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Sim Simulator - Teil 18: Rescue 2013 - Helden des Alltags
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Teil 18: Rescue 2013 – Helden des Alltags

Rescue_2013Feuerwehr-Simulationen sind nach Zug und Flugzeug die wohl beliebtesten Simulationen. Kein Wunder also, dass es davon schon eine ganze Reihe gibt. Rescue 2013: Helden des Alltags, das wir im nunmehr 18. Teil unseres SimSimulator-Specials genauer vorstellen, ist aber weitaus mehr als nur ein weiteres dieser Spiele. Ähnlich wie der Skiregion-Simulator, den wir im dritten Teil dieses Specials vorgestellt haben, ist Rescue 2013: Helden des Alltags eine Mischung aus Alltags- und Wirtschafts-Simulation, gepaart mit einem Hauch RPG.

Die Idee zu diesem Spiel hatte das erst Anfang 2012 gegründete, finnische Entwicklerstudio Fragment Production mit Sitz in Tampere. Damit der Simulationsaspekt auch nicht zu kurz kommt, haben sie für ihr Erstlingswerk gut recherchiert und nicht nur Feuerbekämpfungstaktiken, Werkzeuge, Fahrzeuge und andere Ausrüstung nachgeschaut, sondern auch Interviews geführt, finnische und deutsche Feuerwachen besucht und sogar an Übungen der Freiwilligen Feuerwehr teilgenommen.

Bei der grafischen Darstellung der Feuerwehrwagen erkennt man von all der Arbeit leider recht wenig. Die für das Spiel gewählte "Schräg-von-Oben-Perspektive" lässt nämlich nur wenige Details erkennen, so dass man nun nicht genau sagen kann, ob die Rettungs- und Löschwagen tatsächlich wie ihre realen Pendants aussehen. Daran ist aber nicht nur die gewählte Perspektive schuld, denn die gesamte Umgebung wirkt leider ein wenig verwaschen. Im Großen und Ganzen ist die Grafik aber dennoch okay.
Bei der Gestaltung der Missionen hat sich der Aufwand hingegen gelohnt. Denn zumindest auf den ersten Blick spiegeln die Einsätze die Arbeit der Feuerwehr gut wieder und bieten so ziemlich alles, wofür die Feuerwehr auch im realen Leben gerufen wird: Mal muss man nur einen Müllcontainer löschen, ein Haus vor dem Niederbrennen retten und wiederum ein anderes Mal zu einem Unfall fahren und dort Personen aus ihren Autos befreien und notärztlich versorgen.



So abwechslungsreich wie sich die Missionen anhören, gestalten sie sich schlussendlich aber leider nicht. Denn das Gameplay und der Ablauf sind immer der gleiche, egal welche Aufgabe ansteht. Zunächst einmal muss man die Männer aussuchen, die mit zum Einsatz sollen. Wenn dies geschafft ist, lotst man den Feuerwehrwagen mit ein paar Mausklicks (selber fahren darf man leider nicht) zum Ort des Geschehens, wo anschließend Micromanagement-Fähigkeiten gefragt sind. Man kann seine Männer nämlich nicht einfach anweisen das Feuer zu löschen. Nein, genau wie im hier ebenfalls vorgestellten THW-Simulator möchte auch hier jeder einzelne Mann jeden einzelnen Schritt, und sei er noch so klein, genau befehligt bekommen. Um ein Feuer mit einem Schlauch zu löschen, sind darum auch nicht weniger als sechs Schritte notwendig (1. die Herren aus dem Wagen holen, 2. Einen davon befehligen den Verteilerschlauch zu nehmen und ihn 3. an den Wagen oder einen Hydranten anzuschließen. 4. einen anderen den richtigen Löschschlauch aus dem Wagen nehmen lassen, ihn 5. an den Verteilerschlauch anschließen und ihn dann 6. endlich das Feuer löschen lassen). Wenn dies einwandfrei funktionieren würde, wäre das ja eigentlich ganz in Ordnung. Nur leider muss man zwischendurch immer wieder Zwischenklicks einlegen, weil entweder ein Befehl gar nicht ausgeführt wurde oder einer der Herrschaften an irgendeinem Objekt hängengeblieben ist oder sie sich gegenseitig im Weg stehen. Und so wird aus einem eigentlich harmlosen Einsatz eine wahre Klickorgie. Und als ob das noch nicht genug wäre, um einen schier in den Wahnsinn zu treiben, hängt einem zusätzlich auch noch permanent ein eng bemessener Timer im Nacken, der jede Mission zu einem wahren Wettlauf macht - den man leider sehr oft verliert.

Wesentlich ruhiger geht es im zweiten Teil des Spiels zu. Wenn man nicht den Alarm-Knopf drückt und sich so für Einsätze zur Verfügung stellt, kümmert man sich nämlich in aller Ruhe und in einer Art Management-Stil um seine Feuerwache. Dazu gehört nicht nur der Kauf von neuen Gerätschaften, Ausrüstungen und Fahrzeugen, auch das Einstellen neuer Feuerwehrmänner muss gemanagt werden.

Einfach auf Teufel komm raus sollte man seine Männer aber nicht einstellen. Denn erstens kosten sie je nach Rang unterschiedlich viel, und zweitens verfügt jeder Feuerwehrmann über spezielle Eigenschaften, die ihn geeigneter oder eben ungeeigneter für den Job machen. Wenn man sich dann irgendwann für die richtigen Leute entschieden hat, wollen sie natürlich auch beschäftigt werden. Dies kann z.B. mit Fitness oder Freizeitbeschäftigungen passieren (wenn man denn schon genug Geld verdient hat, um sich einen Fitness- bzw. Freizeitraum für seine Feuerwache leisten zu können) oder auch durch Essen. All dies sind aber nicht nur Beschäftigungstherapien um die Zeit bis zum nächsten Einsatz tot zu schlagen. Sie haben auch einen ganz praktischen Aspekt. Denn durch Fitness, Essen, etc. erhöht man die Moral seiner Truppe. Und die ist für einen Feuerwehrmann mindestens genauso wichtig ist wie seine Ausrüstung (die natürlich auch gepflegt werden kann). Denn wenn jemand eine niedrige Moral hat, besteht ein erhöhtes Risiko, dass derjenige im nächsten Einsatz Fehler macht - zumindest theoretisch. In der Praxis konnte ich persönlich nämlich keinen Unterschied zwischen Leuten mit hoher und niedriger Moral ausmachen. Dennoch ist es schön, dass die Entwickler auch auf solche kleinen Dinge geachtet haben. Da hat sich die ganze Mühe mit den Interviews tatsächlich gelohnt.

Doch obwohl dies wirklich lobenswert ist, bleibt dennoch das große Problem, dass man in den Einsätzen unnötig oft rumklicken muss, bis endlich mal was Sichtbares passiert. Aus diesem Grund kann ich Rescue 2013: Helden des Alltags leider auch nur all denjenigen empfehlen, die eine hohe Frustgrenze und vor allem keinen Hang zu Sehnenscheidenentzündungen haben. Wenn man diese beiden Punkte erfüllt und zudem Spaß daran hat, den Feuerwehralltag mal aus einer etwas anderen Perspektive mitzuerleben als bei den meisten anderen Feuerwehr-Simulationen, für den dürfte Rescue 2013: Helden des Alltags aber dennoch durchaus interessant sein. Denn gute Ansätze hat das Spiel durchaus.

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Special vom: 16.06.2013
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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