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WRC 7

Entwickler: Kylotonn Games
Publisher: bigben Interactive

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 37,90 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
wrc7

Nach dem sehr durchwachsenen WRC 5 sorgte WRC 6 endlich wieder für Rallyespaß. Mal schauen ob Entwickler Kylotonn und Publisher Bigben Interactive mit WRC 7 noch einen Gang höher schalten können.

Meinung:

Wenn man WRC 7 das erste Mal startet, wird man ohne Umwege ins Geschehen geworfen. Allerdings soll damit nicht direkt der Frust ins Unermessliche getrieben werden, sondern vielmehr unser Können getestet werden. Die ersten Stages, die man angeht, dienen nämlich als Fahrtest und Tutorial, die uns aufgrund unseres Abschneidens die für uns passendsten Schwierigkeitsgrad und Fahrhilfen vorschlägt. Inwiefern dies aber auch wie vorgesehen als Tutorial dienen soll, bleibt mir allerdings rätselhaft. Denn ich glaube kaum, dass Neulinge beim Fahren auch noch die Zeit haben, die Texteinblendungen, die die Steuerung erklären, zu lesen.
Ohnehin muss man leider sagen, dass es das Spiel allgemein mit Erklärungen nicht so hat. Denn nach den Fahrtest werden wir ins Hauptmenü geschickt, wo uns sämtliche Spielmodi im Schnellverfahren erläutert werden. Warum nimmt man sich nicht mehr Zeit, um uns die Spielmodi in aller Ruhe zu erklären und Neulingen die Steuerung in einem separaten Tutorial zu erklären?

Alles schon bekannt
Beim genaueren Blick auf die Spielmodi werden WRC-Veteranen schnell feststellen, das WRC 7 hier nichts Neues zu bieten hat. Wie letztes Jahr gibt es noch immer die Möglichkeit, sich als Solist an wechselnden Herausforderungen zu probieren, ein schnelles Spiel, eine angepasste Meisterschaft oder eine Karriere zu starten. Letztere bietet ebenfalls keine Neuerungen und verlangt somit noch immer, dass man sich von der Junior WRC über die WRC 2 bis in die große Rallye-Weltmeisterschaft hocharbeitet. Welchen Teams man sich während der Karriere anschließt, bleibt einem dabei größtenteils selbst überlassen, genügend Vertragsangebote bekommt man auf jeden Fall. Allerdings sollte man nicht blindlings unterschreiben. Jedes Team hat nämlich unterschiedliche Ansprüche an einen. Während das eine vor allem darauf aus ist, dass man schnell fährt, will ein anderes etwa, dass man das Auto nicht beschädigt. Da die Erfüllung dieser Wünsche direkte Auswirkungen auf die Stimmung im Team haben und damit auch zum Beispiel, wie schnell die Mechaniker während der Rallyes das Auto reparieren, sollte man, als jemand der rabiater zur Sache geht und des Öfteren aneckt, also lieber kein Team wählen, das darauf erpicht ist, dass man das Auto nicht beschädigt. Leider kann aber auch dieses kleine Feature nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Karriere insgesamt sehr langweilig präsentiert wird.

Online, Split Screen oder Hot Seat?
Wer sich lieber mit realen Personen misst, darf dies ebenfalls in den altbekannten Modi machen. Während man sich online also wieder um die beste Platzierung auf der Bestenliste (wobei die anderen Fahrer allerdings nur als Geist auf der Strecke auftauchen) streitet, kann man gemeinsam mit einem Kumpel per Split Screen oder im 8-Mann Hot Seat-Modus vor einem Fernseher spielen. Gerade der Split Screen-Modus ist dabei besonders unterhaltsam, da es einfach herrlich anzusehen ist, wie sich der Unterlegene jedes Mal aufs Neue ärgert.

Es gibt sie doch, die Fortschritte
Bisher gab es also noch nicht viel, was für den Kauf von WRC 7 spricht. Das ändert sich nun aber, denn jetzt kommen wir zur Fahrphysik. Zwar sind die Fortschritte hier nicht mehr so gravierend wie im letzten Jahr, als Kylotonn aus einem miserablen ein gutes Spiel machte, aber dennoch sind die Änderungen, die dieses Jahr vorgenommen wurden, wieder deutlich spürbar. Gerade der Unterschied zwischen den verschiedenen Untergründen ist nun noch deutlicher. Während man auf Asphalt beinahe auf der Strecke klebt, rutscht man auf Schotter oder Eis wild hin und her. Ebenso spürbar ist auch der Unterschied zwischen Front- und Allradantrieb. Denn während Front angetriebenen Autos generell die Tendenz zum Untersteuern haben, driften die Allradautos sehr viel mehr um die Ecken. Doch selbst unter den verschiedenen Front- und Allrad-angetriebenen Fahrzeugen gibt es nochmals Unterschiede. Wenn zwei Hersteller dieselbe Antriebsart nutzen, spürt man trotz alledem einen kleinen, aber dennoch feinen Unterschied.
Obwohl sich die Fahrphysik so noch mal ein bisschen besser als im letzten Jahr anfühlt, gibt es aber doch auch noch deutliches Verbesserungspotenzial. Als aller erstes fallen mir dabei die Bremsen ein, die für meinen Geschmack viel zu stark einwirken. Selbst ohne eingeschalteten Bremsassisstenten, der nur einer von mehreren zuschaltbaren Fahrhilfen darstellt, hat man das Gefühl, das man quasi gegen eine Mauer fährt, so abrupt bremsen die Autos.
Ebenfalls verbessert werden könnte zudem auch die Fahrphysik bei Regen, denn der scheint so gut wie keine Auswirkungen auf die Boliden zu haben. Gleiches gilt leider auch für Fahrspuren oder Bodenwellen, die man zwar auf der Strecke sieht, aber kaum spürt. Des Weiteren wäre ein Ausbau der Setup-Möglichkeiten eine sinnvolle Idee. Man kann zwar an seinen Wagen schrauben, aber eben leider nicht so tiefgreifend, wie man es gerne hätte. Und zu guter Letzt wäre es für das nächste Mal ganz schön, wenn man auch das Gewicht der Autos spüren würde.

Fordernde Stages
Was den Machern hingegen sehr gut gelungen ist, ist das Streckendesign. Natürlich wurden diese auch diesmal wieder nicht 1:1 nachgebaut, aber die Charakteristika der unterschiedlichen Rallyes und deren Stages sind durchaus zu erkennen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden zudem neue Streckenteile erstellt, so dass man nun durch neue, noch gemeinere Haarnadelkurven oder durch ebenfalls neue Tore hindurchfahren muss.
Besonders herausfordernd sind die Epic-Stages. Während normale Etappen 5-8 Minuten in Anspruch nehmen, dauern diese gänzlich neu hinzugekommenen Stages bis zu 15 Minuten. Hier heißt es also volle Konzentration, denn meist entscheiden diese langen Etappen über Sieg oder Niederlage bei einer Rallye.
Nicht neu, aber mindestens genau so cool, sind die Super Special Stages. Was diese kurzen, knackigen Etappen so besonders macht, ist die Tatsache, dass man hier tatsächlich direkt gegen einen Kontrahenten antritt, und nicht nur gegen seine Zeit.

Solide Grafik mit ein paar Mängeln

Grafisch präsentiert sich WRC 7 solide. Das Highlight sind dabei zweifelsohne die Autos, die nicht nur detailliert modelliert wurden, sondern auch allesamt die original Lackierungen der aktuellen Saison aufweisen. Allerdings sollte man wenn möglich im Inneren nicht ganz so genau hinschauen. Dort sinkt der Detailgrad nämlich drastisch und die Armaturen sehen ziemlich verwaschen aus. Zudem ist der Dreck auf der Windschutzscheibe nicht gerade schön anzuschauen. Stattdessen sollte man sich lieber an den wunderbaren Licht- und Wettereffekten und den schön gestalteten Landschaften erfreuen. Die ohnehin nur wenigen (Papp-)Zuschauer sollte man dabei am besten einfach ignorieren.
Wie jedes gute Rallyespiel verfügt natürlich auch WRC 7 über ein Schadensmodell. Allerdings ist dies nicht wirklich gut umgesetzt worden. Nicht nur, dass das Handling erst bei wirklich großen Schäden in Mitleidenschaft gezogen wird, auch optisch wirkt es einfach nicht schön. Die Scheinwerfer gehen offenbar immer an derselben Stelle zu Bruch und wenn die Frontscheibe einen Riss bekommt, kann man die einzelnen Stufen der dort zu sehenden Treppchenbildung beinahe zählen. In Anbetracht der ebenso fragwürdigen Kollisionsabfrage ist die optische Gestaltung aber gar nicht mehr so überraschend. Denn wieso man in Deutschland etwa von einer Weinrebe gestoppt werden kann, ist mir doch sehr rätselhaft.
Das ist aber leider noch immer noch nicht alles. Denn obendrein kommt auch das Geschwindigkeitsgefühl nur unzureichend rüber. Es fühlt sich die meiste Zeit einfach nicht so an, als ob man mit weit über 100 Sachen über die Strecken heizen würde. Vielleicht liegt das aber auch an den 30fps, in denen das Spiel nur abläuft – das dafür aber zumindest ruckelfrei.

Mein Co-Pilot ist ein Roboter
Der Sound kann leider ebenfalls nicht ganz überzeugen. Im Prinzip hören sich nur die Motorengeräusche aus der Außenperspektive richtig realistisch an. Wer, wie ich, bevorzugt aus der Cockpitperspektive spielt, muss hingegen mit einem recht dumpfen Sound vorlieb nehmen. Was nach wie vor am nervigsten ist, ist aber der Co-Pilot, der einem roboterhaft das Gebetsbuch runterliest – und das manchmal auch noch fehlerhaft.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan Heppert Der Schritt nach vorne ist zwar nicht mehr so deutlich, wie noch im Vorjahr, doch auch die diesjährigen Verbesserungen – gerade was die Fahrphysik und die Gestaltung der Strecken angeht – sorgen für ein besseres Gameplay. Jedoch besteht in allen Bereichen auch noch deutlich Luft nach oben. Vor allem bei der Präsentation im Allgemeinen sehe ich da noch Potenzial. Nichtsdestotrotz ist WRC 7 für alle Rallye-Fans ein absolut empfehlenswertes Spiel, ganz egal ob man lieber allein, online oder gegen einen direkten Kontrahenten vor einem Bildschirm spielt.

WRC 7 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan Heppert

Screenshots










Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.875 Grafik: 8.00
Sound: 7.50
Steuerung: 8.00
Gameplay: 8.00
Wertung: 7.875
  • Original Fahrzeuge und Fahrer der aktuelle 2017er Saison
  • Überarbeitetes Fahrverhalten
  • Tolles Streckendesign
  • Lange Epic Stages
  • Split Screen- und Hot Seat-Modus
  • Langweilig präsentierte Karriere
  • Grafisch nur solide
  • Hässliche Risse in der Windschutzscheibe
  • Bremsen zu stark
  • Roboterhafter Co-Pilot

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Rezension vom: 06.10.2017
Kategorie: Sport
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