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GRID

Entwickler: Codemasters
Publisher: Codemasters

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 39,99 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
GRID_banner

Auch wenn gerade die Diskussion über E-Autos und den Sinn von Motorsport mit Verbrennungsmotoren in vollen Gange ist, bleibt eines unverändert: Die Liebe zum virtuellen Motorsport. So kommt es dann auch, dass viele Rennspielserien bereits seit Jahren auf dem Markt sind. Dies trifft auch auf GRID zu, dessen erster Teil bereits 2008 erschien und nach fünf Jahren Pause nun einen Reboot versucht. Wie gut dieser funktioniert und inwiefern sich das neue GRID von den bisherigen Teilen unterscheidet, haben wir für euch getestet.

Meinung:

Während Forza Motorsport und Gran Turismo versuchen, das Fahrerlebnis so realistisch wie nur möglich zu gestalten und dazu auch noch die Möglichkeit bieten, das eigene Auto nicht nur an jede Strecke und Wettersituation anzupassen, sondern auch noch in umfangreichen Fotomodi gekonnt in Szene zu setzen, stellte GRID schon immer den Gegenpol dazu dar. Hier stand stets der Spielspaß im Vordergrund und mit dem Reboot der Reihe hat sich an dieser Philosophie nichts geändert. Ganz im Gegenteil, sie wurde sogar noch verschärft. Ein gutes Beispiel dafür ist das Teammanagement. Dieses beschränkt sich nämlich lediglich darauf, dem Teamkollegen, den man sich aus einem großen Topf aussuchen darf, über das Steuerkreuz zu sagen, dass er einen beschützen oder grundsätzlich aggressiver fahren soll. Das war es. Keine Duelle um die Nummer 1 im Team oder irgendetwas anderes. Einfach nur Fahren und das war es.
Ebenso minimalistisch präsentiert sich auch das Tuning. Mehr als ein paar ganz wenige Einstellungsmöglichkeiten, wie Bremskraftverteilung, Stoßdämpfer oder Getriebeübersetzung, kann man hier nämlich nicht vornehmen. Es ist also eher ein Pseudo-Tuning, das hier angeboten wird und ganz unmissverständlich klarmacht, dass man sich mit solch einem Firlefanz eigentlich erst gar nicht aufhalten sollte. Gleiches gilt übrigens auch für Trainingssessions (die es erst gar nicht gibt) oder lange Qualifyings (die es lediglich als Hot Lap-Variante gibt), ja sogar das optische Tuning wurde auf die Auswahl zwischen vorgefertigten Lackierungen und Decals beschränkt. Das ganze Spiel schreit also förmlich danach, dass hier der schnelle Spielspaß, sprich die Rennen, im Vordergrund steht.

Triste Karriere
Genauso präsentiert sich dann auch die Karriere. Keine Story, nicht einmal irgendwelche Verträge oder Sponsorings gibt es. Hier gilt es tatsächlich einfach nur, ein Event nach dem anderen zu fahren. Insgesamt gibt es davon 97, die alle zwischen zwei und vier Rennen beinhalten und in sechs verschiedene Ligen aufgeteilt sind. Je nach Liga kommen dabei verschiedene Fahrzeugklassen zum Einsatz, sodass man vom Touring Car über Stock Cars, Muscle Cars und GT-Autos bis hin zu Formel Wagen so ziemlich alle bekannten Fahrzeugklassen fahren darf. Vertreten sind diese Fahrzeugklassen durch 65 unterschiedliche, voll lizenzierte Fahrzeuge. Für Gran Turismo- oder Forza-Verhältnisse wäre diese Zahl natürlich geradezu lächerlich – dafür bietet der Fuhrpark hier mit Autos wie dem Audi RS 3 LMS, Aston Martin Vantage GT4, Chevrolet Camaro Z28 Modified, Ferrari 365 GTB4 Competizione, Ford GT GTE, McLaren M8D oder Porsche 911 RSR aber die Crème de la crème der Autoindustrie an, sodass die Auswahl völlig ausreicht.
Anders als in vergleichbaren Rennspielen bekommt man die Autos hier allerdings nicht geschenkt. Man steigt zwar mit dem virtuellen Alter Ego im Level auf, dadurch schaltet man allerdings lediglich neue Folienmuster oder Abzeichen frei. Wer neue Autos benötigt oder haben möchte, muss diese also zwangsläufig kaufen. Erfreulicherweise funktioniert dies aber ausschließlich durch im Spiel verdientes Preisgeld, welches auch nicht zu sparsam ausgeschüttet wird. Bereits nach zehn Events hat man mehr als eine halbe Million auf dem virtuellen Konto. So kann man sich dann auch recht schnell die etwas teureren Boliden leisten, die in späteren Rennevents benötigt werden.

Schöne Mischung
Was die Strecken anbelangt, kann GRID ebenfalls nicht mit den beide Vorzeige-Racern mithalten und trotzdem wird es so schnell sicherlich nicht langweilig. Denn nicht nur die Mischung aus real existierenden Rennstrecken wie Silverstone, Sepang International Circuit oder Indianapolis und fiktiven Stadtkursen in San Francisco, Barcelona oder Havana sorgt für Abwechslung – jeder Kurs verfügt auch über mehrere Layouts und kann zu verschiedenen Tageszeiten (inklusive Nachtrennen) ausgetragen werden, was dafür sorgt, dass man trotz der eigentlich recht überschaubaren Anzahl an Austragungsorten nie das Gefühl hat, immer an den gleichen Orten zu fahren.

Wenige Spielmodi
Ein solches Gefühl hätte ich mir auch beim Blick auf die Spielmodi gewünscht. Doch hier kann GRID dann leider nicht mehr über seinen Minimalismus hinwegtäuschen. Denn abseits der Karriere bietet das Spiel lediglich die Möglichkeit, via Quick Play eigene Events zu starten oder sich im Multiplayermodus mit bis zu 16 anderen Spieler zu messen – wahlweise über eine Lobby oder in selbst erstellten Rennen, mit eigenen Einstellungen (Klasse, Rundenzahl, Schadensmodell). Das war es auch schon. Drift-Rennen, Checkpoint-Rennen oder ähnliches, was im vorhergegangenen GRID noch alles enthalten war, gibt es diesmal nicht mehr. Stattdessen gibt es eine Online-Bestenlisten, die aber total unnötig ist. Denn zum einen wird sie nur sporadisch angezeigt und zum anderen hat sie keinerlei Aussagekraft darüber, wie gut ein Spieler nun wirklich ist. Es gibt nämlich keinerlei Unterscheidungen zwischen Spielern, die Fahrhilfen genutzt, und jenen, die auf diese verzichtet haben. Ebenfalls nicht vorhanden ist eine Möglichkeit, den Geist der besten Fahrer herunterzuladen.

Arcadig wie eh und jeh
Nachdem nun das Drumherum erläutert wurde, kommen wir nun endlich zum eigentlich Wichtigsten: der Fahrphysik. Wie eingangs schon erwähnt, war GRID schon immer ein Arcade-Racer und so ist es auch bis heute geblieben. Wer auf ein möglichst realistisches Fahrverhalten steht, der ist hier vollkommen fehl am Platz. Hier wird um die Ecken gedriftet, bis die Reifen qualmen und gedrängelt, bis man einander nicht mehr den Dreck unter den Fingernägeln gönnt. Und wisst ihr was? Es macht unheimlich viel Spaß! Es ist mal wieder eine schöne Abwechslung, nicht drauf achten zu müssen, ob man genügend Sprit hat, die Reifen aufgewärmt sind bzw. zunächst einen virtuellen Fahrtest machen zu müssen, um überhaupt auf die Strecke zu dürfen, sondern einfach nur Gas zu geben und es richtig krachen zu lassen. Gemeinsam mit dem irren Motorensound kommt so echter Fahrspaß auf!
Leider wird dieser aber recht schnell wieder getrübt. Denn so viel Spaß es auch macht, über die Strecken zu heizen, so sehr vermisst man die Herausforderung. Dabei hat Codemasters dafür extra ein Nemesis-System eingeführt, das einem das Leben schwer machen soll. Wenn man einen KI-Gegner zu oft anrempelt, wird dieser nämlich zum ganz persönlichen Feind und revanchiert sich anschließend für die vielen Rempler. Zumindest sollte es so sein. In der Praxis verhält es sich aber meist so, dass der Nemesis einen das ganze Rennen über nicht mehr zu Gesicht bekommt und sich folgerichtig auch nicht rächen kann. Und da er bis zum nächsten Rennen seinen Status verloren hat, entpuppt sich dieses System eher als nett gemeint denn als herausforderndes Feature.
Und wenn schon der eigene Feind keine Probleme bereitet, wie sollen einen dann erst die „herkömmlichen“ Fahrer am Sieg hindern? Um es schnell zu sagen: Gar nicht. Erst im höchsten Schwierigkeitsgrad und wenn alle Fahrhilfen abgeschaltet sind, kommen geübte Racer überhaupt in Bredouille. Ansonsten fährt man den KI-Fahrern in der Regel schnell weg. Dabei ist das sehr schade, denn so verpasst man die ganze Rennaction. Denn wenn man tatsächlich einmal im Mittelfeld festhängt, sieht man erst, dass die KI-Fahrer durchaus aggressiv fahren und um jede Position kämpfen – nur bekommt man davon an der Spitze eben nichts mit.

Klingt gut und sieht gut aus
Definitiv gut gelungen ist es den Entwicklern aber, den Unterschied zwischen den verschiedenen Fahrzeugklassen spüren zu lassen. Zwar ist die Fahrphysik wie erwähnt generell sehr arcadig, dennoch spürt man den Unterschied zwischen kleinen Tourenwagen, PS-starken Muscle Cars und sportlichen GT-Autos deutlich. Auch ob man auf einer trockenen oder nassen Fahrbahn fährt, ist deutlich zu spüren. Während man auf trockenen Strecken lediglich in den Kurven damit zu kämpfen hat, das Auto unter Kontrolle zu halten, rutscht man bei Regen selbst auf Geraden gerne mal hin und her. Gerade deswegen ist es sehr bedauerlich, dass es kein dynamisches Wettersystem gibt, das mitten im Rennen plötzlich neue Herausforderungen bietet.
Wiederum sehr gut gefallen hat mir das Schadensmodell. Normalerweise sehen es die Autohersteller ja nicht gerne, wenn ihre edlen Karossen zerbeult werden. In GRID ist dies aber gang und gäbe. Das geht sogar so weit, dass nicht nur Kratzer den schönen Lack verunstalten, sondern auch mal die Motorhaube oder andere Karosserieteile davonfliegen. Ohnehin muss man sagen, dass GRID generell sehr gut aussieht. Zwar weisen die Automodelle nicht ganz so viele Details wie etwa in einem Forza 7 auf, dafür sehen die Strecken wesentlich hübscher aus. Vor allem die Stadtkurse sind bei Nacht und Regen ein wahrer Augenschmaus. Wenn die zahlreichen Neonlichter sich auf den Straßen spiegeln, sieht das wirklich beeindruckend aus. Nur bei der Sonneneinstrahlung hat Codemasters etwas zu viel des Guten getan. Wenn die Sonne tief steht, ist man teilweise nämlich im absoluten Blindflug unterwegs. Dafür kann ein anderes, kleines Detail besonders überzeugen: Wenn man in der Nähe von Zuschauern in die Streckenbegrenzung fährt, schrecken diese nämlich auf. Das ist, wie ich finde, ein wirklich nettes Detail, wenngleich man es am liebsten natürlich nicht sehen würde.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert Codemasters ist seiner Linie treu geblieben und hat GRID wieder als Gegenpol zu Forza und Gran Turismo positioniert. Das funktioniert auf der Strecke auch sehr gut, denn das arcadige Gameplay ist nicht nur schnell erlernt, sondern macht auch eine Menge Spaß. Zudem sieht das Spiel gut aus und die Motoren klingen richtig schön wuchtig.
Leider hapert es aber abseits der Strecke. Hier präsentiert sich GRID nämlich sehr minimalistisch, was sich vor allem bei den Renn- und Spielmodi negativ auswirkt. Mehr als zwei, drei Modi gibt es nämlich nicht. Wer damit leben kann und sich auch sonst an dem ganzen fehlenden Drumherum wie Fotomodus, Teammanagement und Co. nicht stört, wird mit GRID aber sehr viel Spaß haben.

GRID - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8 Grafik: 8.50
Sound: 8.50
Steuerung: 8.00
Gameplay: 7.00
Wertung: 8
  • Acradige Fahrphysik ...
  • … die keinerlei Eingewöhnungszeit benötigt
  • Gutes Schadensmodell
  • Guter Mix aus echten und Fantasie-Strecken
  • Toller Sound und klasse Grafik
  • Nemesis-System kaum spürbar
  • Sehr minimalistisch gehalten
  • Kein Coop-Modus
  • Kein dynamisches Wettersystem
  • Gegner-KI nur im höchsten Schwierigkeitsgrad eine Herausforderung

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Rezension vom: 23.10.2019
Kategorie: Sport
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