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Stromausfall - Verteidiger der Oberwelt 1: Die Schlacht von Zombie Hill
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die_schlacht_von_zombie_hill_coverWenn es in Sachen Gaming-Romane in letzter Zeit irgendeinen Trend zu vermelden gab, dann wohl den der Minecraft-Romane. Gefühlt jede Woche erscheint ein neuer "Roman für Minecrafter". Kein Wunder also, dass auch dieses Stromausfall-Special scheinbar zur Hälfte aus solchen Romanen besteht und es kommen immer neue hinzu. So auch in diesem Teil, in dem wir euch den ersten Teil von Nancy Osa's Verteidiger der Oberwelt-Reihe vorstellen wollen.

In Verteidiger der Oberwelt 1: Die Schlacht von Zombie Hill geht es um Rob, der sich gerade auf dem Heimflug zur Farm seiner Familie befindet. Dort kommt er aber leider nicht an, denn über dem Ozean stürzt das Flugzeug ab und Rob muss um sein Leben schwimmen. Mit letzter Kraft erreicht er einen Strand in einer ihm völlig unbekannten Gegend. Obwohl es so erscheint, als sei er dort alleine, trifft er schon bald auf Frida, die die einzige Bewohnerin dieses Küstenabschnittes zu sein scheint. Mit ihrer Hilfe lernt Rob, der vorher nie auch nur in einer vergleichbaren Situation war, wie er überhaupt in der Wildnis überlebt. Wie sich zeigt, ist dies auch dringend nötig, denn der mysteriöse Dr. Dirt hat unweit von Rob eine ganze Armee von Skeletten erschaffen, um damit die Oberwelt zu unterwerfen. Wenn Rob seine Familie je wiedersehen will, bleibt ihm also nichts anderes übrig, als sich dem Kampf zu stellen. Da er sich als Farmer und Pferdezüchter mit Pferden auskennt, wird er Anführer einer berittenen Truppe von wackeren Abenteurern, denen er auf seiner Reise, zurück zur Farm, begegnet. Doch wie es nicht anders sein kann, hat Dr. Dirt noch eine ganz besonders böse Überraschung für Rob und seine tapferen Freunde parat ...

Leseprobe:

Gerade noch hatte Rob an Bord des Flugzeugs ein Magazin durchgeblättert, froh, endlich nach Hause zu seiner Ranch zurückzukehren – und plötzlich fiel er ins Bodenlose. Irgendetwas war mit diesem Flugzeug ganz und gar nicht in Ordnung. Aber wo befand er sich?
Und wo waren die anderen Passagiere?
Obwohl er noch nie aus einer Höhe von fast zehn Kilometern gefallen war, wusste er, dass genau dies gerade passierte.
Ich sollte mich mehr fürchten, dachte er bei sich, während er durch die Wolkentupfer gen Boden rauschte. Das Land unter ihm entfaltete sich vor seinen Augen wie eine Karte: blaues Wasser vor weißem Sand, ein Streifen mit grünen Bäumen. Und in der Ferne weite grüne Wiesen, hier und da unterbrochen von Felsformationen. Sein Gesicht wurde feucht, als er ein Gewitter streifte, und trocknete sofort wieder, während er weiter durch die Atmosphäre fiel und der sich immer deutlicher abzeichnenden Landschaft näher kam. Er erkannte, dass er ins Meer stürzen würde.
Plötzlich traf ihn die lähmende Angst wie ein Messerstich. Die Schwerkraft zog seinen Körper mit einer Geschwindigkeit hinab, die er nie zuvor erlebt hatte, nicht einmal im schnellsten Galopp. Seine verzweifelten Schreie verhallten in der Luft, denn außer ihm war niemand hier, der sie hören konnte. Während sich der wogende blaue Grund unter ihm hob, um ihn zu verschlingen, fühlte Rob das allumfassende Klatschen mehr, als dass er es hörte. Weiter und weiter hinab zog es ihn, und ihm schoss dieser eine letzte, wenn auch nutzlose Gedanke durch den Kopf: Reisen wird überbewertet

Unglaubliche Angst, der Aufprall und plötzlicher Sauerstoffmangel hatten Rob bewusstlos zurückgelassen, aber das konnte noch nicht lange her sein. Denn als er langsam wieder zu Sinnen kam, befand er sich immer noch unter Wasser und war überrascht, dass er noch lebte. Der Schock trieb das Leben in seine Arme und Beine, und er begann sich strampelnd und fuchtelnd einen Weg zurück an die Oberfläche zu bahnen. Irgendetwas streifte seine Brust, und er spürte, wie ein langer, glitschiger Körper vorbeizog. Was zum Henker war das?, fragte er sich und beantwortete dann seine eigene Frage mit einer vagen Erinnerung an den Biologieunterricht: ein Tintenfisch!
Im nächsten Moment erreichte er die Wasseroberfläche, wo er immer wieder husten musste, während er gierig die Luft einsog. Aber er konnte nicht innehalten, um sich aufs Atmen zu konzentrieren, denn sobald er aufhörte, Wasser zu treten, sank er wieder hinab. Instinktiv schwamm er vorwärts und atmete abgehackt weiter, bis sein Herz sich nicht mehr anfühlte wie ein explodierender Felsbrocken. Mit tränenden Augen blickte er sich um, erspähte aber nichts als das wogende Meer. Er hatte die Wahl: in Panik verfallen oder ruhig bleiben. Er dachte an die schlimmste Klemme, in der er sich je befunden hatte – als er auf einem bockenden Wildpferd durch ein Klapperschlangen-Nest ritt – und beschloss, das zu tun, was er damals getan hatte. Bleib einfach am Leben, sagte er sich. Und konzentriere dich auf deine aktuelle Aufgabe.
Rob drehte sich auf den Rücken, erfasste die Position der Sonne am Himmel und entschied sich dann, so lange in die andere Richtung zu schwimmen, bis er auf Hilfe stoßen würde. Er hatte seinen Cowboyhut und die Stiefel eingebüßt, trug aber nach wie vor Hose, Hemd und Weste, die nun an seinem Körper klebten. Komisch, das Wasser fühlt sich warm an. Obwohl, nein, nur … nicht kalt. Wenigstens würde er hier nicht erfrieren. Er schwamm weiter durch die lauwarmen Wellen, immer mit der Sonne im Rücken, die inzwischen ihren Zenit überschritten hatte. Minute für Minute quälte er sich vorwärts. Immer wieder drehte er sich auf den Rücken und zählte bis zehn, um sich dann langsam weiter vorzuarbeiten. Aber weiter wohin? Gibt es denn ein Ziel?
Er fragte sich, ob es in dieser Version der Welt wohl Haie, Stachelrochen oder andere gefährliche Tiere gab. Konnte er hier überhaupt auf trockenes Land, ein Boot oder irgendeine Rettung hoffen?
Eines hatten ihn die Ereignisse der letzten Stunden gelehrt: Wenn er wissen wollte, was ihn erwartete, musste er weiterschwimmen.


Soweit unterscheidet sich Die Schlacht von Zombie Hill also kaum von anderen Minecraft-Romanen. Doch der Schein trügt, denn dieser Roman hat doch einige Besonderheiten aufzuweisen. Klar ist sich Rob bewusst, dass er in der Welt von Minecraft lebt und alles eckig ist, neu ist allerdings, dass die Charaktere wie im Spiel auch über eine Hunger- und Lebensleiste verfügen und respawnen können. Leider ist dieses Konzept aber nicht vollends durchgezogen worden. Aus irgendeinem Grund können die Bösen nämlich durchaus sterben. Außerdem gibt es eine Szene, in der um eine Heldin getrauert wird, obwohl sie ja eh wieder respawnt.
Jüngeren Lesern, für die auch dieser Roman wieder gedacht ist, werden diese seltsamen Logikfehler vielleicht gar nicht auffallen, so dass zumindest sie wieder viel Spaß mit dem Abenteuer haben werden. Dazu gehört übrigens auch ein handfester Cliffhanger.

Fazit:

Verteidiger der Oberwelt 1: Die Schlacht von Zombie Hill ist leider einer der schwächeren „Romane für Minecrafter“. Das liegt aber weniger an der Geschichte, die hier erzählt wird, sondern vielmehr an der inkonsequenten Ausführung mancher Sachen. Warum können Böse sterben und Gute respawnen? Und warum wird um eine Heldin getrauert, die ohnehin wiederauferstehen kann?
Kinder und Jugendliche, für die dieser Roman gedacht ist, werden diese Fehler höchstwahrscheinlich aber gar nicht bemerken und wohl dennoch ihren Spaß an Verteidiger der Oberwelt 1: Die Schlacht von Zombie Hill haben.

Zu erwerben gibt es Verteidiger der Oberwelt 1: Die Schlacht von Zombie Hill für 9.99€ bei Amazon (bzw. 7.99€ als eBook), direkt bei Panini oder im Buchhandel.


Special vom: 11.04.2016
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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