Splashpages  Home Games  Rezensionen  Rezension  Sid Meier's Civilization VI
RSS-Feeds
Podcast
http://splashgames.de/php/images/spacer.gif
In der Datenbank befinden sich derzeit 2.609 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...
Rezensionen Splash! Hits Covergalerie Checkliste

Sid Meier's Civilization VI

Entwickler: Firaxis Games
Publisher: 2K Games

Genre: Strategie
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 44,00 €

Systeme: PC

Testsystem: Windows 7 64Bit/ 8.1 64Bit/ 10 64Bit, 8 GB RAM, Intel Core i5 (4. Generation) 2.5 Ghz / AMD FX8350 4.0, AMD 7970 / nVidia 770, 2 GB VRAM, 12 GB verfügbarer Speicherplatz

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
Civ_6_Logo

Wenn man eine Umfrage starten würde, welches das beste Spiel der letzten 10 Jahre sei, würden wohl nicht wenige Sid Meier's Civilization V als Antwort geben. Und tatsächlich war das Rundenstrategiespiel nach seinen zwei Add-ons ein beinah fehlerfreies Spiel. Doch genau das könnte nun zum Fluch werden. Schließlich erwartet jeder mit Civilization VI noch mal eine Steigerung. Doch war das eigentlich möglich? Ich habe mir etliche Tage und Nächte an den Rechner gesetzt, um genau darauf eine Antwort zu finden. Das Ergebnis erfährst Du in diesem Review.


Meinung:


Das Grundprinzip von Civilization muss man an dieser Stelle wohl nicht noch mal extra erläutern, schließlich dürfte wohl jeder, der einen PC besitzt und sich für solche Art Spiele interessiert, in den letzten 25 Jahren mindestens einen Teil der Erfolgsreihe gespielt haben. Und falls es doch noch jemanden da draußen gibt, der tatsächlich nicht weiß, worum es geht, hier eine Kurzbeschreibung: In Civilization muss man ein Volk seiner Wahl durch mehrere Jahrtausende führen, dabei Städte bauen, sein Staatsboden vergrößern und irgendwann ins All fliegen.
Was sich hier so einfach in einem Satz zusammenfassen lässt, ist in Wirklichkeit eines der komplexesten Spiele überhaupt - das galt für Civilization V so, und für Civilization VI gar noch mehr. Denn auch wenn es kaum zu glauben ist, haben die Entwickler es tatsächlich geschafft, das Spiel mit einigen Neuerungen noch Umfangreicher zu machen.
Für Einsteiger ist das natürlich nicht gerade Ideal. Und tatsächlich ist es so, dass sich Anfänger selbst nach dem sehr umfangreichen Tutorial, das einem zunächst die Grundelemente und später die komplexeren Mechaniken genauestens erklärt, in der ersten richtigen Partie schnell überfordert fühlen dürften. Denn egal wie gut man auch vorher angeleitet wurde, sich alles auf einmal zu merken ist schlicht unmöglich und die ganzen nicht enden wollenden Aneinanderreihungen neuer Spielelemente bzw. Bedürfnisse, die man für sein Volk erfüllen muss sowie die schier unüberschaubare Anzahl an unterschiedlichen Menüs und Buttons, kommen einem schnell wie ein Buch mit sieben Siegeln vor. Sich in all das rein zu fuchsen lohnt sich aber. Denn wenn man das ganze Mikromanagement und alles andere verinnerlicht hat, kommt man in den Genuss des vielleicht besten Rundenstrategiespiels überhaupt. Warum ich dieser Meinung bin, erläutere ich jetzt.

Eine Stadt – mehrere Distrikte
Ein Großteil dieser Äußerung bezieht sich dabei auf das Erleben der Neuerungen, die in Civilization VI stecken.
Die wohl allerwichtigste Neuerung ist dabei der Aufbau bzw. die Expansion der Stadt. Bisher war es ja so, dass eine Stadt immer ein Feld groß war - ganz egal wie groß oder mächtig die Stadt auch war. Das ist jetzt anders. Beim Gründen einer neuen Stadt ist diese zwar nach wie vor ein Hexagon groß, doch das ändert sich nun eben sehr schnell. Sobald man im Technologie-Baum die "Distrikte" erforscht hat, wird die vorherige Stadt zur Stadtmitte, um die man im Abstand von bis zu drei Feldern Stadtteile bzw. Distrikte erbaut. Dies können zum Beispiel Minen, ein Hafen, Industriegebiet, ein Campus oder auch ein Wohnviertel sein.
Beim Erbauen der Distrikte sollte man allerdings überlegt vorgehen, schließlich können manche Distrikte nur in oder an bestimmten Landschaften errichtet werden, so wie etwa der Hafen, der natürlich an einem Fluss oder an einer Küste errichtet werden kann. Hinzu kommt aber auch noch das sich Distrikte gegenseitig boosten oder durch bestimmte angrenzende Regionen an Effizienz gewinnen. Wenn man z.B. ein Industriegebiet an eine Mine oder Steinbruch errichtet, wird dort mehr produziert. Und wenn man eine Heilige Stätte an einem Gebirgsfeld errichtet, wird auch dieses effizienter.
So verhält sich das bei beinahe jedem einzelnen Bezirk, weshalb man wirklich gut überlegen sollte, was man wo hinbaut. Am besten ist es natürlich, wenn man mehrere Städte errichtet, die sich alle auf etwas anderes spezialisieren.
Angst haben, dass man bei der Expansion die Zufriedenheit der Bewohner riskiert, muss man nun nicht mehr haben. Anders als noch im Vorgänger, wird die Zufriedenheit nun pro Stadt gemessen. Wenn man also dran denkt, in jeder Stadt angemessen viele Luxusressourcen oder Unterhaltung anzubieten, ist es zumindest in den unteren Schwierigkeitsgraden relativ einfach, die Zufriedenheit der Bürger aufrechtzuerhalten.



Spezialeinheiten und Agenden
Die vorhin angesprochenen Distrikte sind aber natürlich nur ein Teilchen von vielen, die man in Civilization VI beachten und bedenken muss. Ein weiterer wichtiger Teil des Ganzen ist auch die Wahl des Volkes. Die insgesamt 20 Völker, bzw. deren Machthaber, verfügen nämlich allesamt über unterschiedliche Spezialeinheiten, die ihnen bestimmte Vorteile einbringen. Bei den deutschen ist es etwa so, das sie über einen Industriebonus verfügen und besonders gerne gegen Stadtstaaten kämpfen. Die Chinesen können hingegen als einzige Nation frühzeitliche Weltwunder mit Arbeitern beschleunigen. Durch diese unterschiedlichen Fähigkeiten spielt sich jede Nation anders.
Doch nicht nur das Spielgefühl der eigenen Nation ist immer anders, auch wie sie gegen einen spielen, ist immer unterschiedlich. Der Grund dafür sind die zwei Agenden, über die jede Nation verfügt und dafür sorge tragen, wie sie im Spiel agieren. Die eine Agenda ist dabei von Anfang an ersichtlich und zeigt zum Beispiel das Victoria von England nur Völker auf ihrem Heimatkontinent mag. Die zweite Agenda ist hingegen verdeckt und wird außerdem auch noch zufällig ausgelost. Gerade dies sorgt für die Abwechslung, denn so kann man sich nie sicher sein, wie die KI-gesteuerten Nationen tatsächlich agieren.

Ohne Forschung geht nichts
Ein weiteres, sehr großes Teilchen des Spiels ist die Forschung. Schließlich kommt man ohne sie, nie auch nur einen Schritt weiter.
Anders als beim Städtebau, kann man hier aber nicht dermaßen vorausplanen und sagen „ich gehe nun Weg X, um schlussendlich an Technologie Y zu gelangen“. Welchen Weg man geht, sollte man stattdessen lieber der aktuellen Spielsituation anpassen. Denn so kann man auch die Boosts nutzen, die einem eine 50 Prozent schnellere Forschung erlauben und immer bestimmte Ziele voraussetzen. Wenn man nun also zum Beispiel ohnehin mit Infanteristen kämpfe und in einer Minimission nur noch ein oder zwei weitere benötigt werden, um das Ziel zu erreichen und so an einen Boost zu gelangen, sollte man diese Gelegenheit auch nutzen - es kostet ja nicht viel, und lang dauert es auch nicht.
Hier sollte man also etwas flexibler als sonst vorgehen, natürlich ohne dabei sein endgültiges Ziel ganz aus den Augen zu verlieren.
Die Boosts gibt es übrigens nicht nur für naturwissenschaftliche Technologien. Daneben gibt es nämlich noch einen zweiten Tech-Tree in dem man mit Kulturpunkten 50 Sozialpolitiken freischaltet.
Diese bringen aber nicht nur neue Einheiten, Gebäude etc., sondern auch neue Regierungsformen und Entscheidungskarten, womit wir auch direkt beim nächsten großen Puzzleteil des Spiels wären - dem Politiksystem.

Flexible Politik
Dies funktioniert über eine Art Kartenspiel, wobei die Karten, die alle andere Boni einbringen, auf einen Spieltisch in vier Kategorien (Militär, Wirtschaft, Diplomatie und Joker) gelegt werden müssen. Wie viele Slots für die unterschiedlichen Kategorien zur Verfügung stehen, hängt dabei von der aktuellen Regierungsform ab. Allerdings kann man Regierungsform und Politikkarten gegen einen kleinen Goldbetrag jederzeit wechseln, wodurch man sehr flexibel auf aktuelle Situationen reagieren kann. Muss man seinen Handel ausbauen, wählt man eine Regierungsform und Karten, die dem zugetan sind. Sieht man sich hingegen einem militärischen Konflikt gegenüberstehen, wechselt man eben die Karten, die das Militär stärken. Man sollte aber dennoch nicht unnötig hin und her wechseln, denn wenn man eine Regierungsform länger behält, entwickelt diese mit der Zeit nützliche Boni, die sogar dann bestehen bleiben, wenn man doch mal wieder die Regierungsform wechselt.
All dies wirkt nicht nur sehr komplex, sondern ist es auch tatsächlich. Dabei war dies noch nicht einmal alles, was es im Politiksystem zu beachten gibt. Zusätzlich dazu, gibt es nämlich auch noch Spezialkarten, die einem spezielle Punkte einbringen, mit denen man wiederum Große Persönlichkeiten in seine Städte holen kann. Dies sind fortan übrigens keine zufälligen Personen mehr, sondern immer zum aktuellen Zeitalter passende. In der Renaissance Jeanne d'Arc zur Verfügung und im Atomzeitalter Erwin Schrödinger. All diese Persönlichkeiten sind in unterschiedliche Kategorien eingeteilt (z.B. Generäle, Wissenschaftler, Propheten, Händler, Schriftsteller), die auch immer dazu passende Fähigkeiten besitzen. Propheten gründen dabei grundsätzlich eine eigene Religion, während der große Ingenieur Gustav Eiffel zum Beispiel 480 Produktion für ein Wunder gewährt. Künstler wie Maler oder Schriftsteller produzieren hingegen Kunstwerke, die man später, genau wie gefundene Artefakte, in Museen ausstellen kann und so Touristen in die Stadt lockt. Natürlich kann es mal sein, dass man eine Persönlichkeit erhält, deren Fähigkeit man aktuell nicht benötigt. Wenn dies der Fall ist, kann man seine Große-Persönlichkeits-Punkte sparen und die Persönlichkeit einem Kontrahenten überlassen.



Religion ist wichtiger als je zuvor
Das Thema Religion wurde in dieser Review nun schon mehrmals angesprochen. Natürlich hat das auch seinen Grund, denn die Religion ist in Civilization VI noch wichtiger geworden und kann einen nun sogar zum Sieg führen. Dafür muss allerdings die Mehrheit der Weltbevölkerung dem Glauben des Spielers angehören. Um dies zu schaffen, gibt es Missionare und Apostel, mit denen man andere bekehren kann.
Die Gläubigen sind aber nicht nur friedfertig, man kann mit ihnen nun sogar kämpfen und gar einen Heiligen Krieg starten. Daneben gibt es aber natürlich auch noch die „herkömmlichen“ Kolonial- und Expansionskriege, die genauso geführt werden, wie man es aus vom Vorgänger kennt. Dazu gehört natürlich auch wieder das Erfahrungssystem, die Einheiten nach und nach erhalten und ihnen so verschiedene Talente verschaffen. Welche dies sind, kann man selber bestimmen, in dem man sie im Talentbaum auswählt.

Nicht ganz perfekt
Obwohl es bisher den Anschein macht, ist auch Civilization VI kein perfektes Spiel. Während meiner ausgiebigen Testphase sind mir sogar gleich mehre Dinge negativ aufgefallen. Der größte Kritikpunkt betrifft dabei das neue Straßenbausystem. Aus irgendeinem Grund, kann man diese nun nämlich nicht mehr selber anlegen. Erst später, im Mittelalter, wenn man Pioniere besitzt, kann man diesen befehligen Straßen anzulegen, allerdings auch nur jeweils zwei Mal – danach benötigt man einen neuen Pionier, weshalb eine Straße zu errichten richtig teuer werden kann. Bis dahin werden die Straßen jedoch automatisch angelegt, und zwar zwischen zwei Handelspunkten. Immerhin bleiben diese auch dann bestehen, wenn man die Handelsroute beendet, dennoch fehlt einem irgendwie etwas.
Ein weiterer Punkt, der mir negativ aufgefallen ist, ist die KI. Es ist zwar schön und gut das diese einem in den niedrigeren der insgesamt acht Schwierigkeitsgraden es nicht zu schwer macht, doch das sie fast gar nicht agiert oder selbst mit einer wesentlich schlechteren Armee einen Krieg anzettelt, ist dann doch etwas zu viel des Guten.

Mir gefällt der Comic-Look
Die Grafik, die vielen ja ebenfalls ein Dorn im Auge ist, gefällt mir hingegen sehr gelungen. Ich persönlich finde den neuen Comik-Look sehr gut. Ohnehin muss ich sagen, dass das Spiel auch optisch einen tollen Eindruck macht. Denn auch wenn die Karten mit fortwährender Spieldauer durch die immer größere Anzahl an Städten und Einheiten etwas unübersichtlich werden, gibt es doch auch immer wundervolle Details zu beobachten. Lediglich bei den Menüs und dem Nachschlagewerk hätte es noch ein bisschen mehr Feinschliff vertragen, denn die wirken teilweise doch sehr langweilig.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan Heppert Sid Meier's Civilization VI ist nicht nur ein verdammt umfangreiches und komplexes Spiel, es ist auch verdammt gut. Selbst ohne Erweiterungen und DLCs bietet es so ziemlich alles, was man sich von einem Civilization erhofft. Das Einzige, was mich ein wenig gestört hat, ist das neue Straßenbausystem, das es einem erst zu einem bestimmten Zeitpunkt erlaubt selber Straßen anzulegen. Nichtsdestotrotz können und werden wohl auch viele Rundenstrategie-Fans (und alle die es noch werden wollen) gut und gerne hunderte Stunden mit diesem Spiel verbringen, ohne das es ihnen langweilig wird.

Sid Meier's Civilization VI - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 9 Grafik: 8.50
Sound: 9.00
Steuerung: 9.00
Gameplay: 9.50
Wertung: 9
  • Riesiger Umfang
  • Komplex
  • Distrikte
  • Flexibles Politiksystem
  • Neue naturwissenschaftlicher Tech-Tree
  • Neues Straßenbausystem
  • KI in den unteren Schwierigkeitsgraden zu leicht

Persönlichen Bookmark setzen für diese Seite
Diese Seite als Bookmark bei Blinklist hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei del.icio.us hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Digg hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Fark hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Furl hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Google Bookmarks hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Mister Wong hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei myYahoo hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Netscape hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Newsvine hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Reddit hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei StumbleUpon hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Technorati hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Yigg hinzufügen  
Oder diesen Dienst benutzen: Social Bookmark Button

Rezension vom: 06.11.2016
Kategorie: Strategie
«« Die vorhergehende Rezension
Batman: Return to Arkham
Die nächste Rezension »»
Overcooked + DLC
Die Bewertung unserer Leser für dieses Game
Bewertung: Keine Bewertung vorhanden
Bewertung
Du kannst dieses Game hier benoten. Wohlgemerkt soll nicht die Rezension, sondern das Game an sich bewertet werden! Du hast also dieses Game gespielt? Dann bewerte es hier. Die Benotung erfolgt mit Sternen. Keine Sterne entsprechen der Schulnote 6. Fünf Sterne entsprechen der Schulnote 1.
Schulnote 1Schulnote 2Schulnote 3Schulnote 4Schulnote 5Schulnote 6