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Darkest Dungeon: Ancestral Edition

Entwickler: Red Hook
Publisher: Headup Games

Genre: Rollenspiele
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 39,99 €

Systeme: PlayStation 4, Switch

Inhalt:

Darkest_Dungeon_Logo

Du bist überraschend Erbe eines Anwesens geworden. Doch was dich dort erwartet, ist alles andere als das Versprechen auf eine glückliche Zukunft. Dein verstorbener Verwandter hat unter dem Anwesen gegraben und etwas erweckt. Etwas Unheilvolles, etwas Böses und jetzt liegt es an dir, dieses Grauen zu besiegen.



Meinung:

Der Tod kam schnell und gnadenlos
Meine Gruppe hat sich in einem Dungeon mit Mühe und Not zum Boss durchgekämpft. Alle sind lädiert. Meine Vestalin ist paranoid geworden und verweigert gerne mal den Befehl. Mein Kreuzritter benötigt dringend Heilung, während der Wegelagerer nicht viel besser dasteht. Dass der Stresspegel bei meinem Okkultisten kurz vorm Maximum steht, macht die ganze Situation nicht besser.

Der Kampf läuft bescheiden. Der Boss, ein gigantisches Krokodil, verspeist meine Vestalin zum Frühstück. Der Stressschub, der daraufhin entsteht, verpasst meinem Okkultisten einen Herzanfall, der ihn ins Jenseits befördert. Der Kreuzritter schafft noch eine Runde, ehe auch er über die Schwelle des Todes hinaustritt. Der Wegelagerer kann fliehen, doch dieser Stress führt dazu, dass kaum, dass er aus dem Raum, in dem der Kampf stattfand, hinaustritt, ebenfalls einem Herzanfall erliegt. Meine Party ist innerhalb von wenigen Minuten tot.

Scheitern ist Teil des Programms
In einem normalen RPG würde man meinen, dass dieser Kampf gegen Ende stattfand. Dass es sich um einen der letzten Bosse handelt, die ich bekämpfen muss, ehe ich erfolgreich das Spiel abschließen kann. Nicht so hier. Nicht so in Darkest Dungeon. Der Boss, gegen den ich gekämpft habe, war einer der Ersten und trotzdem bin ich gestorben. Wieso?

Weil ich eben Darkest Dungeon spiele. Hier ist das Scheitern Programm. Man wird sogar vor Spielbeginn davor gewarnt, dass hier die Charaktere sehr oft sterben werden und dass es so etwas wie eine Wiederbelebung nicht gibt. Permadeath lautet der Fachbegriff und hier ist er normaler Bestandteil des Gameplays.

Ein langer Weg vom Ursprung her
Dabei handelt es sich bei Darkest Dungeon um ein Spiel, das im Prinzip nicht neu auf dem Markt gekommen ist. Es handelt sich um einen Titel, der, wie auch Shovel Knight oder Pillars of Eternity, seine Existenz der Crowdfunding-Plattform Kickstarter verdankt. Das Spiel kam dann 2015 in die Early Acces-Phase auf Steam, ehe es ein Jahr später dann offiziell für PC, PS4 und Xbox One in den Handel kam. Ein Jahr darauf wurden die mobilen Plattformen mit einer Variante bedacht, ehe eben dieses Jahr die Switch ihre Fassung bekam. Dabei handelt es sich um die Ancestral Edition, die neben dem Kernspiel auch die bisherigen DLCs, inklusive dem Shieldbreaker-Charakter, mit beinhaltet. PS4-Besitzer werden übrigens ebenfalls in den Genuss von dieser kommen.

Dabei ist der Beginn des Spiels noch harmlos. Man wird nach und nach in die Gebäude des Dorfes, in dem ihr euch außerhalb der Dungeons aufhalten werdet, ihre Funktionen und die Vorbereitungen für die Expeditionen in die Dungeons eingeführt. Der allererste Dungeon ist auch für sich genommen kein Problem. Doch sobald dieser vorbei ist, fallen die Stützräder und der Schwierigkeitsgrad steigt enorm an.

Stress, der tötet
Schon sehr bald wird man die erste Erfahrung mit dem Stress machen. Ein schwarzer Balken, unter der Lebensenergieanzeige, der sich von 0 bis 200 füllt. Sobald die 100 erreicht sind, wird die Persönlichkeit einer Spielfigur auf die Willensprobe gestellt. Mit Glück sie reißt sich zusammen und entwickelt Charakterstärke, wodurch sich der Stresspegel wieder etwas legt. Das hat ebenfalls gleichzeitig den Vorteil, dass auch der Pegel sich bei den Teammitgliedern legt. Doch allzu häufig verläuft es anders. Der Stresspegel steigt, übersteigt die 100 und der jeweilige Charakter dreht durch. Dann eignet er sich eine negative Charaktereigenschaft wie die Furcht vorm Dunkeln oder eine Kleptomanie an, die sich jeweils negativ auf die Charakterstatistiken, wie zum Beispiel Boni im Kampf gegen bestimmte Gegnertypen, auswirkt.

Sollte dieser Charakter dann am Ende überleben, kann man seine negativen Charaktereigenschaften im Dorf behandeln. Es gibt drei Möglichkeiten dafür, die Kneipe, das Sanatorium oder die Kirche. Je nach Symptom gibt es dementsprechend Behandlungsmöglichkeiten, die allerdings teilweise viel Geld kosten und das ist vor allem zu Anfang sehr knapp.

Money makes the world go round
Man findet zwar in den Dungeons selbst jede Menge Wertgegenstände und auch Gold, doch richtig Kohle wird man nur dann scheffeln, wenn man eine Mission erfolgreich absolviert hat. Das ist vor allem zu Beginn alles andere als einfach. Man muss seine Charaktere gut genug kennen, ihre Fähigkeiten perfekt einsetzen können und das richtige Quantum an Glück besitzen, um am Ende erfolgreich zu sein.

Das meiste Geld wird vor allem für die Vorbereitung draufgehen. Man braucht Nahrung, Fackeln, ein paar Schaufeln können nicht schaden, Bandagen, um eine Blutung zu stoppen oder Weihwasser, um gefährliche Objekte potentiell zu entschärfen. Das alles gibt es nicht umsonst, so dass man, vor allem bei den kleinen Dungeons, oft genug 3000 Cash ausgibt, nur um entsprechend präpariert zu sein. Geld, dass man lieber dafür ausgegeben hätte, um eine Figur zum Beispiel von Skorbut oder der Paranoia zu heilen.

Nachschub ist garantiert
Immerhin: Nachschub an neuen Leuten gibt es jederzeit und sie kosten auch kein Geld. Des Weiteren kann man mit den im Dungeon gefundenen Heirlooms, Erbstücke, die diversen Gebäude ausbauen, um zum Beispiel mehr Platz in der Party zu kriegen oder die Schmiede so auszubauen, dass man weniger Geld pro Waffenupgrade investieren muss. Doch bis sich das finanziell niederschlägt, wird der örtliche Friedhof weiterhin gut mit neuen gefallenen Heroen gefüllt.

Das wird sicherlich nicht nach jedermanns Geschmack sein. Es wird sicher viele Leute geben, die sich von dem hohen Schwierigkeitsgrad und Glücksfaktor abschrecken lassen. Für solche Leute wurde deshalb extra ein Schwierigkeitsgrad eingeführt, bei dem vieles, was das Game so schwer macht, abgeschafft oder stark verändert wurde. Doch meine Empfehlung lautet, das nicht zu spielen, da dies den Charakter des Spiels verfälscht.

Wenn die Atmosphäre den Schwierigkeitsgrad schlägt
Ja, Darkest Dungeon ist schwer, teilweise schon fast unfair. Ja, das Spiel hat einen hohen Glücksfaktor. Man hofft und betet für die richtige Reihenfolge, dass die Vestalin rechtzeitig drankommt, um den Flagellanten zum Beispiel mit genügend Lebensenergie zu heilen, so dass er eine weitere Runde durchhält. Nur um dann am Ende doch zu scheitern. Trotzdem wird man unweigerlich von dem Gameplay angezogen, weil das Spiel eine so geniale Atmosphäre hat.

Man stolpert durch die Dungeons, sieht sich jeder Menge Monster gegenüber und überlegt sich eine Taktik. Man versucht darauf zu reagieren, wenn die Partyzusammensetzung (jede Klasse ist nur an einer bestimmten Stelle perfekt einsetzbar) sich verändert, weil man überrascht wurde. Man hat ein Auge aufs Licht, um rechtzeitig eine neue Fackel zu entzünden. Man ist erleichtert und froh, wenn man einen weiteren Kampf überstanden hat. Umso schöner das Gefühl, wenn man sogar eine Mission erfüllt hat, für die man jede Menge Geld und Erfahrung kriegt.

Wenn man einfach nicht mehr weiß, was man drücken muss
Das Endziel ist es, den Darkest Dungeon zu betreten und erfolgreich zu absolvieren. Eine Mission, die nur die stärksten und erfolgreichsten Krieger antreten können und selbst die werden ihre Probleme haben.

Die Switch-Fassung basiert übrigens auf der Tabletversion. Das heißt, sie ist hervorragend für den Touchscreen der Konsole angepasst. Es gibt jedoch auch die Option, das Spiel mit dem Gamepad zu steuern. Allerdings hat man hier das Gefühl, dass die Entwickler mangelhafte Arbeit geleistet haben, denn die Steuerung ist überladen. Man muss manchmal drei Mal überlegen, welcher Knopf jetzt was macht.

Sieht schön düster aus
Grafisch mag Darkest Dungeon auf den ersten Blick nicht viel hermachen. Doch gerade diese simple Optik ist hervorragend und sorgt ebenfalls dafür, dass man, wenn man sich auf das Spiel einlässt, nicht davon loslassen kann. Die Grafik mit ihrer schweren, heftigen Tusche erinnert ein wenig an die Illustrationen des US-Künstlers Mike Mignola (Hellboy). Jeder Charakter wird sehr gut dargestellt und die diversen Attacken und Auswirkungen wirken überzeugend. Vor allem das Monsterdesign ist genial. Man begegnet untoten Wölfen, bei denen die bloßen Knochen aus dem Leib ragen, humanoide Mückenbutlern, die einen gerne mal beleidigen oder einem Irren in einer Zwangsjacke, der mit seinen Angriffen den Stresspegel in die Höhe schießen lässt.

Musikalisch gibt es nicht viel zu berichten. Überwiegend hört man nur Geräusche, was die unwirkliche, grandiose Atmosphäre noch verstärkt. Wen man allerdings erwähnen muss, ist der Erzähler Wayne June, dessen eigene, distinktive Stimme man von dem Spiel nicht wegdenken kann. Er ist ein sardonischer Erzähler, der immer wieder Zweifel an den Taten des Spielers streut. Seine Stimme ist es, die das Spiel erst unverwechselbar macht. Eine deutsche Synchro gibt es nicht, was aber in diesem Fall nicht so schlimm ist. Stattdessen gibt es deutsche Untertitel, die eine adäquate Unterstützung geben.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Götz Piesbergen

Darkest Dungeon ist kein einfaches Spiel. Man kann von dem extrem hohen Schwierigkeitsgrad abgeschreckt werden. Doch wer sich darauf einlässt, der begegnet einem fordernden Spiel, dass es zwar in sich hat, einen aber trotzdem mit einer fantastischen Atmosphäre, sowie raren Feel Good-Momenten belohnt. Es empfiehlt sich übrigens, das Spiel mit der Touchkontrolle zu steuern, da die Steuerung via Gamepad vollkommen überladen ist.



Darkest Dungeon: Ancestral Edition - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8 Grafik: 8.25
Sound: 9.00
Steuerung: 7.00
Gameplay: 7.75
Wertung: 8
  • Herausfordernd
  • Gelungene Atmosphäre
  • Stimme von Wayne June
  • Überladene Padsteuerung
  • Enorm hoher Schwierigkeitsgrad

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Rezension vom: 16.04.2018
Kategorie: Rollenspiele
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