
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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