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Stromausfall - Total War Rome: Zerstört Karthago
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Total War Rome: Zerstört Karthago

RomeUnglaublich aber wahr, Total War Rome: Zerstört Karthago ist der erste Roman zur berühmten und seit Jahren beliebten Strategiereihe Total War.
Warum es so lange gedauert hat, bis diese grandiose Spielereihe ihren ersten Roman erhalten hat, weiß ich nicht genau. An Gelegenheiten kann es zumindest nicht gemangelt haben, denn wer die Total-War-Spiele kennt, wird wissen, dass das Setting schon immer guten Stoff für einen Roman abgegeben hätte.
Vielleicht hat man auch einfach nur auf den richtigen Autor für den ersten Roman gewartet. Schließlich kann man bei einem offiziellen Roman zu einer Spieleserie, die in historischer Zeit angesiedelt ist, nicht irgendjemanden dransetzen, der keine Ahnung davon hat was er über diese Zeit schreiben soll.

Wenn man diese Denkweise wählt, hat sich das Warten auf den ersten Total-War-Roman gelohnt. Mit David Gibbins hat man nämlich einen Autor gefunden, der sehr wohl weiß, worüber er schreibt bzw. was er schreiben soll. Der 1962 in Saskatoon, Kanada geborene Gibbins ist nämlich nicht nur ein erfolgreicher Fiction-Autor, der mit seiner Jack-Howard-Reihe oft in den internationalen Bestseller-Listen (u.a. London Sunday Times und New York Times) vertreten war (und rund drei Millionen Exemplare dieser Reihe verkauft hat), sondern auch noch studierter Archäologe.
Bevor er hauptberuflich Autor wurde, hatte er seit 1999 sogar den Lehrstuhl für Nautische Archäologie an der University of Texas, wo er sich schließlich auf das Thema "Maritime Archäologie" spezialisierte und mehrere Expeditionen im Mittelmeergebiet, vor allem vor den Küsten Siziliens und vor dem türkischen Schwarzmeer, leitete. Vor der Küste Tunesiens leitete er zudem mit Unterstützung verschiedener wissenschaftlicher Einrichtungen einige Unterwasserexpeditionen, wo nach Überresten von Karthago gesucht wurde. Die Ergebnisse dieser Expeditionen veröffentlichte er in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen, die ihm hohes Ansehen in den Fachkreisen verschaffte.

David Gibbins weiß also genau, worüber er zu schreiben hat, und so ist es auch wenig verwunderlich, dass sich seine Geschichte, die er in Total War Rome: Zerstört Karthago erzählt, von den üblichen Romanen zu Spielereihen unterscheidet. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern zu Spielen wirkt Total War Rome: Zerstört Karthago nämlich nicht wie eine fiktionale Story, sondern sie könnte genauso gut auch aus einem Geschichtsbuch stammen. Gibbins nutzt in seinem Roman nämlich nicht nur viele historisch korrekte Begriffe (die in der Einführung auch genauestens erklärt werden) sondern auch zahlreiche historisch dokumentierte Personen, wie etwa Lucius Aemillius Paullus Macedonius (römischer Feldherr und Politiker), Perseus (letzter König von Makedonien) oder Masinissa (erster König von Numidien, dessen Konflikt mit Karthago zum dritten Punischen Krieg führte), die natürlich auch alle in der Einführung vorgestellt werden.
Der eigentliche Held des Buchs ist aber eine fiktive Person.

Total War Rome: Zerstört Karthago erzählt nämlich die Geschichte des römischen Legionärs und Zenturios Fabius Petronius Secundus und seinem Aufstieg zur Macht. Beginnend mit seiner ersten Schlacht gegen die Mazedonier, die das Schicksal Alexanders des Großen besiegelte, bis hin zum großen Krieg in Nordafrika und der Belagerung Karthagos bekommt man hier alle großen Kämpfe und Erfolge von Fabius geschildert.

Durch die vielen Erfolge in den Schlachten genießt Fabius schon bald viel Bewunderung und Respekt aus den höchsten Kreisen Roms. Allerdings kann sich nicht jeder über Fabius‘ steilen Aufstieg erfreuen, und so begegnen ihm auch mindestens genauso viel Neid, Intrigen, Missgunst und Intrigen – was dazu führt, dass selbst enge Freunde nicht selten zu erbitternden Feinden werden.
Zudem gibt es auch noch eine gewisse Julia, die Mitglied der Cäsaren-Familie ist. Welche Rolle Julia genau im Leben von Fabius spielt, wird an dieser Stelle aber nicht verraten. Man kann aber sicher sein, dass es durch sie zu spannenden Momenten kommt. Das gilt aber im Prinzip für den ganzen Roman. Aus all dem eben erwähnten erschafft David Gibbins nämlich eine Story, die spannend und fesselnd zugleich ist, so dass sich am Ende nicht nur Fabius sondern auch der Leser fragt, wie viel er (Fabius) bereit ist, für seine Vision Roms zu opfern.

Leseprobe

Auf der Ebene von Pydna, Makedonien, 168 v. Chr.

Fabius Petronius Secundus nahm seine Legionärsstandarte zur Hand und ließ den Blick über die weite Ebene bis hinunter zum Meer schweifen. Hinter ihm lagen die Gebirgsausläufer, wo die Armee in der vergangenen Nacht gelagert hatte, und dahinter die Hänge, die zum Olymp empor führten, dem Wohnsitz der Götter. Vor drei Tagen waren er und Scipio dort hinaufgestiegen, hatten darum gewetteifert, wer den Gipfel als Erster erreichen würde, von Aufregung erfüllt ob der Aussicht auf ihre erste Schlacht. Vom schneebedeckten Gipfel aus hatten sie nach Norden über die Weite Makedoniens geschaut, einst Heimat Alexanders des Großen, und in der Tiefe zu ihren Füßen hatten sie gesehen, wo Alexanders Nachfolger Perseus mit seiner Flotte vor Anker gegangen war und seine Armee formiert hatte, bereit zu einer entscheidenden Konfrontation mit Rom. Dort oben, wo sich das Licht der Sonne auf dem Schnee so grell spiegelte, dass es sie beinahe blind gemacht hatte, wo die Wolken unter ihnen dahin jagten, da hatten sie sich in der Tat fast wie Götter gefühlt, als wäre die Macht Roms, die sie so weit von Italien fortgeführt hatte, nunmehr unanfechtbar und als könnte sich ihrer weiteren Eroberung nichts mehr in den Weg stellen.
Wieder unten und nach einer feuchtkalten, schlaflosen Nacht schien der Gipfel des Olymps weit entfernt. Vor ihnen reihte sich die makedonische Phalanx, über vierzigtausend Mann stark, eine gewaltige, vor Speeren strotzende  Kette, die sich über die gesamte Breite der Ebene zu erstrecken  schien. Er konnte die Thraker sehen, mit ihren schwarzen Tuniken unter den glänzenden Brustpanzern, den blitzenden Schienen an den Beinen und ihren riesigen Eisenschwertern, die sie flach auf der rechten Schulter liegen hatten. In der Mitte der Phalanx befanden sich die Makedonier in goldener Rüstung und scharlachroter Tunika; ihre langen schwarzen Spieße, die Sarissen, schimmerten im Sonnenlicht und ragten so dicht nebeneinander auf, dass sie die Sicht auf alles, was jenseits davon lag, verwehrten. Fabius ließ den Blick an den eigenen Reihen entlangwandern. Zwei Legionen in der Mitte, beiderseits davon die italienischen und griechischen Verbündeten, an den Flanken die Kavallerie, und ganz rechts außen stampften  und trompeteten  zweiundzwanzig Elefanten. Es war eine beeindruckende  Streitmacht, kampferfahren nach Aemilius Paullus langen Feldzügen in Makedonien, nur die frisch eingezogenen Legionäre und jungen Offiziere marschierten erstmals in die Schlacht. Aber ihre Armee war dennoch kleiner als die makedonische, und die Kavallerie zählte weniger Berittene. Ihnen stand ein schwerer Kampf bevor.


Fazit:
stefanDas lange Warten auf den ersten Total-War-Roman hat sich wahrlich gelohnt. David Gibbins erschuf mit Total War Rome: Zerstört Karthago nämlich nicht nur ein für die Fans der Spielereihe spannendes Buch, sondern auch für alle Geschichts-Interessierten einen durchaus lohnenden Roman. Dank Gibbins' Kenntnissen erfährt man in diesem Buch nämlich auch viel über das militärische und das allgemeine Verhalten des alten Roms und Karthagos.

Zu erwerben gibt es Total War Rome: Zerstört Karthago für 14,95 Euro in jedem gut sortierten Buchhandel, bei Amazon oder direkt bei Panini Comics.

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Special vom: 03.11.2013
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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