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Wolfenstein: Youngblood

Entwickler: id Software
Publisher: Bethesda Softworks

Genre: Action
USK Freigabe: keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 30 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Switch, Xbox One

Inhalt:
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Die Wolfenstein-Reihe hat mit The New Order und The New Colossus dem Franchise neuen Wind verliehen und erfreut sich großer Beliebtheit. Mit dem neuesten Ableger Youngblood geht die Reihe in mehrfacher Hinsicht neue Wege. Neben verschiedenen Skilltrees, einer Open World und neuen Protagonisten dürfen zum ersten Mal auch Deutsche in einer ungeschnittenen Version gegen waschechte Nazis mit Hakenkreuzen vorgehen. Ich leider nicht, denn Bethesda hielt es für besser, mir die - ebenfalls erhältliche - geschnittene Version zuzusenden.

Meinung:


Die Nazis haben den Krieg gewonnen und ein gealterter B.J. Blazkowicz ist in den 1980ern verschwunden. Es liegt an seinen Töchtern Sophia und Jess, ihn wiederzufinden, nachdem sie in einem Geheimraum Hinweise auf Neu-Paris gefunden haben. Dort wollte B.J. mit den französischen Widerstandskämpfern in Kontakt treten. Schnell finden die beiden den geheimen Stützpunkt, von dem aus sie den Nazis während der Suche nach ihrem Vater das Leben schwer machen wollen.

Welche Schwester soll's sein?
In Youngblood übernehmen wir die Kontrolle über die Zwillinge Jess und Sophia, von denen im CoOp-Modus jeder eine übernimmt. Spielerisch unterscheiden die beiden sich leider überhaupt nicht voneinander, was auf so ziemlich alle Entscheidungen bei der Charakterauswahl zutrifft. Welchen Helm zieht man an? Gönnt man sich als Nahkampfwaffe ein Messer oder eine Handaxt? Welche Farbe bekommt die Rüstung? Alles egal, hier wird nur der Customization-Wahn vorbereitet, der später mit Mikrotransaktionen befeuert werden kann. Lediglich die Auswahl einer Geste, die entweder Leben oder Rüstung regeneriert und die Entscheidung zwischen einem ersten von zwei Skills hat Auswirkungen auf das Gameplay. Dazu sei gesagt, dass die kostenfreien Möglichkeiten zur Gestaltung der Rüstung und des Helm unglaublich häßlich sind. Für schickere Skins muss man tief in die Tasche greifen, aber dazu später mehr.

Stehauf-Männchen
Youngblood ist immer noch ein waschechter Shooter, allerdings hat man sich vom bisherigen Aufbau über lineare Level dieses Mal für eine Open World mit freiläufigen Gebieten und einem Untergrundsystem entschieden. Trotz Open World sind durch das Levelsystem der Spielfiguren aber dennoch Gebiete durch hochlevelige Gegner abgesperrt, die kurzen Prozess mit einem machen, wenn man sich zu ihnen verirrt. Die einzelnen Gebiete sind nicht sonderlich groß und hat man einen Abschnitt von Gegnern befreit, sollte man sich nicht zu weit entfernen. Kehrt man kurz darauf wieder in dieses Gebiet zurück, sind alle Gegner bereits wieder gespawnt und müssen erneut erlegt werden. Das frustriert schnell, vor allem weil alle Feinde regelrechte Bullet Sponges sind, auf die man komplette Magazine abfeuern muss, bevor sie umfallen. Dazu kommt ein System mit zwei verschiendenen Rüstungsarten gegen die jeweils bestimmte Waffen effektiver sind als andere, was in der Hektik der Gefechte eigentlich nur stört.

Waffenarsenal
Wer in New Order und New Colossus gerne geschlichen ist und seine Feinde aus dem Hinterhalt gemeuchelt hat, sollte frühzeitig auf die Tarnvorrichtung setzen. Leider scheint es, als wurden die Gebiete nicht auf Schleichangriffe ausgelegt, weshalb die Tarnvorrichtung nötig geworden ist, um in dieser Richtung überhaupt aktiv werden zu können. Wer lieber als Rambo durch die Level stapft, kann mit im Spiel gefundenen Silbermünzen seine Waffen aufrüsten, die dadurch auch ihr Aussehen verändern. Für jeden Slot gibt es die Auswahl aus verschiedenen Markenoptionen und wenn man in einer Waffe dreimal die gleiche Marke ausrüstet, gibt es einen Bonus. Dieses Waffensystem ist spaßig umgesetzt und mit häufiger Nutzung einer Waffe levelt diese auch auf und bekommt ebenfalls neue Boni.

KI = Keine Intelligenz
Dass Youngblood am liebsten im CoOp-Modus gespielt werden möchte, daraus wird kein Hehl gemacht. Jedes Spiel, das man startet, ist eine Multiplayerpartie, auch wenn sie offline und mit einem KI-Partner abläuft. Das sorgt dafür, dass man das Spiel selbst im Singleplayer nicht pausieren kann und gerade die vielen auffindbaren Texte in Form von Laptops und Zeitungen lassen sich nicht lesen, ohne dass man dabei früher oder später von einem Gegner angegriffen wird. Die KI selbst ist solides Mittelmaß. Wenn sie das tut, was sie soll, ist sie eine recht kompetente Hilfe in den Gefechten. Allzu oft glitcht sie aber und bleibt an einer Position stehen, hört auf zu feuern oder hilft nicht mehr bei der Heilung. Das ist besonders ärgerlich, denn die Schwestern teilen sich ihr Leben. Bis zu drei Leben kann man auf Vorrat haben. Sinken bei einer Schwester die Lebenspunkte auf Null, so beginnt sie auszubluten. Jetzt hat die andere Schwester ein paar Sekunden Zeit, ihr zur Seite zu eilen und sie wiederzubeleben, bevor eines der geteilten Leben verloren geht. Hat man keine Leben mehr über, gibt es das Game Over. Sehr ärgerlich, wenn die Schwester-KI in solchen Situationen lieber auf einen Gegner feuert als zu helfen. Ein menschlicher CoOp-Partner kann diese Mängel natürlich ausbügeln.

Fetch Quest
Eine Open World ist grundsätzlich nichts Schlechtes, allerdings muss auch ein wenig Arbeit reingesteckt werden. Dass dies hier nicht geschehen ist, merkt man an jeder Ecke. Die Sidequests, die die Mädels im Hauptquartier abholen können, beschränken sich darauf, an einen Punkt auf der Karte zu laufen und dort entweder einen Gegenstand mitzunehmen oder einen Feind zu erschießen. Gescriptete Events oder gar Zwischensequenzen mit Story sucht man vergeblich. Das fällt besonders stark auf, wenn man in einem Gebiet war, um dort einen Gegner zu töten, ins Hauptquartier zurückkehrt, um die Quest abzugeben und dann vom nächsten NPC eine neue Quest erhält, die einen in eben dieses Gebiet zurückschickt, um dort etwas einzusammeln. Hin und wieder gibt es levelartige Questabschnitte in der Main Quest, wie direkt zu Anfang eine Mission auf einem Zeppelin. Hier fühlt sich Youngblood am interessantesten und geplantesten an. Von diesen Momenten gibt es aber zu wenige. Zwar sieht Neu-Paris echt super aus, aber ohne Inhalt nützt das leider nichts.

Premiumdienste
Kommen wir zu den Mikrotransaktionen. In einer Storefront kann man für Echtgeld Goldbarren als Prämiumwährung kaufen. Mit diesen kann man Rüstungsskins, Helme, Waffenskins und Gesten erwerben. Die meisten davon können auch für Unsummen an Ingame-Silbermünzen gekauft werden, allerdings werden diese natürlich auch für das Upgraden von Waffen benutzt. Die coolsten Skins lassen sich darüberhinaus ausschließlich mit Goldbarren erwerben. Um welche Echtgeldbeträge es sich in Deutschland handelt, konnte ich leider nicht verifizieren, weil ich mit meiner deutschen Version nicht auf die Storefront zugreifen konnte. Ob das an den Spracheinstellungen meiner PS4 liegt, konnte sich leider nicht klären lassen.

Deutsch oder International?
Hachja, die deutsche Version. Wie gesagt, gibt es Youngblood erstmals in Deutschland in einer Uncut-Fassung käuflich zu erwerben. Hier gibt es Hakenkreuze zu sehen und Nazis dürfen noch Nazis sein, bevor man sie erschießt. Ebenfalls erhältlich ist aber auch die hier getestete deutsche Schnittfassung, auf der Bethesda-üblich nicht einmal eine englische Tonspur vorhanden ist. So muss man sich mit einer deutschen Synchro zufriedengeben, die qualitativ nicht auf der Höhe der Zeit ist. Die beiden Zwillinge machen ihre Sache zwar erstaunlich gut, auch wenn es immer wieder stilistische Fehler in der Übersetzung gibt, aber alle anderen Sprecher der Nebenfiguren klingen einfach furchtbar. Immer, wenn beispielsweise ein neues Storygebiet betreten wird, wird eine Art Briefing monoton und wie eine Gute Nacht-Geschichte vorgelesen. Auch ist es verwunderlich, dass man in den Optionen Untertitel für alle Dialoge oder für "andere Sprachen" einstellen kann. In der Originalversion sind das die deutschen Sprüche der Nazis, in der deutschen Version sprechen aber alle Deutsch, mit Ausnahme von ein paar französischen Floskeln. Wer auf die deutsche Tonspur nicht angewiesen ist, sollte allein deswegen schon auf die Internationel Version zurückgreifen.



Fazit:
Was jetzt im Text nicht so gut durchkommt, ist die Tatsache, dass Wolfenstein: Youngblood stellenweise durchaus Spaß machen kann. Vor allem im CoOp ballert man sich gerne ein wenig durch Nazis durch. Es ist aber sehr deprimierend, wie viele Schritte Youngblood nach dem überragenden New Colossus wieder zurückgegangen ist. Die Open World wirkt komplett lustlos, vor allem die Sidequests kommen nicht über ein Minimum im Design heraus und im Singleplayer ist man der Laune der KI ausgeliefert. Über das 80er-Thema habe ich noch gar nichts geschrieben, weil bis auf hin und wieder einen Synth-Track, der dann aber auch immer wieder ganz cool ist, optisch nichts damit angefangen wurde. Dabei ist die Grafik an sich super, nur eben nicht thematisch. Wolfenstein: Youngblood hätte eine Menge Potenzial haben können, aber letzten Endes ist man mit den Vorgängern deutlich besser beraten. Die doch recht hohe Endwertung resulitiert allerdings hauptsächlich daraus, dass das Spiel technisch nichts falsch macht.


Wolfenstein: Youngblood - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Helena Lichtmeß

Screenshots










Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.5 Grafik: 9.00
Sound: 8.00
Steuerung: 8.00
Gameplay: 5.00
Wertung: 7.5
  • Waffenupgrades
  • Guter Soundtrack
  • Schicke Grafik
  • CoOp-Modus
  • Open World mit lustlosen Quests
  • Schwestern-KI glitcht oft
  • Mikrotransaktionen
  • Schwache Synchro

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Rezension vom: 06.08.2019
Kategorie: Action
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