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Graveyard Keeper

Entwickler: Level 5
Publisher: tinyBuild Games

Genre: Simulationen
USK Freigabe: Downloadspiel ohne USK-Prüfung
ca. Preis: 19,99 (Xbox One) €

Systeme: PC, Xbox One

Inhalt:
graveyard_keeper_logo

Dass erfolgreiche Formate kopiert werden, ist in der Unterhaltungsindustrie nichts Neues. Auch in der Gamesbranche gibt es viele Beispiele dafür, wie die Ideen von Verkaufsschlagern abgekupfert werden. Das Ergebnis ist meist aber recht enttäuschend und als Spieler fragt man sich, wieso man eine billige Kopie spielen sollte, wenn es doch auch das gute Original gibt. Manchmal sind solche Klone aber auch wirklich gelungen und ergänzen das bekannte Spiel um eigene Ideen, sodass daraus ein ganz neues Spielgefühl entsteht – wie bei Graveyard Keeper, das von Publisher tinyBuild kürzlich für PC und die Xbox One veröffentlicht wurde.

Meinung:

Was das große Vorbild von Lazy Bear Games bei der Entwicklung von Graveyard Keeper war, ist unübersehbar. Ganz offensichtlich war es der Indie-Überraschungshit Stardew Valley, bei dem man eine Farm wieder aufbauen musste und nebenbei allerlei Dinge machen konnte, was natürlich auch wiederum „nur“ von Harvest Moon geklaut wurde. Dieses Spielprinzip findet sich auch in Graveyard Keeper wieder - doch der Reihe nach.
Anfangen wollen wir nämlich mit dem größten Alleinstellungsmerkmal des Spiels. Denn wie der Name schon vermuten lässt, spielt Graveyard Keeper in keiner kunterbunten Welt wie das große Vorbild. Nein, unser Alter Ego ist hier zunächst ein ganz normaler Kerl, der sich auf dem Weg nach Hause allerdings zu sehr von seinem Smartphone ablenken lässt und deswegen den herannahenden Laster übersieht. Als er wieder erwacht, findet er sich in einer seltsamen und etwas schaurigen Parallelwelt wieder, die nicht nur Jahrhunderte zurückzuliegen scheint, sondern in dem auch skurrile Geschöpfe wie ein sprechender, kommunistischer Esel oder ein ebenfalls sprechender Totenkopf namens Gerry leben. Wie wir von einem mysteriösen Typen erfahren, befinden wir uns hier in einem neuen Abschnitt unserer Existenz, von der es zwar rein theoretisch ein Zurück gibt, allerdings nur, wenn wir die uns hier gestellte Aufgabe meistern. Die besteht darin, dass wir uns als Friedhofswärter um den hiesigen Friedhof kümmern müssen.

Bekanntes Prinzip

Während die Geschichte wirklich einzigartig ist, folgt das Gameplay dem bekannten Stardew Valley-Prinzip. Wie im großen Vorbild müssen wir uns auch hier in erster Linie um unser Anwesen, welches in diesem Fall anstatt eines Bauernhofes eben ein Friedhof samt dazugehöriger Kirche ist, kümmern, dieses auf Vordermann bringen und natürlich lukrativ machen (wenn man die Kirche wiedereröffnet, hält man Predigten, woraufhin die Gläubigen einem ein paar Spenden zukommen lassen). Um all dies zu schaffen, müssen wir, ebenfalls ganz wie beim Vorbild, Quests abschließen, die wir von NPCs erhalten, die – welch Überraschung – im nahegelegenen Dorf wohnen. Ebenfalls ganz dem Vorbild getreu, müssen wir dazu einiges craften, Obst und Gemüse anbauen, Monster schlachten und selbstverständlich Fische fangen.

Gameplaytechnische Eigenheiten
Auch wenn man all dies schon kennt und man sich deswegen spielerisch auch sofort wie zu Hause fühlt (vorausgesetzt man hat vorher Stardew Valley gespielt), so hat Graveyard Keeper bei näherer Betrachtung dann aber doch auch ein paar Gameplaytechnische Eigenheiten zu bieten. Die wohl wichtigste findet man dabei beim Erforschen neuer Fähigkeiten und vor allem beim Craften, denn hier werden nicht nur Ausdauer und die entsprechenden Materialien benötigt, sondern auch verschiedene Technologie-Punkte, von denen es drei unterschiedliche Kategorien und Farben gibt (grün = Natur, violett = Alchemie, rot = Handwerk). Alle Punkte erhält man durch das Erledigen verschiedenster Aufgaben und Quests. So gibt es die Natur- und Handwerk-Punkte zum Beispiel, indem man Bäume fällt oder Holz an der Werkbank weiterverarbeitet. Im Grunde ist dieses System ganz nett, doch gerade zu Anfang sorgt es leider dafür, dass man im Prinzip die ganze Zeit nur damit beschäftigt ist, Ressourcen zu sammeln, um an genügend Punkte für die nächste Technologie zu gelangen. Im späteren Verlauf ändert sich das ein bisschen. Irgendwann hat man nämlich so viel Geld beisammen, dass man benötigte Gegenstände und Materialien einfach bei einem der zahlreichen Händler des Dorfes kauft ohne dafür extra noch einmal Punkte farmen zu müssen.

Lästige Autopsie
Als lästig erweist sich auch die andere Eigenheit – der Friedhof und die dazugehörigen Leichen. Bevor man die Verstorbenen beerdigen kann, muss man diese nämlich zunächst bearbeiten, wobei man neben nützlichem Fleisch (über das sich der hiesige Schankwirt freut) auch Knochen, den Schädel und einiges weitere entnimmt. Leider ist es so, dass man all diese Schritte nacheinander tätigen muss, weshalb die Autopsie eine sich wiederholende Prozedur darstellt, die einige Tastendrücke und Zeit beansprucht. Sehr viel nerviger ist allerdings, dass man dies nicht an einem Stück machen kann. Die gesamte Autopsie benötigt nämlich so viel Ausdauer, dass einem zwischendrin die Puste ausgeht. Wenn man nun keinen Trank oder zumindest etwas zu Essen dabei hat, muss man also nach Hause laufen, sich schlafen legen und am nächsten Tag weitermachen. Das Problem mit der Ausdauer tritt aber nicht nur beim Bearbeiten der Leichen auf. Im Prinzip ist es so, dass man alle paar Minuten aufgrund mangelnder Ausdauer seine Arbeit unterbrechen muss, was auf Dauer nicht nur zeitraubend, sondern eben auch nervend ist.

Viel Herumgelaufe
Leider ist die mangelnde Ausdauer aber nicht das Einzige, was einem beim Spielen negativ auffällt. Auch das ganze Herumgelaufe geht einem irgendwann gehörig auf die Nerven. Die Abstände zwischen unserem Anwesen, dem Dorf und anderen Örtlichkeiten sind hier sogar nochmal um ein ganzes Stück größer als in Stardew Valley, weshalb man hier eine nicht zu vernachlässigende Zeit nur mit umherlaufen beschäftigt ist. Es gibt zwar später auch Teleportsteine, doch wesentlich besser machen auch sie es nicht. Zumal man ja nicht nur herumlatscht, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Oft ist man auch gezwungen, Dinge zu suchen, denn leider sagen einem die Questgeber zwar, was sie von einem wollen, aber wo man die Materialien findet, behalten sie für sich. Also heißt es auch hier sehr oft, so lang herumzurennen, bis man endlich gefunden hat, was man sucht.

Langweilige Kämpfe
Nicht ganz so nervend, aber dafür so gut wie uninteressant, ist der Dungeon, der sich unter unserem Haus befindet. Schuld daran, dass er so langweilig geraten ist, ist das Kampfsystem, das genauso simpel gestrickt ist, wie beim großen Vorbild. Mehr als einen Knopf drücken, muss man nämlich auch hier nicht. Ausweichmanöver, Konter oder ähnliches sucht man hingegen vergebens. Das Einzige, was einem einen weiteren Vorteil verschafft, sind stärkere Waffen (die man aber natürlich erst craften muss) sowie verschiedene Getränke, die entweder die Ausdauer wieder auffrischen oder den Angriff etwas effektiver machen. Wirklich spannender werden die Kämpfe dadurch aber auch nicht, weshalb man auch nur dann in den Dungeon hinabsteigt, wenn man es aufgrund einer Quest wirklich muss. Ansonsten macht man lieber einen weiten Bogen darum.

Gothic-Mod mit Performance-Problemen
Wie bereits ausgiebigst erläutert wurde, hat Graveyard Keeper eine Menge spielerische Elemente von Stardew Valley übernommen. Allerdings beschränkt sich das nicht nur auf das Gameplay. Auch was die Optik anbelangt, ist das Vorbild mehr als erkennbar. Man könnte sogar glatt meinen, es hier einfach nur mit einem Gothic-Mod für Stardew Valley zu tun zu haben – so ähnlich sehen sich die Spiele. Daran ist im Grunde ja auch nichts Verwerfliches. Doch wenn man diesen Weg beschreitet, dann bitte auch technisch ordentlich. Aber genau dies ist hier leider nicht immer der Fall, denn im Gegensatz zum Vorbild gibt es hier – zumindest in der von uns getesteten Xbox One-Version – doch einige heftige Performance Probleme, die sich in häufigen, kleineren Nachladern, aber auch in heftigem Tearing bemerkbar machen. Ich hoffe sehr, dass der Entwickler hier noch mit einem Patch nachhilft, denn so ist es auf Dauer wirklich anstrengend anzusehen.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan Heppert Graveyard Keeper ist im Grunde ein gelungener Stardew Valley-Klon, der vor allem durch seine originelle Story überzeugt. Auch die paar neuen spielerischen Elemente sind ganz nett, doch leider wirken sie bisher einfach noch sehr unausgewogen. Dass man für eine Autopsie mehr als einen Ausdauerbalken verbraucht oder man die benötigten Technologie-Punkte mühsam und zeitaufwändig Zusammenfarmen muss, ist einfach nur nervend. Auch die Performance stimmt hinten und vorne noch nicht und lässt – zumindest auf der Xbox One – keine längere Spielsession zu, ohne dass man Kopfschmerzen bekommt. All dies sind aber Dinge, die sich durch ein bisschen Feinjustierung sicherlich beheben lassen, sodass das Spiel dann sein ganzes Potenzial (von dem es eine Menge hat) ausschöpfen kann. Ich empfehle also, am besten noch ein paar Wochen mit dem Kauf zu warten, um sich dann über ein tadelloses Spiel, das einem viele unterhaltsame Stunden beschert, erfreuen zu können.




Graveyard Keeper - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 6.5625 Grafik: 6.25
Sound: 7.00
Steuerung: 7.00
Gameplay: 6.00
Wertung: 6.5625
  • Außergewöhnliches Setting
  • Ausgefallene Story
  • Einige eigene Ideen
  • Abwechslungsreiche Quests
  • Sehr viel von Stardew Valley kopiert
  • Performance Probleme (Xbox One)
  • Lästiges Punktefarmen
  • Viel Herumgelaufe
  • Lahmes Kampfsystem

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Rezension vom: 29.08.2018
Kategorie: Simulationen
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