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Tennis World Tour

Entwickler: Breakpoint Studio
Publisher: bigben Interactive

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 64,50 €

Systeme: PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
tennis_world_tour_logo

Auch wenn es schlussendlich nicht zum ganz großen Erfolg reichte, hinterließen gerade Angelique Kerber und Alexander Zverev bei den French Open einen guten Eindruck und konnten einige neue Tennis-Fans hinzugewinnen. Wie passend, dass gerade jetzt auch zwei neue Tennisspiele auf den Markt kamen. Das Erste, AO International Tennis, haben wir ja bereits getestet. Leider konnte es uns, trotz einiger guter Ansätze, nicht ganz von sich überzeugen. Ob es das zweite Spiel im Bunde, das kürzlich von bigben Interactive veröffentlichte Tennis World Tour, besser macht? Die nächsten Zeilen werden es zeigen.

Meinung:

Wie in der Einleitung schon angesprochen, waren wir von AO International Tennis nicht ganz überzeugt. Ein Punkt, der uns besonders negativ auffiel, war die viel zu geringe Anzahl lizenzierter Spielerinnen und Spieler. Gerade einmal 20 original Spielerinnen und Spieler waren nicht gerade der Hit, zumal viele SpitzenspielerInnen fehlten. Bei einer solchen Vorlage sollte man meinen, dass Tennis World Tour das locker übertrumpfen sollte. In der Realität zeigt sich aber ein anderes Bild. Zwar sind hier immerhin 30 SpielerInnen original lizenziert, dennoch hat AO International Tennis in meinen Augen hier die Nase vorn. Dessen großer Pluspunkt war nämlich der Editor, der es einem erlaubte, fehlende Spielerinnen und Spieler selbst mit einem guten Wiedererkennungswert zu erstellen. Dieses Feature geht Tennis World Tour leider ab. Zwar gibt es auch hier einen Editor, dieser ist aber nur sehr oberflächlich und lässt nur das Erstellen generisch aussehender SpielerInnen zu. Die großen Namen, die im Roster fehlen, kann man so leider nicht kompensieren. Wer einen größeren Roster mit halbwegs gut erkennbaren Spielern haben möchte, muss hier deswegen extra in die Tasche greifen. Gegen ein paar Euro bietet bigben Interactive nämlich weitere Spieler, vorzugsweise Legenden wie Andre Agassi, an.

Karriere und sonst?
Kommen wir zu den Spielmodi. Hier bot AO International Tennis durchschnittliche Kost ohne größere Schnitzer oder Überraschungen. Und wie sieht es bei Tennis World Tour aus? Leider muss ich sagen, dass auch dieser Punkt an die Konkurrenz geht. Aus irgendeinem Grund hat es bigben Interactive nämlich zum Release nicht geschafft, einen Online-Modus oder auch nur Doppel-Matches ins Spiel zu integrieren, wobei beides eigentlich zur rudimentären Ausstattung dazugehören sollte. Das Hauptaugenmerk liegt somit, sofern man sich nicht allzu lange in dem oberflächlichen Tutorial oder den Einzelmatches aufhalten möchte, auf dem Karrieremodus. Das wäre insoweit auch in Ordnung, wenn dieser doch auch nur einen Hauch von Spaß machen würde. Es ist zwar schön und gut, dass man sich mit seinem eigens erstellten Spieler vom Nobody bis an die Weltranglistenspitze hocharbeiten muss, doch dass man während dessen nur an Fantasie-Turnieren teilnehmen kann, raubt doch einiges an Atmosphäre. Wie schön wäre es gewesen, mit seinem Spieler an Wimbledon, den French Open oder zumindest an bekannteren kleineren Turnieren teilzunehmen, doch aufgrund fehlender Lizenzen ist dies nicht möglich.
Stattdessen nimmt man hier eben an irgendwelchen Fantasie-Turnieren teil und versucht, soviel Preisgeld wie nur möglich einzuheimsen. Mit diesem kann man nämlich neues Equipment und Klamotten kaufen, mit denen man seinen Spieler verbessern kann. Allerdings sind die Aufwertungen hierbei nur marginal. Wesentlich besser sind hingegen die Levelaufstiege. Sobald man mit seinem Spieler ein neues Level erreicht hat, erhält man nämlich nicht nur neues Equipment, Trainer und Agenten, sondern auch Skillpunkte, die man auf drei unterschiedliche Eigenschaften (Archetypen genannt) verteilen kann, die dann wiederum bestimmte Attribute verbessern.
Die dritte Option seinen Spieler zu verbessern, liegt darin, Minispiele zu absolvieren, die allerdings sehr langweilig geraten sind. Es ist zwar schön, dass man so bestimmte Attribute wie etwa Kraft oder auch die Rückhand für eine kurze Zeit speziell verbessern kann, doch dass dies lediglich durch einfache Aufschläge bzw. Returns geschieht, ist wenig motivierend. Zumal es dabei auch egal ist, wie lang oder wie oft man einen Schlag vergeigt.

Skill-Karten bei einer Simulation?
Die vierte (und letzte) Möglichkeit seinen Spieler zu verbessern, ist sicherlich die interessanteste, aber zugleich auch unrealistischste, denn in bester Call of Duty-Manier erhält man mit jedem Levelaufstieg bzw. Turnier Skill-Karten, die besondere Perks aufweisen. So gibt es unter den rund hundert Karten zum Beispiel Karten, die den Aufschlag verbessern oder Karten, die einen eine bessere Präzision verleihen. Wie eben in Call of Duty sucht man sich zu Matchbeginn seine Lieblingskarte aus, wobei man im Laufe der Karriere immer mehr Karten wählen darf, die man in ein Match mitnehmen möchte. Je öfter man eine Karte nutzt, desto besser wird sie, so dass man sich schon allein durch Karten einen immens starken Spieler basteln kann. Im Grunde ist dies eine ganz nette Idee – allerdings nur, wenn es sich um ein Arcade-Spiel handeln würde. Bei einer Simulation, die Tennis World Tour nunmal sein möchte, hat solch ein System meiner Meinung nach aber nichts zu suchen, zumal man es auch nicht abschalten kann.

Kann es endlich punkten?
Bisher konnte mich Tennis World Tour nicht wirklich überzeugen. Doch wie heißt es so schön? „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“. Und hier hatte ja auch AO International Tennis so seine Schwierigkeiten. Kann Tennis World Tour hier also endlich punkten? Wie so oft in diesem Review heißt die Antwort auch diesmal leider wieder "Nein". Obwohl ich schon die Bewegungen in AO International Tennis als hölzern beschrieben habe, wirken sie im Vergleich zu dem, was man hier zu sehen bekommt, nahezu elegant. Hier sind es allerdings weniger die eigentlichen Schlagbewegungen, die dank Motion Capture-Verfahren tatsächlich ganz gut aussehen, sondern vielmehr die Übergänge zwischen dem Laufen und Schlagen. Hierbei sieht man nämlich mit schöner Regelmäßigkeit abgehackte Bewegungen, die einfach nicht natürlich wirken. Doch nicht nur die Bewegungen, auch das Gameplay selbst hat so seine Probleme. Zwar sind diese nicht so groß wie bei der Konkurrenz, die sich durch eine unglückliche Tastendoppelbelegung selbst ein Bein stellte, doch nervend ist es trotzdem, dass das Spiel einem immer seinen Schlag aufdrängen will. Denn genau das tut es. Ganz egal, ob ihr gar keine Schlagtaste drückt oder zum Beispiel einen Slice spielen wollt; wenn das Spiel denkt, in dem Moment und zu der Stellung des Spielers würde zum Beispiel ein Topspin besser passen, führt es ihn einfach aus. Das ist nicht nur frustrierend, sondern sorgt auch für das Gefühl, dass man eigentlich nur Zuschauer ist. Auch dass man anscheinend magisch vom Ball angezogen wird und so selbst die unmöglichsten Bälle noch erreicht, ist mehr als gewöhnungsbedürftig und wieder mal gegen das Vorhaben, eine echte Simulation sein zu wollen.
Dass es diese "Hilfen" (als die sie deklariert sind) gibt und man sie nicht ausschalten kann, ist doppelt ärgerlich, denn ohne sie wäre das Gameplay wesentlich besser. Denn wenn man einmal Glück hat und sich die KI nicht einschaltet, erlebt man Ballwechsel, die dank der obligatorischen Grundschlagarten und der Möglichkeit, sie in der gewünschten Härte ausführen zu können, schnell spannend werden und vor allem sehr lang andauern. Doch leider stellen solch tolle Ballwechsel aufgrund der besagten "Hilfen" eben nur die Ausnahme dar.
Ein Punkt, an dem man tatsächlich Hilfe gebraucht hätte, sie einem aber verwehrt bleibt, sind die Aufschläge. Hier vermisst man nämlich einen Cursor, der einem anzeigt, wo der Aufschlag ankommen wird. Da dieser aber (aus mir schleierhaften Gründen) fehlt, ist es eine Mischung aus viel Übung und Glück, um einen perfekten Aufschlag hinzulegen.

Solide – Mehr auch nicht
Grafisch präsentiert sich Tennis World Tour solide – mehr aber auch nicht. Die Grafik ist nicht berauschend, aber okay, wobei man hier und da leider auch mit einigen Lags leben muss, was in Anbetracht der doch eher drögen Plätze und Hallen verwunderlich wirkt. Beim Sound lässt das Spiel noch mehr Wünsche offen. Das Einzige, was hier wirklich überzeugen kann, sind die Geräusche des Balls und die obligatorischen Stöhner. Das leise Gemurmel der Zuschauer sowie die langweiligen Einzeiler von John McEnroe, der hier als „Kommentator“ in Erscheinung tritt (was er beim echten Tennis wesentlich besser macht), hätte man sich allerdings auch gleich schenken können. Tennisfeeling kommt so auf jeden Fall keines auf.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan Heppert Ich habe mich wirklich auf Tennis World Tour gefreut, vor allem weil AO International Tennis mich nicht vollends überzeugen konnte. Doch das, was bigben Interactive nun ablieferte, war – ganz ehrlich gesagt – eine herbe Enttäuschung. Dabei steckt irgendwo ganz tief im Spiel ein gutes Tennisspiel, das ab und zu heraussticht. Doch leider liegt es unter Dingen wie dem dominierenden Hilfesystem, Skill-Karten, technischen Problemen, fehlenden Turnier-Lizenzen usw. gut versteckt.
So, wie es sich momentan präsentiert, kann ich das Spiel deswegen – Stand heute – nicht empfehlen. Doch wer weiß, dank Patches und Updates (die auch schon in Arbeit sind) kann daraus ja vielleicht doch noch ein gutes Tennisspiel werden - das Potenzial dazu hat Tennis World Tour auf jeden Fall. Bis es so weit ist, sollten Tennis-Fans sich dann aber doch lieber der Konkurrenz widmen.

Tennis World Tour - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan Heppert

Screenshots












Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 5.25 Grafik: 6.00
Sound: 4.00
Steuerung: 6.00
Gameplay: 5.00
Wertung: 5.25
  • Ganz tief im Inneren steckt eine gute Tennissimulation
  • Lange Ballwechsel – wenn die Hilfe sich mal raushält
  • Viel Ausrüstung
  • Verbessern des eigenen Spielers
  • Viele Top-Stars fehlen im Roster
  • Kein Online- oder Doppel-Modus
  • Skill-Karten wirken sehr arcadig
  • Dominates Hilfesystem
  • Abgehakte Bewegungsübergänge

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Rezension vom: 14.06.2018
Kategorie: Sport
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