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Jurassic World Evolution

Entwickler: Frontier Developments
Publisher: Frontier Developments

Genre: Strategie
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 59,99 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
jurassic_world_evolution_logo

Schöne Dinosaurier, die die Leute locken und wenig dahinter. Dies gilt nicht nur für die beiden Jurassic World-Filme, sondern auch für das dazu passende Aufbaustrategiespiel von Frontier Developments, wie unser Test zeigt.

Meinung:

Ohne zu viel spoilern zu wollen, lässt sich wohl zweifelsfrei sagen, dass der frisch in die Kinos gekommene Jurassic World: Fallen Kingdom wie schon Jurassic World (und auch schon der dritte Jurassic Park-Teil, wenn wir ehrlich sind) die Zuschauer nicht durch eine tiefgängige Story, sondern vielmehr durch toll animierte Dinosaurier in die Kinos lockt. In Jurassic World Evolution ist das nicht sehr viel anders. Auch hier sind es vor allem die Dinosaurier, die einen locken. Die werden nämlich glänzend in Szene gesetzt, so etwa, wenn sie frisch ausgebrütet ihre ersten Schritte in die Gehege machen. In solchen Momenten zeigt das Spiel den Dino in Großformat und lässt ihn auch noch gekonnt in die Kamera brüllen. Auch sonst sehen die Dinosaurier brillant aus und werden bei Regen sogar richtig nass. Schade nur, dass es keine Wasser- oder Flugsaurier gibt. Doch das kann sich ja noch ändern.

Nicht gerade individuell
Was bei dieser ganzen Dino-Show zu kurz kommt, ist allerdings der spielerische Effekt. Dabei weiß Frontier Developments eigentlich ganz genau, was ein Freizeitpark-Aufbaustrategiespiel benötigt, schließlich haben sie mit Zoo Tycoon, Rollercoaster Tycoon 3 und zuletzt Planet Coaster einige der besten Spiele dieses Genres herausgebracht. Jurassic World Evolution wirkt hingegen wie eine abgespeckte Version von alledem.
Fangen wir bei der Gestaltung des Parks an. Anders als zum Beispiel Planet Coaster, wo wirklich jeder Park einzigartig aussieht, kann man sich hier nicht aus Dutzenden Einzelteilen und Accessoires seinen Park nach eigenen Wünschen gestalten. Stattdessen gibt es nur ein paar verschiedene Wege, die alle gleich langweilig aussehen, und Zäune. Auch, was die Gebäude angeht, hat man nicht viele Möglichkeiten. Keine etlichen unterschiedlich gestalteten Buden oder Ähnliches. Stattdessen langweilige Betongebäude, in denen ein Restaurant, Klamottenladen oder andere „Abzock-Buden“ stecken. Ringsherum muss man noch zwingend benötigte Gebäude bauen, die der Sicherheit vor den Dinos und Stürmen, der Erforschung und Ausbrüten der Dinos oder der Elektrizität dienen. Mehr ist es leider nicht, was man bauen kann.
Beim Gestalten der Gehege bietet einem das Spiel ähnlich wenig Freiheiten. Wer gedacht hat, dass man, ähnlich wie bei Zoo Tycoon, auf die Bedürfnisse der jeweiligen Tiere achten muss, hat sich getäuscht. Das einzige Bedürfnis, das man beachten sollte, ist, ob sie Einzelgänger sind oder lieber in einer Gruppe leben. Ansonsten baut man immer ein und dasselbe Gehege, bestehend aus einem Wasserloch zum Trinken, einer Fütterungsstelle und einer Besuchertribüne. Ansonsten muss man nur noch schauen, welchen Zauntyp man installieren muss. Bei Pflanzenfressern reicht ein preiswerterer Zaun, während bei Fleischfressern ein Elektrozaun empfehlenswert ist (warum, erkläre ich gleich). Wer möchte, kann zwar jetzt auch noch etwas Terraforming betreiben, doch seien wir mal ehrlich, wer macht sich diese Mühe? Zumal die Inseln bereits schön gestaltet sind. Aufgrund der wenigen Möglichkeiten sehen die Parks am Ende natürlich allesamt ziemlich gleich aus, ganz egal, wer ihn nun errichtet hat.

Wenig Tiefgang
Doch nicht nur die Gestaltung der Parks wirkt etwas lieblos, auch das ganze Gameplay und die Story, die drumherum gebaut wurde, wirkt für meinen Geschmack irgendwie halbgar. In der Kampagne erschließen wir nach und nach die fünf Inseln des Muertes Archipels, auf denen wir natürlich jeweils einen Park errichten sollen. Auf jeder der Inseln erwartet uns dabei eine etwas andere Ausgangslage. So müssen wir mal einen Park von Grund auf neu errichten, mal nur wieder flott machen. Auf der einen Insel herrscht so gut wie immer gutes Wetter, auf der anderen erwarten einen wilde Stürme. Was sich abwechslungsreich anhört, ist es im Grunde aber gar nicht, denn im Prinzip läuft es immer gleich ab: Man errichtet die bereits erwähnten, wenigen Gebäude, erforscht Dinos und lässt diese frei. Das war es. Bereits erforschte Dinosaurier und Gebäude können wir dabei, Gott sei Dank, problemlos auch auf den neuen Inseln ausbrüten bzw. errichten, erstes setzt natürlich das Fossilienzentrum voraus, in dem wir die Genome aus Fossilienfunden extrahieren. Geld ist hingegen an die jeweilige Insel gekoppelt, muss also auf jeder Insel wieder eigens generiert werden. Wirklich schwer gestaltet sich das aber nicht, denn wenn man es einmal geschafft hat, ein minütliches Plus zu erzielen, sollte man, wenn man sich nicht ganz dumm anstellt, dieses nie wieder verlieren. Es sei denn, Dinosaurier brechen aus und fressen Besucher. Dann geht nämlich die Parkwertung in die Knie und die Besucher bleiben aus, was auf Dauer ganz schön teuer werden kann. Wie gesagt, muss man sich dafür aber recht dumm anstellen. Mir ist es im Laufe der Testphase auf jeden Fall nie passiert, dass ein Dino ohne meinen ausdrücklichen Willen ausgebrochen ist. Eine echte Herausforderung sieht dementsprechend natürlich anders aus und schwerer machen kann man es sich leider auch nicht, denn leider gibt es keinen verstellbaren Schwierigkeitsgrad.

Ist das sein ernst?
Was es hingegen gibt, sind unterschiedliche Missionen und Aufträge, die von Mitarbeitern aus der Wissenschaft, Unterhaltung und Sicherheit gestellt werden. Die Aufträge sind dabei Minimissionen, die lediglich Ruf einbringen. Die Missionen sind hingegen ganz nett und werden nicht nur durch kleine Storyschnipsel anhand eines Funkverkehrs nähergebracht, sondern sorgen auch dafür, dass man die wenigen Gebäude nach und nach freischaltet. Obendrein bekommt man so auch im Laufe der Zeit die Möglichkeit, immer mehr Dinos zu züchten. Letzteres ist allerdings auch wieder mit sehr viel repetitiver Arbeit verbunden, denn um neue Dinos zu bekommen, muss man, wie schon erwähnt, deren Genome aus Fossilien extrahieren. Um an diese zu gelangen, müssen wir aber erst ein Forschungsteam mit dem Hubschrauber in alle Herren Länder schicken, was nichts anderes bedeutet, als dass man alle paar Minuten eine Weltkarte öffnet, um dort einen Forschungspunkt zu bestimmen. Wie die Forscher dort hinfliegen oder dort arbeiten, bekommt man hingegen nicht zu sehen. Die ersten paar Male macht das dennoch durchaus noch Spaß, auf Dauer wird es aber echt mühselig und man wünscht sich nichts Sehnlicheres, als eine Möglichkeit, diese lästige Aufgabe irgendeinem Handlanger übergeben zu können, der das Ganze automatisch macht. Doch diese Möglichkeit gibt es leider nicht. Immerhin bekommt man so aber nach und nach alle 48 Dinos (inklusive den sechs aus dem ersten kostenlosen DLC) und dafür macht man das Ganze dann doch irgendwie wieder gerne.
Was man glücklicherweise delegieren kann, ist der Umgang mit den Helikopter- und Jepp-Teams, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn mal wieder ein Zaun defekt, ein Dino krank oder gar ausgebüxt ist. Man kann zwar auch selber fliegen bzw. fahren und auf die Dinos schießen, komfortabler ist es aber, sie wie in einem Echtzeitstrategiespiel einfach auf ein Ziel anzusetzen. Was man nicht abgeben kann, sind hingegen die Fotoaufgaben. Das ist aber auch gar nicht schlimm, denn auch wenn man hier im Prinzip immer dasselbe macht, nämlich ins Gehege fahren und darauf warten, das gewünschte Motiv schießen zu können, ist es doch eine Freude die Dinos von so nahe zu sehen.
Alles andere als eine Freude sind hingegen die hanebüchenen Storyelemente, die man bei den Missionen zu hören bekommt. Nicht nur, dass manche Funksprüche total irrelevant sind, manchmal bekommt man auch Missionen, bei denen man sich fragt, ob das wirklich sein ernst ist und in welchem echten Park das so ablaufen würde – vor allem in Anbetracht dessen, dass man hier Dinosaurier vorführt. Das beste Beispiel hierfür ist sicherlich der Sicherheitschef, der einfach mal testen möchte, was passiert, wenn man einen Dino frei durch den Park herumlaufen lässt. Am besten hinterfragt man solche Sachen aber genauso wenig, wie die Tatsache, dass, wenn man eine der drei Abteilungen vernachlässigt, diese anfängt, Sabotageakte auszuführen und zum Beispiel kurzerhand den Strom ausknipst, damit fleischfressende Dinosaurier ausbrechen können. Man stelle sich das einmal bei einem echten Vergnügungspark vor, wie die Mitarbeiter fröhlich andere Fahrgeschäfte sabotieren. Aber wie gesagt, am besten einfach nicht hinterfragen.

Eigene Dino-Schöpfungen
Ein interessantes Gameplay-Feature hat Jurassic World Evolution schlussendlich aber doch zu bieten. Natürlich hat dieses - wie sollte es auch anders sein - direkt mit den Dinos zu tun. Bei denen kann man nämlich tatsächlich seiner Kreativität ein wenig freien Lauf lassen. Möglich machen dies die aus den Filmen bekannten Genomveränderungen, die man an jedem Dino vornehmen kann. So kann man die Dinos zum Beispiel intelligenter oder auch aggressiver werden lassen. Aber Vorsicht, denn wenn wir eines aus den Filmen gelernt haben, dann, dass genveränderte Dinosaurier immer Ärger bedeuten. Also sollte man es hier am besten nicht übertreiben, es sei denn, man möchte seinen Park bewusst ins Chaos stürzen.

Grafik und Steuerung sind eine Wucht
Dass die Dinosaurier wunderbar aussehen, haben wir ja schon groß und breit besprochen. Allerdings gilt dies nicht nur für die Dinos. Das Spiel insgesamt ist wunderbar anzusehen (bis auf die Betongebäude, die eher an Bunker erinnern). Wenn die Sonnenstrahlen hinter dem Berg hervorkommen oder das Gras sich im Wind wiegt, bekommt man schon beinahe Urlaubsgefühle. Besonders schön ist es, wenn man mit seinem Geländewagen durch den Park oder ganz nah an die Dinos heranfährt. Dann kann man die zahlreichen Details, die überall drinstecken, wunderbar erkennen. Ruckler, Pop-ups oder Ähnliches bekommt man dabei übrigens nie zu sehen. Solche Probleme gibt es hier nämlich erfreulicherweise gar nicht.
Genauso tadellos ist auch die Controller-Steuerung gelungen. Dadurch, dass die Menüs alle übersichtlich und nicht zu verschachtelt gestaltet wurden, kann man sogar auf dem PC problemlos mit dem Controller spielen und sich beim Spielen gemütlich in seinen Sessel zurücklehnen.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan Heppert Für ein paar Stunden weiß Jurassic Park Evolution wirklich zu unterhalten, was natürlich in erster Linie an den toll gestalteten und animierten Dinosauriern liegt. Doch spätestens, wenn man alle Dinos gesehen hat, fehlt die Motivation länger weiter zu machen. Dafür mangelt es einfach an spielerischem Tiefgang und der Möglichkeit, seinen Park individuell zu gestalten.




Jurassic World Evolution - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.375 Grafik: 8.50
Sound: 7.00
Steuerung: 8.00
Gameplay: 6.00
Wertung: 7.375
  • Wundervoll animierte Dinosaurier
  • 48 Dinosaurier
  • Sehr gute Controller-Steuerung
  • Grafisch eine Wucht
  • Dinosauriergenome lassen sich modifizieren
  • Wenig Tiefgang
  • Viel repetitive Aufgaben
  • Wenige gestalterische Freiheiten
  • Manche Missionsaufgaben wirken sehr seltsam
  • Keine Wasser- und Flugsaurier

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Rezension vom: 02.07.2018
Kategorie: Strategie
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