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Stromausfall - Borderlands: Unbesiegbar
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Borderlands: Unbesiegbar

Borderlands_Unbesiegbar_CoverDas Borderlands-Universum bietet eigentlich alles, was sich ein Schriftsteller wünschen kann: eine futuristische Welt, jede Menge Action und reichlich Humor. Alles Zutaten die perfekt für Romane in dieser Welt geschaffen sind. Dies hat sich auch 2K bzw. John Shirley gedacht und mit Borderlands: Unbesiegbar bereits seinen zweiten Borderlands-Roman verfasst.

Das gerade Shirley ausgesucht wurde um die Welt von Borderlands nun bereits zum zweiten Mal in einem Roman zu verarbeiten, dürfte wohl kein Zufall gewesen sein. John Shirley, geboren 1953 in Houston, Texas, gilt nämlich als einer der besten Science-Fiction-Autoren und als einer der ersten Autoren des Cyberpunks. Seine A Song Called Youth-Trilogie (in Deutschland als Eclipse erschienen) gilt noch heute als eines der besten Bücher in diesem Genre.

In Borderlands: Unbesiegbar konnte er diese Erfahrung ungestört einfließen lassen, denn an eine großartige Vorgeschichte musste er sich nicht halten. Der Roman ist völlig eigenständig und erzählt eine ganz neue Geschichte, die man in den Spielen so nie gesehen hat.
In Borderlands: Unbesiegbar geht es, wie der Name schon verrät um die Borderlands, die, wie es eigentlich jedem auf Pandora längst klar ist, unbesiegbar sind. Nur eine interessiert das wohl gar nicht - die irre Göttin Gynella. Die hat sich nämlich mit Hilfe der dunklen Wissenschaften des niederträchtigen Dr. Vialles eine Armee von Banditen und Wahnsinnigen bemächtigt und bläst nun zum Angriff auf die Borderlands.

Die einzigen, die sich ihr in den Weg stellen, sind vier Leute:
Zum einem wäre das Daphne. Unter dem Namen Kuller the Killer war sie einst die beste Attentäterin der Galaxis – bis zu ihrem unfreiwilligen Ruhestand.
Nummer Zwei ist Roland, der als einer der zähesten Krieger Pandoras gilt.
Der dritte im Bunde ist Mordecai, der ein begnadeter Scharfschütze ist und es mit den besten Scharfschützen in mindestens vier Sonnensystemen aufnehmen kann.
Vervollständigt wird das Quartett von Brick. Brick ist einfach gewaltig und sieht aus wie ein wandelnder Berg aus stahlharten Muskeln.
Diese vier wollen also Gynella stoppen. Doch schaffen sie das wirklich? Können sie die Pläne der Göttin vereiteln? An Feuer- und Schlagkraft sollte es ihnen zumindest nicht mangeln. Doch umso sehr müssen sie sich auf den göttlichen Zorn von Gynella gefasst machen.

Das Shirley weiß, wie das Genre funktioniert, merkt man von der ersten Sekunde an. Er beschreibt hier eine Welt, die so dreckig und abgewrackt ist, dass man den Staub beinahe spürt und man sich auch sofort in die Videospiele versetzt fühlt.
Und auch wie er die Hauptprotagonisten in die Geschichte einfließen lässt, ist wirklich gelungen.
Was er leider hingegen gar nicht geschafft hat, ist den Humor den die Borderlands-Videospiele immer ausgemacht haben, rüberzubringen. Ab und zu gibt es mal einen Scherz. Wirklich witzig sind die aber nicht. Das ist wirklich sehr bedauerlich, denn gerade der Humor war es doch, den man in Borderlands immer so geschätzt hat.
Was man hingegen zu Genüge zu lesen bekommt sind Kämpfe. Davon gibt es vor allem ab dem zweiten Drittel so viele, dass man sich über jede Atempause freut. Im Videospiel mag dieses Konzept aufgehen, jedoch handelt es sich hierbei eben um einen Roman. Und genau da gibt es doch irgendwann eine Grenze. Denn im Gegensatz zum Spiel gleichen sich die hier beschriebenen Kämpfe doch immer sehr stark, was einen mitunter die Freude am Lesen nehmen kann.
Ganz zum Schluss schafft es der Autor dann aber doch endlich, wieder ein paar interessante Abschnitte zu integrieren, so dass man zumindest nicht ganz enttäuscht das Buch schließt.

Leseprobe

„Lady, ich bring Sie ins gute alte Fyrestone, so schnell ich kann“, sagte Marcus, wobei er im Rückspiegel des Busses die Frau betrachtete, die ein paar Sitzreihen hinter ihm saß. Während er mit dem Finger auf das Lenkrad trommelte, sinnierte er über die Situation: Sie standen auf der Rollbahn des Raumhafens, ungefähr eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang, und warteten noch immer auf einen Bericht über die Banditen. Ein Claptrap-Roboter hockte auf einem der hinteren Sitze, wo er vor sich hin murmelte und klapperte; abgesehen von der Maschine und der Frau hatte Marcus bislang keine Passagiere. „Ich hab ´ne Warnung über so ´ne Bande von ziemlich bösartigen Psycho-Banditen reinbekommen“, fuhr er fort. „So ´ne neue Gruppe, die sich gerade erst in der Region um Fyrestone breitgemacht hat. Haben sich aus dem Arid Lands hierher verirrt. So ´nen üblen Haufen gab’s in der Gegend schon länger nicht mehr. Am Schwarzen Brett hängen einige Missionen, sie auszuschalten, aber noch hat keiner die Nerven dafür gehabt. Ich würd’s ja selbst erledigen, aber ich komm langsam in die Jahre, und …“ Er tätschelte  seine Fassbauch. „Ich kann mich nicht mehr so schnell bewegen. Also fahre ich den Bus und verkaufe anderen Leuten Waffen, damit sie den Job erledigen können.“
 „Das ist alles wirklich … faszinierend“, meinet die Frau und unverhohlenem Sarkasmus. „Aber wann fahren wir? Es wird schon bald dunkel, und ich würde gerne vorher in Fyrestone sein.“
„Sobald ich Bescheid krieg, dass die Luft rein ist, sind wir unterwegs. Aber das wird keine gemütliche Fahrt. Wir müssen dieses Territorium durchqueren, so shcnell es geht.“
Marcus überprüfte den Kommunikator an seinem Handgelenk; es gab keine verpassten Anrufe, keien Textnachrichten, keinen Bericht übder diese Banditen. Vielleicht war das ECHO-Netz indem er das Textsymbol drückte, und … ja. Es sah ganz so aus, als wäre das verfluchte Netz schon wieder lahmgelegt. Vielleicht hatten die Banditen auf der Suche nach Schrottmetall einen Übertragungsturm zerlegt.
„Ich frage mich, warum es hier keinen Hopper am Raumhafen gibt“, meinet die Frau, „anstelle von diesem Bus.“ Ihre Stimme war seidig weich, aber bei allem, was sie sagte, schwang ein gefährlicher, warnender Unterton mit. Etwas Subtiles, das ausdrückte: Legt euch nicht mit mir an! Gleichzeitig wohnte ihr eine Ruhe inne, als wäre sie jederzeit auf alles vorbereitet und könnte sich deshalb entspannen. Das sprach für eine professionelle Kämpferin, jemand, der auf sich aufpassen konnte. Zudem hatte Marcus gesehen, wie sie eine hochwertige Pistole aus ihrem Gepäck genommen und in ihr Holster gesteckt hatte, kurz bevor sie an Bord seines Busses geklettert war.

Fazit:
stefan2Borderlands: Unbesiegbar besitzt wirklich gute Ansätze. Vor allem wie Shirley die Welt beschreibt, dürfte jedem Borderlands-Fan eine wahre Freude sein. Der Rest kann aber leider nicht mehr so überzeugen. Vor allem ab dem zweiten Drittel wird aus der eigentlich ordentlichen Geschichte eine wahre Kampf-Orgie, die mit ihrer Eintönigkeit selbst den größten Baller-Fan irgendwann zu langweilig werden dürfte. Und was ist mit dem Borderlands-typischen Humor? Den sucht man (beinahe) völlig vergebens. Bis auf ein paar wenige Ausnahmen schafft es der Autor diesen für die Videospielreihe so wichtigen Punkt gar nicht rüberzubringen. So fehlt dem Roman natürlich auch ein wichtiger Bestandteil, den sich Fans der Serie sicherlich erhofft haben. Und wem soll man Borderlands: Unbesiegbar so nun empfehlen? Nun ja, es gibt da draußen sicherlich genügend Lesewillige die auf reichlich Action stehen – und genau die dürften an Borderlands: Unbesiegbar sicherlich ihren Spaß haben.

Borderlands: Unbesiegbar  findet ihr hier bei Amazon, direkt bei Panini oder im gut sortierten Buchhandel.

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Special vom: 03.10.2014
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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