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Agents of Mayhem

Entwickler: Volition
Publisher: Deep Silver

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 46,85 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
agents of mayhem_1

Wenn einer weiß, wie abgedrehter Actionspaß am besten funktioniert, dann wohl Volition. Schließlich ließ uns das in Champaign ansässige Entwicklerstudio in Saints Row III mit riesigen Dildos auf unsere Gegner einschlagen. In ihrem neusten Spiel, Agents of Mayhem, sind zwar sowohl die Dildos als auch die Saints nicht vertreten, der Spaß kommt aber dennoch nicht zu kurz – wie unser Test beweist.

Meinung:

Im Gegensatz zu Saints Row III spielt Agents of Mayhem in keiner Fiktiven, sondern in einer real existierenden Stadt – zumindest beinahe. Schauplatz des Geschehens ist zwar das weltberühmte südkoreanische Seoul, allerdings nicht so wie wir es kennen. Agents of Mayhem spielt nämlich in der Zukunft, weshalb man sich auch nicht um bauliche Vorbilder orientieren musste. Stattdessen konnten die Entwickler ihrer Fantasie freien Lauf lassen und eine futuristische Version von Seoul erschaffen. Genau das taten sie auch und herausgekommen ist eine schön gestaltete Stadt, die nicht nur einen angenehmen Mix aus klassischen asiatischen und futuristischen Bauwerken beherbergt, sondern auch an jeder Ecke in einer anderen Neonfarbe erstrahlt. Zudem sind die Straßen sauber und alle Autos elektrisch, wodurch weder Lärm noch Schmutz durch die Häuserschluchten wabern. Es scheint, als ob es sich hier durchaus gut leben ließe – wenn da nicht ein Problem wäre. Die Stadt dient dem Bösewicht Doctor Babylon und seiner Organisation LEGION (League of Evil Gentlemen Intent on Obliterating Nation) als Ausgangspunkt um die gesamte Welt mithilfe von Dunkler-Materie-Bomben zu unterwerfen. Ihm entgegenstellen sich die MAYHEM (Multinational AgencY Hunting Evil Masterminds), ein von der ehemaligen LEGION-Angehörigen Persephone Brimstone zusammengestelltes Team, bestehend aus zwölf Agenten.

„Vorbildliche“ Super-Eliteagenten

Natürlich sind die zwölf Super-Eliteagenten, wie man es von Volition auch nicht anders gewohnt ist, nicht gerade Agenten im Schlage von James Bond. Vielmehr führen sie die gute alte Saints-Tradition fort. Zwei der Saints sind dabei sogar Teil von MAYHEM. Wenn man das Spiel vorbestellt hatte, durfte man sich tatsächlich über Johnny Gat als zusätzlichen dreizehnten Agenten freuen. Regulär dabei ist hingegen Pierce Washington, alias Kingpin. Ansonsten ist die Truppe ein bunt gemischter Haufen, der so ziemlich alle Charaktere beherbergt, die man sich in einer Superagenten-Truppe nicht vorstellen kann. Da wäre etwa Epidemiologin Rama, Oni, ein Yakuza, der stets eine rote Mempo-Maske trägt, oder der zu einem Muskelberg mutierte ehemalige russische Elitesoldat Yeti. Sogar ein Deutscher ist Teil der Gruppe. Ob man sich über den Landsmann freuen soll, ist allerdings fraglich. Bei Red Card handelt es sich nämlich um einen Fußball-Hooligan, der Rache geschworen hat, nachdem LEGION ein Spiel seines Lieblingsvereins FC Rüdesheim am Rhein unterbrochen hat.
Was alle MAYHEMs gemeinsam haben, ist ihr loses Mundwerk. Da wird geflucht und beleidigt, bis der Arzt kommt. Dabei sind aber nicht immer nur die Feinde das Ziel, auch über MAYHEM-Kollegen oder sich selber wird hergezogen (wie genau sich Daisy, die Rollerderby-Queen, selber bezeichnet, gebe ich hier aus Jugendschutzgründen aber besser nicht wieder).

Drei aus zwölf
Mit dieser Truppe „vorbildlicher“ Agenten sollen wir nun also LEGION aufhalten. Zu Anfang stehen uns dafür lediglich drei Agenten zur Verfügung, die anderen erhalten wir erst nach und nach dazu. Doch auch dann ist es nicht so, dass man mit allen unterwegs ist. Vielmehr ist es so, dass immer nur drei Agenten im Einsatz sind, zwischen denen man dann aber ganz nach Belieben hin und her wechseln kann – die beiden die gerade Pause haben, regenerieren in dieser Zeit ihre Gesundheit und Schilde. Die Auswahl des Charakters sollte am besten an die jeweilige Spielsituation angepasst werden. Jeder Charakter verfügt nämlich über unterschiedliche Waffen und Fähigkeiten, die er im Kampf einsetzen kann. Manche sind Nahkämpfer, die eine Menge aushalten - andere sind hingegen auf Fernkämpfe ausgelegt. Dazu kommen gute Hacker sowie Charaktere, die sich tarnen können und sich so ungesehen an Feinden vorbeischleichen – und all dies sind nur die Standardfähigkeiten, die allerdings, genau wie die Waffen, sehr schnell durch weitere Spezialisierungen ergänzt werden. Zunächst erscheint einem die Anzahl an Skins, Waffen, Gadgets, Charakterverbesserungen, Kernverbesserungen und Legion-Technologien, die man für jeden Agenten freischaltet und nach Belieben auf der Ark (dem Charakter-Hub) auswählen kann, schier zu erschlagen. Da aber bei allem immer nur eine Handvoll Dinge zur Auswahl stehen, ist das Angebot bei genauerer Betrachtung doch recht überschaubar. Es reicht allerdings aus, um die Charaktere klar voneinander zu unterscheiden.

Wenig Abwechslung
Spielerisch erwartet einen das typische Open-World-Gameplay. In erster Linie bedeutet das sehr viel Rumgereise. Einen nicht unbeträchtlichen Anteil des Spiels verbringt man nämlich damit von Punkt A nach Punkt B zu fahren. Dank der überschaubaren Größe der Spielwelt ist man mit den verschiedenen Fahrzeugen, die vom Design leider nicht mit der Spielwelt mithalten können, und dem Dreifachsprung, den viele Charaktere beherrschen, zum Glück relativ schnell am jeweiligen Zielpunkt. Dort angekommen erwarten uns dann entweder Neben- oder Hauptmissionen. Leider sind die Aufgaben, die uns dort gestellt werden, ebenfalls wenig abwechslungsreich. Meist geht es darum etliche Feinde, von denen es leider auch nicht allzu viele verschiedene gibt, zu erledigen. Ab und an muss man zusätzlich noch irgendein Terminal hacken, (sehr abgefahrene) Bossgegner besiegen oder Stützpunkte erobern – mehr ist es im Groben aber leider nicht.
Viel schlimmer als das ist allerdings, dass sich die Schauplätze häufig wiederholen – und das, obwohl man eigentlich an einem ganz neuen Ort ist. Geschuldet ist dies der Tatsache, dass die Basen der LEGION alle gleich aussehen. Gerade in Anbetracht der an sonst schön gestalteten Stadt, ist dies wirklich bedauerlich. Wobei auch die Stadt bei genauerem Hinsehen so einige Macken aufweist. Denn so schön sie auch gestaltet sein mag, so leblos wirkt sie auch. Es laufen zwar durchaus NPCs über die Straßen, doch die scheinen einen, anders als etwa bei einem GTA V, gar nicht wahrzunehmen.

Passender Comiclook
Sehr viel besser gefallen als die NPCs hat mir der Grafikstil. Passend zu den völlig abgedrehten Aktionen, die man ausführen kann, wurde das gesamte Spiel im Comiclook gestaltet. Besonders gut gefallen hat mir dieser Look bei den Zwischensequenzen, die dadurch tatsächlich wie eine Retro-Comicserie wirken – sehr cool. Wer denkt, dass man bei einem solchen Look keine großartigen Effekte erwarten darf, muss sich auch schnell eines Besseren belehren lassen. Denn gerade was Grafikeffekte angeht, weiß Agents of Mayhem zu überzeugen. Leider gibt es aber Probleme mit der Performance. Denn während zu Fuß alles flüssig läuft, ruckelt das Spiel, sobald man mit dem Auto mit etwas höheren Tempo unterwegs ist. Zum Glück allerdings nie so heftig, dass es das Spielgeschehen beeinträchtigt.
Der Sound hinterlässt einen gespaltenen Eindruck. Auf der einen Seite ist da der Soundtrack, der kaum für Stimmung sorgt. Auf der anderen Seite ist da aber die (nur in Englisch vorhandene) Vertonung, die wirklich exzellent ist. Da macht es richtig Spaß den Charakteren zuzuhören, auch wenn die Sprüche die sie ablassen manchmal recht infantil wirken. Es gibt aber zum Glück auch genügend Gags die gut sitzen und einen zum Lachen bringen.

Kein Multiplayer aber doch nicht allein
Über einen echten Multiplayer-Modus verfügt Agents of Mayhem nicht. Das heißt aber nicht, dass man gänzlich auf menschliche Interaktionen verzichten muss. In den sogenannten Contracts spielen Spieler durchaus gemeinsam, wenn auch nie direkt. Stattdessen gilt es hier, als Gruppe Meilensteine zu erreichen. Als Lohn für die Mühe erhält man dann etwa Geld oder andere Belohnungen. Was sich wenig spektakulär anhört, ist wirklich interessant und weiß durchaus zu motivieren.
Für die globalen Konflikte gilt dies leider nicht. Das liegt vor allem daran, dass die weltweiten Konflikte, in die man seine Agenten hier schickt, in langweiligen Basen stattfinden. Zudem ist die Belohnung, die man für das Erfüllen der Missionen erhält auch nicht wirklich prickelnd.

Etwas Besonderes
Zwei Besonderheiten, die das Spiel aufweist, sollten nicht unerwähnt bleiben. Zum einem ist da der Schwierigkeitsgrad. Der ist nämlich in 15 Stufen einstellbar und sollte so wirklich für jeden genau den richtigen Grad an Herausforderung bieten. Die zweite Besonderheit ist das Fehlen einer Minimap. Anstatt ein Ziel auf einer kleinen Karte gezeigt zu bekommen, wird der ausgewählte Auftrag als Zielpunkt in der Spielwelt angezeigt. Natürlich wurde dies so oder zumindest so ähnlich auch schon in anderen Open-World-Spielen gemacht, dennoch ist es diesmal doch etwas anderes. Agents of Mayhem stellt nämlich nicht nur eine nette Ausnahme dar, sondern ist sozusagen der Anfang einer ganzen Generation an Open-World-Titeln, die auf die Minimap verzichten und somit mit einer Tradition brechen, die im Prinzip seit GTA 3 zum Genre-Standard gehörte.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan Heppert Agents of Mayhem beweist, dass ein Spiel nicht perfekt sein muss, um Spaß zu machen. Denn was es an spielerischer Abwechslung missen lässt, macht es etwa mit der wohl ungewöhnlichsten Agenten-Truppe aller Zeiten, denen nichts und niemand heilig erscheint und mit viel Humor sich, ihre Feinde aber auch die Popkultur auf die Schippe nimmt, wieder wett. Zudem lassen sich die Charaktere auf vielfältige Art personalisieren, was sie im Spielgeschehen sehr abwechslungsreich erscheinen lässt. Passend dazu gibt es mit dem futuristischen Seoul auch noch eine frische und wunderbar gestaltete Spielwelt, sowie einen Comiclook, der so perfekt zu diesem ohnehin an allen Ecken und Kanten an einen Comic erinnerndes Spiel passt, wie bei kaum einem Spiel zuvor. All dies lässt einen gerne über die Kritikpunkte hinwegsehen, schließlich zählt am Ende doch eigentlich nur, dass man mit einem Spiel Spaß hat - und das hat man mit Agents of Mayhem auf jeden Fall!

Agents of Mayhem - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8 Grafik: 8.00
Sound: 8.00
Steuerung: 8.00
Gameplay: 8.00
Wertung: 8
  • Zwölf unterschiedliche Agenten
  • Toll gestaltete, futuristische Spielwelt
  • Meist sehr lustig
  • Upgrade-System
  • Schicker Comiclook
  • Spielerisch wenig Abwechslung
  • Basen sehen alle gleich aus
  • Globaler Konflikt ist sehr repetitiv

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Rezension vom: 01.09.2017
Kategorie: Action
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