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Sniper Ghost Warrior Contracts

Entwickler: CI Games
Publisher: CI Games

Genre: Action
USK Freigabe: keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 29,99 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
sniper_contracts_banner

Nach dem eher durchwachsenen Sniper Ghost Warrior 3, versucht CI Games die alten Fans wieder auf ihre Seite zu ziehen. Zu diesem Zweck hat man sich in Sniper Ghost Warrior Contracts nicht nur auf alte Tugenden besonnen, sondern bringt das Ganze auch noch für kleines Geld heraus.
Die Absichten sind also durchaus da, doch wie der Test zeigt, hapert es dann doch an der Ausführung.

Meinung:

Wer Sniper Ghost Warrior 3 gespielt hat, wird wissen, dass es einige Macken hatte. Das größte Problem war aber wohl der Versuch der Entwickler, das Spiel in eine Open World zu verfrachten. Dies funktionierte aber leider mal so gar nicht, weshalb es dafür von Spielern und Fachpresse einige Kritik gab. Diese haben sich die polnischen Entwickler glücklicherweise zu Herzen genommen und versetzen einen nun wieder in fünf Missionen, mit jeweils eigenen Karten. Dieses Konzept funktioniert in der Tat auch sehr viel besser, zumal einem die Karten dennoch sehr viel Freiraum gewähren und auch verschiedene Wege und Positionen anbieten, von denen aus man seine Ziele eliminieren kann. Wer möchte, kann sich etwas näher heranschleichen, es gibt aber auch die Möglichkeit, seine Ziele aus weiter Entfernung zu erledigen. Ich würde dabei persönlich immer die zweite Variante empfehlen, denn hier spielt Sniper Ghost Warrior Contracts seine ganzen Trümpfe aus. Wenn man auf einem Felsvorsprung liegt, den Wind und die Schwerkraft richtig mit einbezieht und dann sein 600 Meter entferntes Ziel, von dem man nur den Kopf sehen konnte, genau zwischen die Augen trifft und dies auch noch in der stylischen Kugel-Perspektive präsentiert bekommt, ist dies ein tolles Gefühl. Denn auch wenn einem das Zielfernrohr mit verschiedenen Anzeigen durchaus hilft, ist es doch eine Herausforderung, die Zielpersonen aus weiter Entfernung zu treffen.

Belanglose Story

Leider ist dies aber im Prinzip auch schon alles Positive, was ich über das Spiel sagen kann. Ansonsten hat CI Games nämlich leider ganz offensichtlich nicht viel aus dem Sniper Ghost Warrior 3-Debakel gelernt.
Das fängt schon bei der Story an. Wer hoffte, dass er hier endlich wieder eine spannende Geschichte erlebt, wird zutiefst enttäuscht sein. Die Story rund um das eigenständige Sibirien und den Kampf der Rebellen gegen die Regierung wird zwar in nett gemachten Cutscenes erzählt, ist aber dennoch vollkommen belanglos. Weder gibt es irgendwelche Charaktere, die eine größere Rolle spielen und einem deswegen länger als ein paar Sekunden in Erinnerung bleiben, noch gibt es irgendwelche besonderen Momente. Im Grunde ist sie also nur mittel zum Zweck, um überhaupt irgendwie zu rechtfertigen, weshalb unser Söldner hier agiert.

Wofür brauche ich das?
Auch das Gameplay kann abseits des eigentlichen Hauptkerns des Spiels, dem Snipern, nicht wirklich begeistern. Es ist zwar schön, dass man in jeder Kampagne neben seinem Hauptziel, das meistens daraus besteht fünf Zielpersonen zu erschießen, noch ein paar Nebenmissionen zu erledigen bekommt, allerdings ähneln auch die sich immer wieder. Zumeist handelt es sich darum, dass man eine bestimmte Anzahl an Personen erschießen, jemanden, auf den ein Kopfgeld gesetzt wurde, erledigt oder C4 an bestimmten Stellen anbringen soll. Als Belohnung erhält man dann Geld, für das man sich dann neue Waffen oder andere Gegenstände kaufen kann. Wie man schnell herausfindet, ist dies aber gar nicht nötig. Man kann das Spiel nämlich ganz bequem mit der Anfangswaffe durchspielen. Das einzige, was sich eventuell lohnt, sind die Verbesserungen für die Maske, die unser Söldner anhat und die ihm zum Beispiel zeigt, wo sich Gegner aufhalten. Die Nebenmissionen sind also im Prinzip leider nicht viel mehr, als eine künstliche Verlängerung der Spieldauer – einen echten Mehrwert haben sie nicht.
Letzteres gilt im Übrigen für so manches Feature, das Sniper Ghost Warrior Contracts einem anbietet. Das beste Beispiel dafür sind wohl die unterschiedlichen Munitionsarten, denn neben normalen Geschossen kann man zum Beispiel auch EMP-Munition verschießen. Das Spiel scheint sich aber selbst im Klaren darüber zu sein, dass man diese eigentlich gar nicht benötigt, denn an der Stelle im Tutorial, an der die verschiedenen Munitionstypen vorgestellt werden, gibt es sofort den Hinweis, dass man diesen Part auch überspringen könne.
Ein weiterer Punkt, auf den man gut und gerne verzichten kann, ist die Drohne. Auch die kann man sich zwar kaufen und so die Umgebung erkunden, wirklich notwendig ist sie aber nicht. Schließlich hat man ohnehin ein Fernglas dabei, mit dem man ebenfalls die Umgebung auskundschaften und Feinde markieren kann.

Eine KI, die nicht genau weiß, was sie will
Doch selbst wenn man all die unnötigen Verbesserungen und Gadgets außen vor lässt, gibt es am Gameplay noch einiges, was einem den Spielspaß raubt. Ich denke da zum Beispiel nur an die KI, die nicht so richtig weiß, was sie nun sein will. Einmal ist sie strohdumm und bleibt selbst dann noch stehen, wenn wir nur knapp an ihrem Kopf vorbeigeschossen haben. Ein anderes mal scheint sie übermenschliche Kräfte zu haben und erspäht uns selbst aus großer Entfernung. Das ist dann gleich doppelt und dreifach ärgerlich. Schließlich weiß dann nicht nur ein Gegner, sondern gleich alle in der Umgebung befindlichen Feinde, wo wir stecken. Zum anderen müssen wir dann auch noch in den Nahkampf, in dem wir heillos unterlegen sind. Unser Alter Ego kann nämlich nur ganz wenige Schüsse vertragen, weshalb jeder direkte Konflikt mit mehr als einem Gegner so gut wie immer tödlich für uns endet. Wenn das der Fall ist, kommt direkt das nächste Ärgernis. Die Checkpoints sind nämlich teilweise so gesetzt, dass wir mitunter die letzten 20 Minuten nochmal spielen müssen.

Bugs
Als ob all das noch nicht reichen würde, wären da auch noch die Bugs. Von sich plötzlich zurücksetzenden Gegnern über Momente, in denen wir durch Wände und Böden glitchen, bis hin zu Feinden, die uns selbst durch Wände erschießen, habe ich alles erlebt. Ich hoffe sehr, dass sich CI Games all dieser Probleme bewusst ist und sie mit Hilfe von Patches ausmerzt. Denn so wie das Spiel momentan ist, ist es stellenweise wirklich nur mit sehr viel Wohlwollen und einer gehörigen Portion Frust im Bauch spielbar.
Wenn sie schon mal dabei sind, können sie auch gleich noch die Grafik verbessern. Denn so schön die unterschiedlichen Settings, die uns vom verschneiten Wald über einen Hafen mit Atom-Eisbrecher bis in prächtige Villen schicken, auch sind, kann man diese aufgrund der verwaschenen Grafik kaum genießen. Wirklich scharfe Texturen gibt es nur in den Zwischensequenzen zu sehen, die dafür aber teilweise arg ruckeln. Immerhin kann der Sound der Waffen überzeugen.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert Sniper Ghost Warrior Contracts ist besser als Sniper Ghost Warrior 3 – was aber leider nicht allzu viel bedeutet. Schließlich war Ghost Warrior 3 wirklich nicht besonders gut. Auch Contracts hat mit zahlreichen Bugs, einer verwaschenen Grafik, einer suboptimalen KI, unnötigen Spielfeatures und einer belanglosen Story zu kämpfen. Dennoch ist es kein kompletter Ausfall, denn das Kernsystem, das Schießen mit dem Scharfschützengewehr, macht eine Menge Spaß. Wenn man sein Ziel aus 600 Metern trotz starken Windes niederstreckt, erfüllt einen das irgendwie mit Stolz. Doch ob das und die Rückbesinnung von der Open World zum Kampagnensystem samt einzelnen Maps ausreicht, um sich das Spiel zu kaufen, muss jeder für sich entscheiden.

Sniper Ghost Warrior Contracts - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots












Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 6.5 Grafik: 6.50
Sound: 6.25
Steuerung: 7.00
Gameplay: 6.25
Wertung: 6.5
  • Snipen macht sehr viel Spaß
  • Fünf abwechslungsreiche Karten, die einem viel Freiraum lassen
  • Fünf Hauptziele
  • Nebenmissionen
  • Stylische Kugel-Perspektive
  • Wankelmütige KI
  • Belanglose Story
  • Unnütze Spielfeatures
  • Verwaschene Grafik
  • Bugs

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Rezension vom: 04.12.2019
Kategorie: Action
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