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Devil May Cry 5

Entwickler: Capcom
Publisher: Capcom

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 59,00 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
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Devil May Cry 5 ist eine Zeitmaschine. Es zeigt, wie sehr man sich, und die Gesellschaft um einen herum, geändert hat. Es zeigt, dass gutes Gameplay vieles retten kann, aber vor allem, dass die 90er vorbei sind. Devil May Cry 5 muss man als Action-Fan und Liebhaber von fetten Kombos ausnahmslos empfehlen und doch gleichzeitig verwundert bis mahnend den Zeigefinger heben. Ein wahres Wechselbad der Gefühle. Viel Spaß mit meinem ganz persönlichen Ritt durch nackte Haut, Gruseltexturen, Blut und Triple-S-Ratings.

Meinung:


 

An Devil May Cry 5 sind #metoo, Genderdebatten und Sexismus einfach vorbeigegangen. Ob man das gut findet, muss jeder für sich selbst beurteilen. Ein wenig drüber war die Serie ja schon immer. Aber wie so oft zählt auch hier die Formel schneller, höher, weiter. Was im Gameplay funktionieren kann, ist hier in der Präsentation für mich zuviel des Guten. Im Laufe des Spiels gewöhnt man sich etwas an die Absonderlichkeit, was es nicht besser macht. Manch Szene ist durch seine Over-The-Top-Präsentation ganz im Sinne der Serientradition großartig, aber wenn Frauen, aber nie die Männer, nach einem Scheitern beim Kampf mit dem Dämonenkönig, völlig nackt sind, dann ist das eher deplatziert. Nackte Frauen in Dämonenkörpern als Batterie angezapft? Sorry, da bin ich raus. In Devil May Cry 5 sind bauchfreie Tops auch wieder groß in Mode, Zigaretten ein Platzhalter für mega Coolness und die Slowmotion wird so stark penetriert, dass ich bisweilen dachte, der Grafikprozessor der Playstation läuft nur noch auf halber Leistung. Übermäßige Slowmotion ist nicht cool, sondern langsam. Viel zu langsam. Mechaniker-Bitches sind auch kein Zeichen von Emanzipation. Fremdscham überall! Das war mal cool, für manchen mag die Formel auch heute noch aufgehen.

Kann man alles verschmerzen? Vielleicht, doof nur, dass wir noch nicht am Ende sind. Vor allem der Start des Spiels ist grafisch, bis auf die Charaktere, äußerst dürftig. Von Texturen bis zum Artdesign überzeugt hier gar nichts. Die Stadt im Spiel, deren Namen ich schon wieder vergessen habe, wird von Dämonen überrannt. Fein! Nur leider sieht die Stadt an keiner Stelle so aus, als hätte irgendein Mensch in ihr gewohnt. Es ist eine Kulisse für Arena-Kämpfe, Ende Gelände(r). Aus einem Platz mit ein paar lieblos aufgestellten Plastikstühlen entsteht eben keine urbane Seele. Verschenktes Potential! Die Story ist so von Anfang an zu vernachlässigen. Der zweite große Abschnitt des Spiels findet in einem Dämonenbaum und seinen Wurzeln statt. Die Areale wirken plastischer, bleiben aber insgesamt langweilig, weil unfassbar eintönig. Garniert wird das mit unlustigen bis peinlichen One-linern. Wäre das die Quintessenz gewesen, ich hätte keine Stunde ausgehalten.

Trotzdem gut!
Warum habe ich den Controller am Ende nicht aus der Hand legen können? Ganz einfach, das Gameplay ist fantastisch bis abgefahren genial. Wo bitte kann man mit zwei Motoradhälften Dämonen stylisch im Kombogewitter zermalmen? Zwischendrin fließende Übergänge zu Doppelpistole, Luftakrobatik und Raketenwerfer-Action! BÄM BÄM BÄM – Triple S! Hier will ich Over-The-Top-Action und das bekomme ich auch. Ein grandioses Gefühl. Dante spielt sich so fantastisch wie eh und je. Der zweite Protagonist ist wieder Nero. Mit ihm werde ich nie so ganz warm, wenn auch sein neuer Gadget-Arm spielerisch rockt. Mal Kettenpeitsche, dann wie Mega-Man als Schusswaffe oder abgefahren mit Spagetthi-Gabel, die taktische Abwechslung ist groß.

An erster Stelle steht aber der neue Charakter V. Nicht als Persönlichkeit. Der Tattoo verseuchte Emo-Magerjüngling ist ein schlechtes Klischee und kommt an keiner Stelle aus seiner langweiligen Schablone heraus. Da ist einer zu gewollt aufgezogen. Außer man kämpft mit ihm. Was für eine Wohltat! Gänzlich anders als Dante und Nero, ist V passiv. Auf seinen Stock gestützt, aus seinem Buch rezitierend, kreucht er eher durch die Gegnerhorden. Das Kämpfen übernehmen vor allem seine zwei dämonischen Begleiter: Eine Art Geier-Rabe und ein Panther. Temporär gesellt sich ein titanischer Koloss noch dazu. Jede dieser Figuren wird über eine andere Taste gesteuert. Auch hier sind Kombos zwingend! Der richtige Wechsel zwischen den dämonischen Begleitern ist unabdingbar. Es macht einfach irre viel Spaß als gebrechlicher Marionettenspieler durch Gegnerhorden zu schlendern und um einen herum zerfetzen in einem Effektgewitter die Begleiter zielgerichtet alle Feinde. Extrem frisch und so noch nie gespielt, übt V einen enormen Reiz aus.

Abseits der Action
Ansonsten bleibt Vieles beim Alten. Man bekommt durch perfekte Kombos ein hohes Rating und levelt seine drei Charaktere mit ihren unterschiedlichen Waffen auf. Man kann per Microtransaktionen wohl Gegenstände erwerben, aber ehrlich gesagt hatte ich kaum das Gefühl, das tun zu müssen. Ist vielleicht nicht die ganz feine Art, aber der Shop wird einem überhaupt nicht aufgedrängt. Der Reiz in Devil May Cry 5 ist der gleiche: perfekt kämpfen für maximale Belohnung um weitere Moves freizuschalten. Innerhalb der Level gibt es noch geheime Herausforderungen zu finden. Nett, aber nichts weltbewegendes. Schade ist, dass so gut wie keine Rätsel vorkommen.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Christian Jacob So bleibt es dabei, dass Devil May Cry 5 vor allem für Spieler interessant ist, die ihre Kombos perfektionieren wollen. Das Spiel weckt mit Leichtigkeit den Ehrgeiz, um aus einem S-Rating eben ein Triple S hinzubekommen und die vielen Bosskämpfe in stylischer und perfekter Manier zu besiegen. Man hetzt von Areal zu Areal, den Blick mit Vorfreude auf den nächsten Kampf gerichtet. Was das Spiel bei der Welt an Abwechslung vermissen lässt, holt es wieder etwas bei den diversen Gegnern raus. Die Helden sind definitiv das spielerische Herzstück. Alle drei spielen sich auf ihre Weise wunderbar unterschiedlich und V glänzt mit seinem passiven Kampfstil weit über das Spiel hinaus. Es gibt zudem herrlich verrückte Momente, ganz im Stile der Serie, doch leider ist das Spiel zu oft aus der Zeit gefallen. Die aufgesetzte und unnötige Nacktheit der Frauen, das plumpe und kaum stylische Gehabe und wenig zündende One-Liner geben ebenso ein schlechtes Bild ab, wie das zum Teil grauenhafte Leveldesign. Umso bemerkenswerter, dass dieses Spiel trotzdem so viel Spaß macht.

Devil May Cry 5 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Christian Jacob

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.875 Grafik: 7.00
Sound: 7.00
Steuerung: 8.00
Gameplay: 9.50
Wertung: 7.875
  • Großartiges Kampfsystem
  • Abwechslungsreiche Spielstile
  • Der Charakter V spielt sich enorm frisch
  • Kulisse absolut uninteressant
  • Monotones Leveldesign
  • Zum Teil nicht mehr zeitgemäßer Stil

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Rezension vom: 01.04.2019
Kategorie: Action
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