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GreedFall

Entwickler: Spiders
Publisher: Focus Home Interactive

Genre: Rollenspiele
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 47 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
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Spiders sind ein Studio, das immer ein wenig im Schatten der ganz Großen stand. Während Bioware die erfolgreichen Mass Effect- und Dragon Age-Titel herausgehauen hat, haben sie mit Spielen wie Of Orcs and Men, Bound by Flame oder Technomancer veröffentlicht, die immer solide, aber eben nie wirklich herausragend waren. Mit GreedFall soll sich das nun alles ändern.

Meinung:


Lord oder Lady de Sardet, je nach Geschlechterwahl bei der Charaktererstellung, muss die heimatliche Stadt Serene verlassen, um Cousin Constantin auf der Insel Teer Fradee als Gouverneur einzusetzen und nebenbei auch noch ein Heilmittel für eine mysteriöse Krankheit zu finden. Als Botschafter muss de Sardet außerdem mit den unterschiedlichen Fraktionen, die Teer Fradee bewohnen, auskommen und sich oftmals für die eine oder andere Seite zwei gegnerischer Lager entscheiden. Die Fantasygeschichte tritt dabei zu Beginn etwas in den Hintergrund der politischen Ränkespiele, nimmt später aber noch an Fahrt auf.

Gemeinsam stark
GreedFall ist ein Action-RPG wie etwa Dragon Age. De Sardet kann zu Beginn aus drei Klassen auswählen, einem Kämpfer, einem Magier und einem Techniker. Kämpfer und Magier sind selbsterklärend, der Techniker verwendet Gewehre, Fallen und Bomben, um sich seiner Gegner zu entledigen. Die Auswahl dieser Grundklasse legt lediglich das Startequipment fest, ansonsten können im weiteren Verlauf des Spiels alle Fähigkeiten nach Belieben erlernt werden. Gekämpft wird grundsätzlich in Echtzeit, allerdings kann der Kampf jederzeit pausiert werden, um taktische Befehle zu geben und bestimmte Fähigkeiten auszuwählen.

De Sardet kann fünf weitere Charaktere in ihre Gruppe rekrutieren, von denen jeweils zwei am Kampfgeschehen teilnehmen können, die dank ordentlicher KI auch recht nützlich sind. Jede Figur bringt ihre eigenen Ansichten und Hintergründe mit, die während der verschiedenen Quests durchleuchtet werden. Entscheidungen können dabei so viel Einfluss auf die Beziehung zu diesen Charakteren nehmen, dass es nicht nur die obligatorischen Romance-Optionen gibt, sondern dass solche Entscheidungen, die sich gegen die Prinzipien einer Figur stellen, dafür sorgen können, dass der Charakter sich von der Gruppe lossagt oder sogar feindlich gestimmt ist.

Weg der offenen Hand
Die Charakterentwicklung erfolgt jedoch nicht nur in Hinsicht auf Kämpfe. Tatsächlich nehmen Kämpfe eine eher untergeordnete Rolle ein, da sie meistens relativ leicht zu bewältigen sind und Gewalt nicht immer eine Lösung sein muss. Quests haben grundsätzlich etliche Möglichkeiten der Auflösung, sodass Akrobatik, Schlösser knacken, Mauern wegbomben oder pure Überredungskunst stets valide Optionen darstellen. Je nach Fertigkeitslevel können entweder die nötigen Gegenstände hergestellt werden oder es erhöht sich die Chance auf einen Erfolg.

Moralische Rollen
Dieser Fokus auf Talente und Fähigkeiten hebt den Rollenspielaspekt von GreedFall deutlich hervor. Das wird unterstützt durch die gut geschriebenen und wendungsreichen Quests, die immer wieder moralische Fragen aufwerfen und selten schwarz/weiss sind. Die gesamte Welt von GreedFall ist getränkt von moralischer Thematik, was vor allem durch das Setting gefördert wird. Teer Fradee ist deutlich spanisch angehaucht und das Thema religiöser Verfolgung durch die Inquisition und die Unterdrückung der einheimischen Völker durch die neu besiedelnden Völker ist in jeder Quest deutlich spürbar. Doch stellt man sich gegen den Glauben, dem auch eines unserer Partymitglieder angehört, um Ungläubige zu schützen oder bringt eine gute Stellung bei der Kirche vielleicht doch angenehmere Vorteile?

Leere Welt
GreedFall bietet eine quasi Open World, in der man von einem Hub-Gebiet in die umliegenden Ländereien reist, bis es ins nächste Hub-Gebiet geht. Leider sind diese Gebiete zwar recht weitläufig, aber auch recht leer. Es finden sich immer wieder Feinde in Form von Banditen oder wilden Tieren, aber selten findet sich in der Welt etwas wirklich interessantes oder besonderes. Wenn Fragezeichen in der Nähe auftauchen, handelt es sich in der Regel um ein Lager zum Schnellreisen, aber neue Quests gibt es in freier Natur nicht zu finden. Manche Gebiete sind gar blockiert, bis man die passende Quest bekommen hat. Open World sieht anders aus. Dazu kommt, dass die Reisegeschwindigkeit zu wünschen übrig lässt, sodass man lieber die Schnellreisefunktion nutzt, als selbst durch die Gebiete zu reisen.

Technik
Wenn es um die technischen Aspekte geht, sollte man im Hinterkopf behalten, dass Spiders nicht die finanziellen Mittel eines Bioware haben. Dafür sieht die Grafik jedoch wirklich gut aus, vor allem die Welt an sich ist schon gestaltet worden. Probleme zeigen sich aber im Detail, vor allem was Gesichtsmimik in Dialogen und Animationen angeht. Die englische Sprachausgabe ist Mittelmaß, wobei Lady de Sardet eine sehr gute Performance abgibt, die durch einige schlechte NPCs ausbalanciert wird. Sehr auffällig ist in der Hinsicht, dass Partymitglieder sich mit immer den gleichen Kampfschreien ins Getümmel stürzen, was auf die Dauer mindestens albern, wenn nicht sogar nervend, wirkt.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf Ich muss gestehen, dass ich von Spiders bisherigem Output nicht sehr angetan war. Of Orcs and Men und Technomancer haben nicht lange auf meiner Festplatte überlebt, was auch daran liegen könnte, dass ich zu der Zeit andere Rollenspiele lieber gespielt habe. GreedFall ist jedoch definitiv Spiders bestes Spiel bisher und kommt zu einer passenden Zeit, in der die Konkurrenz sich einige Fehltritte erlaubt hat. GreedFall überzeugt durch ein interessantes Setting, gute Geschichten und Charaktere sowie einen besonders starken Fokus auf Rollenspielaspekte. Es fehlt lediglich der Feinschliff, den ein größeres Budget mit sich bringt, um wirklich herausragend zu sein. Nichtsdestotrotz ist GreedFall ein charmantes Action-RPG, das einfach Spaß macht.

GreedFall - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.4375 Grafik: 7.50
Sound: 7.00
Steuerung: 7.50
Gameplay: 7.75
Wertung: 7.4375
  • Spannendes Setting
  • Gut geschriebene Quests
  • Starker Fokus auf Rollenspiel
  • Schicke Umgebungsgrafik
  • Leere Gebiete
  • Schwache Animationen

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Rezension vom: 06.10.2019
Kategorie: Rollenspiele
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