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MediEvil

Entwickler: Other Ocean Group
Publisher: Sony Computer Entertainment

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 30 €

Systeme: PlayStation 4

Inhalt:
logo

Am Anfang war der Port, eine Umsetzung eines Titels für eine andere Plattform, um ein wenig mehr Geld zu verdienen. Mit den HD-Konsolen der letzten Generationen haben die sogenannten Remaster ihren Siegeszug gefeiert, bei dem ältere Titel grafisch ein wenig aufpoliert wurden, um sie ein weiteres Mal verkaufen zu können. Inzwischen sind wir bei kompletten Remakes angekommen, die von Grund auf neu erstellt wurden, um vor allem nostalgisch behaftete Spiele wieder aufzulegen. Dabei kamen solche Perlen wie Shadow of the Colossus, Spyro oder Crash Bandicoot heraus, die allesamt die Messlatte für solche Remakes hochgelegt haben. Mit MediEvil bekommen wir nun einen weiteren PS1-Klassiker im komplett überarbeiteten Gewand präsentiert.

Meinung:


Die Geschichte hat es gut mit Sir Daniel Fortesque gemeint. Im Sturm auf den böse Magier Zarok hat ihm zwar direkt ein Pfeil ins Auge alle Lichter ausgeknipst, doch die Bürger von Gallowmere halten ihn für den größten Märtyrer aller Zeiten und für den Helden ihres Landes. Als Zarok 100 Jahre später zurückgekehrt und eine Armee von Untoten auferstehen lässt, erwacht auch Sir Daniel wieder zum "Leben" und erhält eine zweite Chance, das Land zu retten.

Ein Produkt seiner Zeit
Dass ausgerechnet MediEvil eine neue Chance durch ein Remake erhält, ist schon ein wenig verwunderlich. Das Spiel hat seiner Zeit zwar ordentliche Wertungen erhalten, konnte aber hauptsächlich durch seine Atmosphäre und nicht unbedingt das Gameplay überzeugen. Entsprechend gab es lediglich eine Fortsetzung und ein PSP-Remake, bevor die Serie 14 Jahre lang einschlief. Das Konzept von MediEvil ist dabei durch und durch ein Produkt der späten 90er. Auf einer Oberweltkarte werden die einzelnen Level ausgewählt, die abgeschlossen werden müssen, um neue Gebiete freizuschalten. Bei einem erneuten Besuch eines Levels wird dieser komplett zurückgesetzt. Die Level selbst sind in der Regel sehr geradlinig, wobei Tore, für die man die passenden Runen finden muss, den weiteren Weg versperren. Neben kleineren Rätselaufgaben müssen außerdem garstige Feinde bekämpft werden, bis es alle paar Level zu einem Bosskampf kommt.

Zu starke Treue
Diese Art des Gameplay ist inzwischen deutlich in die Jahre gekommen. Entwickler Other Ocean Emeryville hat sich Mühe gegeben, das Original so weit es geht intakt zu lassen. Das ist nicht die beste Wahl gewesen, denn einige Aspekte hätten eine Überarbeitung deutlich verdient. Da wäre zum einen die Kamera, die immer wieder in die ungünstigsten Positionen, vor allem bei hakeligen Sprungpassagen, rutscht. Beim Gameplay fallen vor allem die Kämpfe negativ auf. Als MediEvil 1999 in der noch eher unbekannten Welt der dritten Dimension herauskam, war es noch vertretbar, dass es keine vernünftige Lock-On-Funktionen mit Strafing oder eine ordentliche Hit Detection gab. Heutzutage wirken die Kämpfe in MediEvil einfach nur plump. Wer sich auf seine Nahkampfwaffen verlässt, läuft wild fuchtelnd um seine Gegner herum, um Angriffen auszuweichen und sie zu besiegen, bevor man selbst zu stark getroffen wird. Fernkampfwaffen benötigen teure Munition und nutzen ein sehr ungenaues Lock-On-System, das in der Regel die unmöglichsten Feinde anvisiert. All das hätte modernisiert werden müssen.

Von A nach B
Die Level selbst sind relativ abwechslungsreich gehalten. Man muss zwar jedes Mal von A nach B, aber immer wieder auf verschiedene Arten. Mal geht es schnurstracks über einen Friedhof, mal wird man verkleinert in einen Ameisenhügel geschickt und mal gilt es, verschiedene Kampfarenen in einem Irrenhaus zu durchlaufen. Die Bosse sind durchweg sehr leicht zu besiegen, wofür man allerdings dankbar ist, da man im Falle eines Scheiterns den kompletten Bosslevel von vorne beginnen muss. Ein Checkpointsystem wäre hier sicherlich hilfreich gewesen. Auf der Oberweltkarte hat man hin und wieder die Auswahl aus verschiedenen Leveln, was ein wenig Freiheiten ermöglicht, falls man mal irgendwo nicht weiterkommt. Hat man in einem Level genügend Gegner besiegt und einen magischen Kelch gefunden, geht es nach Beendigung des Levels in die Halle der Helden, in der Sir Dan von den Statuen vergangener Recken Belohnungen erhält. Das können Lebensphiolen oder Geld, aber immer wieder auch neue Waffen sein. Diese sind essentiell für den Spielspaß, stellen sie doch neben starken Angriffen doch auch ordentlich Abwechslung in den ansonsten tristen Kämpfen dar.

Aufgehübschter Horror
Die neue Grafik des Remakes ist jedoch über jeden Zweifel erhaben. Vor allem Sir Daniel selbst sprüht nur so vor Persönlichkeit, obwohl er nicht reden kann und Mimik auch nicht gerade seine Stärke ist. Die alten Designs wurden in einem wunderbaren Stil übertragen und es kommt eine feine Halloween-Atmosphäre auf, die nicht zu düster ist und mit einigen Farbspielen aufwarten kann. Die Charakteranimationen von Sir Dan und seinen Widersachern sind sehr detailliert und in Zwischensequenzen kommt vor allem der Humor des Spiels gut rüber. Dieser ist sowieso ein großer Pluspunkt, denn während die steinernen Gargoyleköpfe Sir Dan immer wieder niedermachen, hat man zwar Mitleid mit dem armen Kerl, aber es ist auch immer wieder witzig.

Bonus
Das Spiel ist größtenteils unverändert geblieben, aber ein paar "Quality of Life"-Updates hat es dann doch gegeben. Neben einer optionalen Über-die-Schulter-Kamera sind das vor allem neue Aufgaben in Form der verlorenen Seelen, die es im späteren Verlauf des Spiels in jedem Level zu sammeln gibt. Außerdem gibt es ein Lexikon mit Einträgen zu allen Charakteren, denen man im Spiel begegnet ist. Für Fans ist das sicherlich eine nette Dreingabe.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf MediEvil ist ein Produkt seiner Zeit, so viel steht fest. Nostalgiker hätten sich vermutlich beschwert, wenn zu viel verändert worden wäre, aber die Aufgabe dieses Remakes wäre es gewesen, das stark veraltete Gameplay an die heutigen Standards zumindest ein wenig anzupassen. Die Geschichte ist ganz witzig, Sir Daniel hat gewiss Potential und die neue Grafik ist wirklich schick, aber was nützt das alles, wenn das Gameplay nicht stimmt? Die Kamera ist macht die gleichen Fehler wie früher und ist vor allem bei Sprungpassagen absolut nutzlos und das Kampfsystem, auf dem das gesamte Spiel aufbaut, ist entweder ein wildes Herumgefuchtel mit Nahkampfwaffen oder ein träges Anvisierglücksrad mit Fernkampfwaffen. Wer seine Kindheitserinnerungen an MediEvil auffrischen möchte, kann aus Nostalgiegründen zugreifen, aber neue Fans wird dieses Remake nur schwer gewinnen können.

MediEvil - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots












Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7 Grafik: 8.00
Sound: 8.00
Steuerung: 6.00
Gameplay: 6.00
Wertung: 7
  • Schicke Grafik
  • Guter Humor
  • Ordentlicher Sound
  • Viele Level
  • Veraltetes Kampfsystem
  • Hakelige Steuerung
  • Störrische Kamera

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Rezension vom: 11.11.2019
Kategorie: Action
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