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Lost Sphear

Entwickler: Tokyo RPG Factory
Publisher: Square Enix

Genre: Rollenspiele
USK Freigabe: Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 50 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Switch

Inhalt:
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Wie auch schon I am Setsuna setzt Tokyo RPG Factorys neues Rollenspiel Lost Sphear verstärkt auf Nostalgie. Wer sich im Bereich der JRPGs heimisch fühlt, erkennt schnell die gängigen Tropes in Story und Gameplay. Das kann natürlich eintönig werden, hat aber paradoxerweise gerade in einer Zeit, in der Vorzeigereihen wie Final Fantasy zwischen Tunnelleveln und Open World wechseln, das Potential, frischen Wind in ein altes Genre zu bringen.

Meinung:


In klassischer JRPG-Manier beginnt die Geschichte in einem kleinen Dorf, in dem unsere jungen Helden als Waisenkinder zusammen aufgewachsen sind. Nachdem sie eines Tages von einem Abstecher in den nahegelegenen Wald zurückkehren, müssen sie geschockt feststellen, dass ihr Dorf in einem undurchdringlichen, weißen Nebel verschwunden ist. Dieses Phänomen erstreckt sich über die ganze Welt, doch Kanata, der Anführer unserer Truppe lernt, dass er die Fähigkeit besitzt, diese "verlorenen" Objekte durch Erinnerungen wiederherzustellen. Pflichtbewusst macht er sich also in Begleitung seiner Freunde auf, die Welt vor dem weißen Nebel des Vergessens zu retten.

Vergesslich
Die Story ist anfänglich interessant, verläuft sich aber in Clichés. Alle Archetypen, die man aus anderen Spielen kennt, sind vertreten, seien es der mysteriöse, ständig genervte Fremde, die Kindheitsfreundin oder der tollpatschige Comic Relief. Auch die Geschichte selbst driftet immer wieder in bekannte Erzählweisen ab und bietet statt Antworten auf die Fragen, die sich nach und nach Stellen lieber immer wieder neue Lücken, die gestopft werden müssten. Besonders tragisch ist die Tatsache, dass der philosophische Hauptaspekt der Geschichte - der Verlust von Objekten durch Vergessen - nicht zufriedenstellend ausgebaut wird. Die Erinnerungen, die Kanata benutzt, um verlorene Dinge wiederherzustellen, können manchmal durch das Markieren bestimmter Worte in Dialogszenen erlangt werden. Leider ist das aber eine Seltenheit und die meisten Erinnerungen liegen als leuchtende Punkte in der Welt herum oder werden von besiegten Feinden fallengelassen. Die emotionale Schwere, die dem Thema der Erinnerung anhaften soll, geht dadurch komplett verloren.

Standard JRPG-Ware
Das Gameplay orientiert sich an Genre-Klassikern wie Chrono Trigger und Final Fantasy. Die Gruppe durchstreift die Weltkarte und betritt Städte und Dungeons in einer Vogelperspektive. Zufällige Kämpfe gibt es glücklicherweise nicht, alle Gegner sind in den Gebieten sichtbar und können taktisch geschickt von der Seite oder von hinten angegriffen werden. Im Kampf wird auf ein ATB-System gesetzt, bei dem jede Figur ihren eigenen Zeitbalken hat, der sich füllen muss, bevor sie handeln kann. Wer an der Reihe ist, kann seine Aktionen wählen und sich dabei auch auf dem Schlachtfeld positionieren. Das ist verdammt wichtig, denn die meisten Attacken haben verschiedene Layouts, mit denen man bei geschickter Platzierung mehrere Gegner gleichzeitig treffen kann. Das führt allerdings dazu, dass im späteren Verlauf, wenn man sich seine Gruppe frei zusammenstellen kann, Charaktere, die nur einzelne Gegner angreifen können, an Bedeutung verlieren. Mit der Zeit lädt sich auch die Momentum-Anzeige auf, mit deren Hilfe sich Attacken noch einmal verstärken lassen. Im Laufe der Geschichte findet die Gruppe außerdem sogenannte Vulco Suits, eine Art Mechanische Rüstung, die starke Angriffe austeilt, für die sich aber alle Charaktere einen gemeinsamen Pool an Aktionspunkten teilen.

Das Spiel mit der Erinnerung
Außerhalb der Kämpfe bestehen die meisten Aufgaben darin, bestimmte Erinnerungen zu finden und verlorene Dinge wiederherzustellen. Doch nicht nur Story- und Quest-relevante Objekte gibt es hier. Auf der Weltkarte finden sich auch immer wieder Knotenpunkte, an denen Artefakte hergestellt werden können. Diese Monumente können vom Spieler selbst ausgewählt werden und bringen verschiedene Boni mit sich. Ein Momument erhöht die Droprate von Gegenständen, ein anderes verstärkt die Gruppe im Kampf und eines aktiviert eine Minimap. Wer sich die Mühe machen will, kann die Artefakte jederzeit gegen andere austauschen, solange die benötigten Erinnerungen vorhanden sind.

Zu viele Köche oder zu wenig Brei
Die größte Schwäche von Lost Sphear ist der Versuch, aus allen Klassikern ein paar Elemente herauszufischen. Ständig kommen neue Gameplayelemente hinzu - wie die Vulco Suits oder die Tatsache, dass neue Zauber nur mit grindbaren Materialien hergestellt werden können -, für die nicht genug Zeit eingeräumt wird, um sie anständig zu erlernen und zu erforschen. In einem 100 Stunden JRPG freut man sich über ausreichend Abwechslung, aber Lost Sphear liegt mit seinen 20 Stunden am unteren Ende des Spektrums. Es fehlt einfach die Zeit für so viele Elemente.

Unerreichte Vorbilder
Die Nostalgie ist zugleich Verkaufsargument als auch Fallstrick. Man fühlt sich ständig an Chrono Trigger, Final Fantasy oder Grandia erinnert, nur um dann zu merken, dass die Höhen dieser Serien nie erreicht werden. Der Soundtrack erfüllt seinen Zweck mit melancholischen Klaviertönen, wird aber kaum außerhalb des Spiels in den Playlisten laufen. Die simple 3D-Grafik der Figuren erinnert an spätere PS1-Titel, die in Zwischensequenzen eher stockig wirken, kann aber immerhin ansehnliche Umgebungen bieten. Die 2D-Sprites in den Menüs lassen einen aber sich wundern, wie das Spiel in einem klassischeren Pixellook ausgesehen hätte.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf Dieser Test zu Lost Sphear liest sich schlimmer als das Endprodukt eigentlich ist. Das liegt aber daran, dass auf so frustrierende Art und Weise viele gute Ideen in den Sand gesetzt wurden. Die Story beginnt interessant, benötigt aber mehr Feinschliff, damit Fragen auch beantwortet werden, das Kampfsystem lässt viele Freiheiten zu, sorgt aber dafür, dass manche Charaktere unbrauchbar werden, optisch wäre weniger wahrscheinlich mehr gewesen und die vielen Elemente benötigen ein längeres Spiel, um sich richtig zu entfalten. So sorgt Lost Sphear leider nur dafür, dass man sich an andere Titel erinnert fühlt, die all' diese Aspekte deutlich besser gemeistert haben. Bei einem Preis von 50€ reicht Nostalgie allein leider nicht aus.

Lost Sphear - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 6.625 Grafik: 7.00
Sound: 6.50
Steuerung: 7.00
Gameplay: 6.00
Wertung: 6.625
  • Taktisches Kampfsystem
  • Artefakte
  • Interessante Story
  • Zu kurz für zu viele Elemente
  • Vollpreis
  • Kommt an keines seiner Vorbilder heran

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Rezension vom: 07.02.2018
Kategorie: Rollenspiele
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